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Zentralklinik Bad Berka | 28.10.2016

„Freche Fragen an Ärzte“ rund um Gelenkverschleiß und moderne Behandlungsmöglichkeiten

„Wenn man die Ellenbogen nicht mehr einsetzen kann – Gelenkverschleiß in Armen und Schultern und moderne Behandlungsmöglichkeiten“ – Rückblick vom 10. Oktober 2016

Freche Fragen an Ärzte – IHK Erfurt und Zentralklinik Bad Berka

Einige Freche Fragen und die Antworten von Prof. Olaf Kilian, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie:

Als Orthopäde ist man mitunter mit Erkrankungen konfrontiert, die ganz klar auf das Konto der Patienten gehen. Bei Überbeanspruchungssymptomen geben manche dennoch keine Ruhe und verschlimmern alles. Nervt Sie das?

Prof. Kilian: Nein, es nervt natürlich nicht, ertappt man sich doch selbst als Hobbysportler dabei, auch mal über die eigenen Grenzen zu gehen. Wir sind doch alle Menschen und gerade wir Männer jenseits der 30 wollen eben nicht nur beruflich Erfolge haben, sondern auch unsere körperliche Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Das hat mitunter Folgen.

Knorpelverschleiß hat viele Ursachen: Zu hohe Arbeitsbelastung oder auch eine genetisch bedingte Knorpelschwäche. Viele ruinieren sich Ihre Schultern aber auch durch exzessiven Sport. Gilt der alte Grundsatz: Wenn‘s weh tut, muss man aufhören?

Prof. Kilian: In der Tat. Als ich einen Marathon gelaufen bin, ist das auch nicht schmerzfrei für mich ausgegangen. Die Frage ist doch, inwieweit man seinen Körper kennt. Bei länger andauernden Schmerzen, die nicht auf einen Extremsport-Ereignis zurückzuführen sind, ist der Arztbesuch ratsam. Auch wenn Sportunfälle längere Zeit nicht abheilen, muss man zum Arzt.

Kommen Frauen oder Männer eher in Ihre Sprechstunde, weil sie z. B. die Schmerzen nicht mehr ertragen?

Prof. Kilian: Als Mann darf ich das sagen: Frauen sind zwar nicht ganz so zimperlich wie wir Männer, aber sie gehen in der Regel eher zum Arzt und haben dadurch bei einigen Erkrankungen auch bessere Chancen, dass z. B. auch eine Physiotherapie noch helfen kann. Diese Einschätzung betrifft natürlich nicht alle Männer und auch nicht alle Frauen.

Mitunter hat man den Eindruck, dass viele nicht mehr auf ihren Körper hören: Da wird trotz Schmerzen weitergemacht, Symptome werden übersehen, anschließend greifen viele zur Selbstmedikation, nehmen schlimmstenfalls über Jahre hohe Dosen an Schmerzmitteln ein – wundern Sie sich manchmal über Patienten?

Prof. Kilian: Hohe Schmerzmitteldosen über einen längeren Zeitraum eingenommen wirken tatsächlich nicht gesundheitsfördernd. Die Auswirkungen auf andere Organe sind nicht zu unterschätzen. Schmerzen müssen abgeklärt werden und meine Erfahrung ist, dass manche Patienten nach erfolgreicher Therapie sagen: Hätte ich gewusst, dass es mir jetzt so gut geht, wäre ich schon zwei, drei Jahre früher zu Ihnen gekommen.

Was halten Sie von Eigenbehandlungen, z. B. mit Brennnessel, Teufelskralle (Wurzel) oder Tees aus Pappelblättern und Eichenrinde?

Prof. Kilian: Auch wir Schulmediziner sollten die Wirkung von manchen pflanzlichen Therapien nicht unterschätzen. Naturheilkunde und auch andere alternativmedizinische Therapien können eine gute Begleitung sein.

Bei der Diskussion um Erkrankungen spielt Ernährung und generell der Lebensstil eine große Rolle: Gilt auch für Ihren Bereich der wenig populäre Rat, weniger Alkohol zu trinken, natürlich nicht zu rauchen, Kaffee zu meiden, fleischarm zu essen?

Prof. Kilian: Ganz so rigoros würde ich das jetzt nicht behandeln. Dass ein Glas Wein am Tag sogar gut ist, weiß inzwischen fast jeder. Und natürlich ist es kein Geheimnis, dass gerade auch was meinen Fachbereich, die Orthopäde, angeht, ein BMI von über 40 nicht besonders gut für die Gelenke ist. Wer sich abwechslungsreich ernährt, regelmäßig bewegt und es schafft, auf das Rauchen zu verzichten, macht es richtig.

Hyaluronsäure wird ja nicht nur für die faltenfreie Schönheit genutzt, sondern auch von Orthopäden – was halten Sie davon?

Prof. Kilian: Bei einem geringen Knorpelschaden haben wir gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Hyaluronsäure gemacht. Sehr gute Ergebnisse erzielt man bspw. auch mit der von mir mitentwickelten Eigenbluttherapie, die die Heilung stark unterstützt.

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