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RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt | 17.06.2026

Hitze und warme Nächte: RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt rechnet mit mehr Notfallpatienten

Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt gibt Tipps zum richtigen Verhalten bei hohen Temperaturen

In den kommenden Tagen erwartet die Zentrale Notaufnahme am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt mehr Patientinnen und Patienten als üblich, die wegen hitzebedingter Beschwerden behandelt werden müssen. Nach einer eher wechselhaften Phase steigen die Temperaturen in Deutschland wieder deutlich an. In vielen Regionen werden bis zu 35 Grad erwartet, auch die Nächte bleiben ungewöhnlich warm. Typische Beschwerden bei Hitze sind Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme sowie allgemeines Unwohlsein. Häufig ist ein Flüssigkeitsmangel die Ursache der Beschwerden. Besonders ältere Menschen reagieren darauf empfindlich, da der Körperwasseranteil im Alter abnimmt und Defizite schlechter ausgeglichen werden können.

„Besonders gefährlich sind Flüssigkeitsmangel und direkte Hitzeeinwirkung“, erklärt Dr. med. Michael Schneider, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt. Die Notaufnahme versorgt jährlich rund 30.000 Notfallpatienten – durchschnittlich etwa 80 pro Tag. „An heißen Tagen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf mitunter erheblich. Wird zu wenig getrunken oder verliert der Körper durch starkes Schwitzen größere Mengen Flüssigkeit, kann es zu einer Dehydrierung kommen. Dabei gehen auch wichtige Mineralstoffe verloren“, so Dr. Schneider. „Unser Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, um lebenswichtige Funktionen aufrechtzuerhalten. Ein Flüssigkeitsmangel kann unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme und Müdigkeit verursachen“, erläutert der Notfallmediziner. Sein dringender Rat: „Bei zunehmenden Beschwerden – insbesondere bei Bewusstseinsstörungen, Atemnot oder Verwirrtheit – sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.“

Bestimmte Gruppen sind besonders gefährdet: ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen – vor allem des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder des Stoffwechsels. Auch bei regelmäßig eingenommenen Medikamenten sollte geprüft werden, ob bei Hitze Anpassungen nötig sind. Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche sollten bei zunehmenden Beschwerden frühzeitig ihren Hausarzt kontaktieren. Tägliches Wiegen sowie regelmäßige Blutdruckkontrollen können dabei helfen, Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt und der Kreislaufsituation frühzeitig zu erkennen.
 

Zehn „goldene Regeln“ für heiße Tage
Während die meisten Menschen die Sommerwärme genießen, sollten insbesondere ältere Menschen und Kinder bewusst mit der Hitze umgehen. Die wichtigsten Tipps:

  1. Meiden Sie direkte Sonne und tragen Sie leichte, helle Kleidung sowie eine Kopfbedeckung.
  2. Bleiben Sie möglichst in kühlen Räumen. Morgens lüften, tagsüber abdunkeln.
  3. Körperliche Anstrengung möglichst in die frühen Morgenstunden verlegen.
  4. Mittags lieber Pause machen als aktiv sein.
  5. Leicht essen – zum Beispiel Obst, Gemüse oder Fisch.
  6. Regelmäßig trinken, am besten über den Tag verteilt. Alkohol besser meiden.
  7. Nicht erst trinken, wenn Durst entsteht.
  8. Bei starkem Schwitzen verliert der Körper auch Mineralstoffe. Mineralwasser kann hier helfen.
  9. Auf andere achten, vor allem auf alleinlebende oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen.
  10. Kinder und Tiere niemals im Auto lassen.
     

Flüssigkeitsverlust und Durst
Kleine Kinder und ältere Menschen reagieren besonders empfindlich auf Flüssigkeitsverluste. Mit zunehmendem Alter nimmt zudem häufig das Durstgefühl ab. Wer zu wenig trinkt, riskiert Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Kreislaufprobleme. Deshalb sollten insbesondere ältere Menschen regelmäßig trinken – auch dann, wenn kein ausgeprägtes Durstgefühl besteht. Bei längeren Autofahrten sind regelmäßige Pausen zum Trinken und Abkühlen besonders wichtig.

Warme oder kalte Getränke
Kalte und eiskalte Getränke können den Körper belasten, da er Energie aufwenden muss, um die Temperatur auszugleichen. Sehr kalte Getränke können zudem bei empfindlichen Personen Magenbeschwerden oder Unwohlsein auslösen. Entscheidend ist daher vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – unabhängig von der Temperatur des Getränks. Viele Menschen empfinden daher auch warme Getränke wie Kräutertee als angenehm und gut verträglich.

Gefühlte Temperaturen
Die sogenannte gefühlte Temperatur weicht von der tatsächlich gemessenen Temperatur ab. Sie wird anhand von Luftfeuchte, Strahlung, Wind, tatsächlicher Temperatur sowie dem menschlichen Verhalten (Aktivität und Bekleidung) berechnet.

Im Notfall immer 112 anrufen!
Wenn es zu einem Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist oder der Verdacht besteht, ist sofort der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 zu verständigen. Bringen Sie die betroffene Person an einen kühlen Ort, lockern Sie enge Kleidung und kühlen sie mit feuchten Tüchern ab. Ist die Person bei Bewusstsein, können kleine Mengen Flüssigkeit angeboten werden.


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Katrin Schmitt | Tel.: +49 9771 66-26100 | kommunikation@campus-nes.de

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