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RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt | 19.03.2016

12. Notfallmedizinischen Forum am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt

Baustellenunfall: Praxisdemonstration und Großübung am RHÖN-KLINIKUM

„Leblose Person liegt nach Sturz aus sechs Metern Höhe auf einem Baugerüst“, so oder so ähnlich wäre die Meldung an die Rettungsleitstelle in dem simulierten Fall, dem sich Polizei Feuerwehr, BRK und THW am 19. März 2016 bei der traditionellen Großübung beim 12. Notfallmedizinischen Forum am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt stellten.

Die Rettungskräfte der beteiligten Organisationen zeigten, wie in solch einem Notfall das Zusammenspiel der sogenannten „Blaulichtkette“ reibungslos funktioniert und wie wichtig gemeinsame Übungen sind. Beeindruckt von dieser spektakulären Übung und dem hervorragenden Zusammenspiel der beteiligten Kräfte zeigten sich neben den Organisatoren auch die 2. Bürgermeisterin Rita Rösch und auch die Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar, die anschließend in ihrem Grußwort den Rettungskräften ihre politische Hilfe zusagte.

Die Großübung war aber nur ein kleiner Teil des 12. Notfallmedizinischen Forums, das in diesem Jahr unter dem Motto „Der ganz normale Wahnsinn“ stand. Diesen Wahnsinn beschrieben der Initiator des Forums, Priv.-Doz. Dr. Michael Dinkel, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin der Herz- und Gefäß-Klinik, und Prof. Dr. Peter Sefrin, Bundesarzt des Roten Kreuzes und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Notärzte (agbn): „Der Missbrauch der Notärzte nimmt immer weiter zu“ stellte Dinkel fest. Immer häufiger werden Notärzte zu Einsätzen gerufen, in denen der normale Rettungsdienst oder der Besuch beim Bereitschaftsarzt ausreichend wären. „Die Ansprüche der Bevölkerung werden immer größer“ konstatierten beide einhellig. „Wenn der Hausarzt nicht erreichbar ist, dann muss halt der Notarzt kommen“, sei eine weit verbreitete Meinung, so Dinkel. Allerdings stehe der Notarzt dann nicht bei einem richtigen Notfall, wie einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zur Verfügung und diese unnötigen Einsätze belasten die Krankenkassen. Dass dies nicht akzeptabel ist, stellte Dittmar fest. Sie ging in diesem Zusammenhang auf den Wert der Bereitschaftspraxen ein, die häufig an die Krankenhäuser angegliedert seien, da die Bereitschaftsärzte die Ströme besser lenken könnten. Prof. Dr. Bernd Griewing, Vorstand Medizin der RHÖN-KLINIKUM AG und Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik, bekräftigte dies und wies darauf hin, dass im April Vorgespräche geplant seien, um eventuell noch dieses Jahr an der RHÖN-Kreisklinik, spätestens aber im Rahmen des Neubaus am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, eine solche Praxis zu installieren. Schlimmer als die überflüssigen Einsätze seien laut Dinkel jedoch das behindernde Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer oder gar Angriffe auf das Rettungspersonal. „Hier muss die Politik aktiv werden“, forderte Sefrin.

Im Forum waren auch die Herausforderungen für das Rettungspersonal durch die Flüchtlingswelle ein großes Thema. „Das ehrenamtliche Engagement ist immer noch sehr groß, aber nicht endlos“, meinte Uwe Kippnich, Koordinator Sicherheitsforschung und angewandte Telematik des BRK. Workshops zu den Themen Reanimationsleitlinien und Einweisung Sondersignal rundeten die Veranstaltung ab.

Geschäftsführer Burkhard Bingel erklärte, dass das Forum auch für die Notfallversorgung im Landkreis als wichtige Veranstaltung angesehen werde, da hier gerade bei der Praxisdemonstration alle Kräfte gemeinsam agieren. „Sie legt die Basis für den Verbesserungsprozess aller Beteiligten der Rettungskette von der Annahme des Notrufs bis zur Übergabe des Patienten“ sagte er. Chefarzt PD Dr. Dinkel freute sich über die positive Resonanz der mehr als 600 Teilnehmer, was noch einmal eine Steigerung zum Vorjahr bedeute. „Die Veranstaltung wird national wahrgenommen und hat sich als feste Größe etabliert“, freut sich Prof. Dr. Bernd Griewing über die anhaltend große Resonanz unter den Fachleuten.

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