English
A A A
Bereichsnavigation
Vorherige
RHÖN-KLINIKUM AG | 08.05.2000

Weltweit erstes Öko-Kraftwerk für den Klinikbetrieb

Bad Neustadt, den 8. Mai 2000 ----- Im Herbst 2000 wird die RHÖN-KLINIKUM AG als weltweit erste Klinik eine Hochtemperatur– Brennstoffzelle in Betrieb nehmen. Dabei handelt es sich um eine hochinnovative Kraftwerks–Technik, mit der aus Erdgas Strom und Wärme mit den derzeit geringst möglichen Umweltbelastung und den höchsten Wirkungsgraden erzeugt werden kann.

Diese völlig neue Technologie – "Hot Module" genannt - wurde in den letzten zehn Jahren unter der Federführung der MTU in Friedrichshafen, einem Unternehmen der Daimler Chrysler AG, entwickelt. Bei der Inbetriebnahme durch die RHÖN-KLINIKUM AG handelt es sich um die weltweit zweite Kundeninstallation. Dieser Feldversuch dient der Erprobung des Kraftwerkes unter realistischen Umgebungsbedingungen und wird wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung der Anlage zur Serienreife liefern.

Für einen Einsatz im Krankenhaus ist die Hochtemperatur-Brennstoffzelle besonders geeignet. Krankenhäuser sind Großverbraucher von Strom und Wärme, sie benötigen etwa 1% des gesamten in Deutschland verbrauchten Stroms.

Gegenüber der heute schon in Krankenhäusern verbreiteten Technik der Kraft-Wärme-Kopplung in Form von Blockheizkraftwerken, bei der die RHÖN-KLINIKUM AG ebenfalls maßgebliche Entwicklungsarbeit geleistet hat, bieten die Hochtemperatur-Brennstoffzellen eine Reihe von gravierenden Vorteilen: Die Energieerzeugung erfolgt nahezu geräuschlos. Durch die vollständige Erdgasnutzung bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen wird der in der Luft enthaltene Stickstoff nicht in umweltbelastende Stickoxide umgewandelt, die sonst bei allen Verbrennungsprozessen entstehen. Auch die Bildung von Kohlenmonoxid und Schwefeloxiden ist systembedingt ausgeschlossen. Es entsteht also kein Abgas mit schädlichen Verunreinigungen, sondern es entweicht wasserdampfhaltige Abluft. Daher gibt es beim Hot Module auch keinen Kamin mehr, sondern nur noch ein Abluftrohr.

Die ständig wachsende Anzahl an Computeranlagen in allen Branchen, speziell auch die hochempfindlichen medizinischen Geräte für Diagnostik und Therapie in Krankenhäusern, erfordern eine zuverlässige, unterbrechungsfreie Stromversorgung, auch bei Ausfall des öffentlichen Netzes. Auch dies kann eine Brennstoffzellenanlage leisten, sie arbeitet im Prinzip wie eine unerschöpfliche Batterie.

Daneben benötigen Krankenhäuser Prozessdampf, z.B. zur Sterilisation von Instrumenten für den OP. Die Anlage in Bad Neustadt wird Dampf mit einer Temperatur von ca. 200°C in das bestehende Dampfnetz einspeisen. In der Zukunft sind noch eine Reihe weiterer Anwendungen denkbar.

Das Hot Module wird mit einer elektrischen Leistung von ca. 250 kW zur Deckung des Strombedarfes des RHÖN-KLINIKUMS beitragen. Die Energie wird aus Erdgas gewonnen. Da Brennstoffzellen optimal mit Wasserstoff betrieben werden können, gelten sie als Schlüsselkomponente für eine verstärkte Biomassenutzung und als Wegbereiter einer künftigen Wasserstoffwirtschaft.

Das Projekt entsteht durch erheblichen Mitteleinsatz der MTU, der Ferngas Bayern (FGN) und der RHÖN-KLINIKUM AG und wird mit Fördermitteln des Landes Bayern in Gang gebracht.

 

RHÖN-KLINIKUM AG
Kontakt: Dr. Irmgard Stippler
Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation
Schlossplatz 1
97616 Bad Neustadt/Saale
Telefon: (09771) 65-1321
Telefax: (09771) 65-1306
E-Mail: irmgard.stippler(at)rhoen-klinikum-ag.com