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Ein neues Lebensgefühl dank "Gehroboter"

Sei es ein Schlaganfall, ein Schädel- Hirn-Trauma oder eine entzündliche Nervenerkrankung: Innerhalb kürzester Zeit können neurologische Erkrankungen alles verändern. Selbst einfachste Bewegungsabläufe können für Betroffene plötzlich eine riesige Herausforderung darstellen. Am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt kommt deshalb modernste Robotik zum Einsatz, um die Rehabilitation dieser Patienten zu fördern: Ein hochmodernes Exoskelett hilft neurologisch erkrankten Patienten am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, den Weg zurück in die Selbstständigkeit zu bewältigen.

>> „Das Exoskelett ist eine Orthese, die wie Schienen an den Beinen und am Rumpf angebracht wird und dem Patienten eine aktive Unterstützung beim Laufen gibt“, erklärt Jürgen Steiner, Therapieleiter der Klinik für Neurologie<<

„Es schließt die Lücke zwischen der Frühphase der Rehabilitation, bei der die Bewegungsabläufe überwiegend an einer Stelle trainiert werden, hin zur Bewegung im freien Raum.“ Denn für die Patienten ist es ein enormer Unterschied, ob die Schritte im Stillstand auf derselben Stelle durchgeführt werden, oder ob sie sich tatsächlich vorwärts bewegen. Durch regelmäßiges Training und vielfache Wiederholungen der Übungen mit Unterstützung durch das Exoskelett und unter Anleitung der Therapeuten, werden die Bewegungsabläufe gefestigt und erleichtern den Patienten später das freie Gehen.

EIN STÜCK NORMALITÄT ZURÜCKGEWINNEN

Seit rund einem halben Jahr ist das Exoskelett in der neurologischen Rehabilitation am Campus im Einsatz. Patienten, die mit ihm trainieren, sind meist von degenerativen Nervenerkrankungen wie der amyotrophen Lateralsklerose, kurz ALS, oder Querschnittslähmungen betroffen. „Als eine der ersten Kliniken in Deutschland setzen wir das Exoskelett außerdem in der Therapie von Patienten mit einer Schlaganfall-Vorgeschichte ein“, so Steiner. Die so von den Spezialisten gesammelten Erfahrungen helfen, das Gerät zukünftig technisch noch besser einzustellen. Weiterhin können sie konkreter einschätzen, welche Patienten für eine Therapie mit dem Exoskelett infrage kommen.

Und wie ist das Feedback der Patienten? „Sie sind während der Therapie mit dem Exoskelett sehr motiviert und gehen an ihre Leistungsgrenzen“, erzählt Steiner. „Es gibt ihnen ein Stück Normalität zurück. Sie können sich frei im Raum drehen, bewegen, gehen. Dieses Gefühl der Selbstständigkeit ist ein enormer Motivationsantrieb – und das fördert die gesamte Entwicklung.“ Je intensiver sich die Patienten mit dem Gerät beschäftigen und es kennenlernen, desto größer seien auch die Erleichterung und Freude, wenn sie mit jeder Übungseinheit selbstständiger mit dem Gerät umgehen können, berichtet der Therapieleiter.

STEUERUNG PER APP

Das Exoskelett, das am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt zum Einsatz kommt, ist in seiner Version bislang einmalig in Deutschland. Zur optimalen Anpassung des rund 12 Kilogramm schweren Gerätes wird der Patient zunächst ausgemessen, denn jedes Teil des Exoskeletts wird individuell angepasst. Sind die Einstellungen einmal richtig vorgenommen, lassen sie sich im System abspeichern und können bei der nächsten Therapie einfach per App aufgerufen und jederzeit angepasst werden.

>> „Das Exoskelett ist sehr anwenderfreundlich“, bestätigt Lukas Janfrüchte, Abteilungsleiter Physiotherapie der Klinik für Neurologie<<

„Viele Details, wie die Laufgeschwindigkeit oder den Unterstützungsgrad, können wir direkt über die App steuern.“ Trotz der einfachen Bedienung wurden Janfrüchte und seine Kollegen vor Einführung der Therapie mit dem Exoskelett umfassend geschult. Ihr Wissen geben sie nun auch an andere Übungsleiter am Campus weiter. So soll die Therapie langfristig für viele Patienten, die hierfür geeignet sind, ermöglicht werden.

RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt
Klinik für Neurologische Rehabilitation

T. 09771 908-83300

www.campus-nes.de