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Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) | 15.09.2017

UKGM: Geschäftsführung kritisiert gewerkschaftlichen Aufruf zum Warnstreik und lehnt „Sonderbelastungen für das UKGM“ ab

Patienten: Notfallversorgung am 19. September auf jeden Fall gewährleistet – möglicherweise Verzögerungen und Ausfälle bei planbaren Untersuchungen und Behandlungen

 

Die Geschäftsführung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg hält den gewerkschaftlichen Aufruf zum Warnstreik am kommenden Dienstag, 19. September 2017, für „unangemessen und nicht nachvollziehbar“. In einer internen Mitteilung fordert der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Gunther K. Weiß, alle Beschäftigten auf, sich nicht daran zu beteiligen und in bewährter Form die Patientenversorgung durchgehend sicherzustellen. 

„Wir sind im kontinuierlichen und konstruktiven Dialog mit dem Betriebsrat über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der verschiedenen Berufsgruppen am UKGM. Wir haben leistungsbezogen bereits Pflegestellen in den Jahren 2016 und 2017 aufgebaut und darüber hinaus ganz aktuell in Gießen 30 und in Marburg 25 Schülern eine Einstellungszusage gegeben“, sagte Dr. Gunther K. Weiß. Die Geschäftsführung kümmert sich ferner intensiv im „Gesundheitsdialog“ mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat um die Gesundheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz. Seit drei Jahren gibt es an beiden Standorten ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement. Zahlreiche Initiativen wie die regelmäßigen Mitarbeiter-Gesundheitstage, spezielle Schulungen auf Station (Zum Beispiel Rückenentlastung) oder für den Transportdienst (Zum Beispiel Heben, Tragen, Schieben) belegen unser Engagement. Die Sensibilisierung der Führungskräfte aller Ebenen für Gesundheitsfragen und -Belastungen am Arbeitsplatz, unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und Unterstützungsleistungen zu Familie und Beruf, Beruf und Pflege Angehöriger sowie Schulungen „gesund managen“ für Führungskräfte sind nur einige weitere Beispiele.

Schon vor zwei Jahren haben sich die Geschäftsführung und die Gewerkschaft ver.di auf ein wichtiges Projekt zur Objektivierung der Belastungssituation verständigt: Die Durchführung einer flächendeckenden Mitarbeiterbefragung an beiden Standorten zu psychischen und physischen Belastungen am Arbeitsplatz. „Im Ergebnis zeigte die Befragung eine vergleichbare Belastungssituation mit anderen Kliniken“, hob Dr. Weiß hervor. In einer paritätisch besetzten Arbeitsgruppe zwischen der Geschäftsführung und der Gewerkschaft ver.di wurden die Ergebnisse besprochen und Initiativen zum Erhalt und zur Förderung der Mitarbeitergesundheit gestartet und umgesetzt. Auf dieser Basis werden auch hier kontinuierlich und gemeinsam mit Beschäftigten weitere Lösungen und Umsetzungsmöglichkeiten erarbeitet.

„Auf diesem Weg wollen wir weiter gehen, dafür braucht es aus unserer Sicht keinen Tarifvertrag“, sagte Dr. Weiß. ver.di hat im Übrigen nur am UKGM und an den Kliniken in Frankfurt-Höchst für kommenden Dienstag in Hessen zu Warnstreiks ausgerufen. „Für uns ist ganz klar: Es darf keine weitere finanzielle Sonderbelastung des UKGM geben, die unsere beiden Universitätsklinikstandorte in Gießen und Marburg im Wettbewerb mit anderen Kliniken einseitig benachteiligen würde. Wir unterstützen vielmehr die Initiative der Bundesregierung, allgemeinverbindliche Mindeststandards für die Pflegeausstattung festzulegen.“ so Dr. Weiß. Diese müssen bis Mitte 2018 von den Partnern der Selbstverwaltung vorgeschlagen werden, sonst erfolgt eine Festlegung durch das Bundesgesundheitsministerium. Ab Januar 2019 sollen diese Mindeststandards dann  in allen Krankenhäusern gelten. „Diese Standards müssen aber auch refinanziert werden. Wir fordern dafür eine Verpflichtung der Krankenkassen, die Finanzierung dieser Mindeststandards zu übernehmen“, so Dr. Weiß. 

Abschließend sagte er zum anstehenden Warnstreiktag: „Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg wird alles dafür tun, die medizinische Versorgung auch während der Streikmaßnahme so weit als möglich sicherzustellen. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass es im Bereich der planbaren Untersuchungen und Behandlungen zu Verzögerungen oder Ausfällen kommt. Wir bitten dies bereits jetzt zu entschuldigen. Die Notfallversorgung ist aber auf jeden Fall gewährleistet. Dafür haben wir eine Notdienstvereinbarung getroffen.“


Kontakt:

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM)
Rudolf-Buchheim-Straße 8
35390 Gießen
und
Baldingerstraße
35042 Marburg

Pressestelle:
Frank Steibli
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