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RHÖN-KLINIKUM AG | 19.07.2013

Offener Brief der RHÖN-KLINIKUM AG an die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin

UKGM: Die objektiven Ergebnisse in Forschung, Lehre und Krankenversorgung sprechen für sich – eine Polarisierung ist den gemeinsamen Interessen der Hochschulmedizin nicht dienlich


Bad Neustadt a. d. Saale, den 18. 07. 2013

Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin
c/o Deutscher Hochschulverband
Rheinallee 18-20
53173 Bonn


Sehr geehrte Präsidenten und Vorsitzende der in der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin versammelten Kammern, Fachgesellschaften, Konferenzen, Vertretungen und Verbände,
sehr geehrte Professoren,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin hat am 16. Juli 2013 in einer gemeinsamen Erklärung die Privatisierung der Hochschulmedizin in Gießen und Marburg für gescheitert erklärt und einige kritische Hinweise gegeben. Wir als Träger der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH haben einen anderen Blick auf die aktuelle Situation in unserem Klinikum, möchten Ihren Einschätzungen widersprechen und laden Sie sehr herzlich ein zu einem Gespräch – am besten vor Ort in Mittelhessen.


Selbstverständnis RHÖN-KLINIKUM AG

Die RHÖN-KLINIKUM AG versteht sich mit ihren 54 Kliniken als fester Bestandteil der bundesdeutschen Gesundheitsversorgung. In diesem Sinne unterstützt der Verbund mit privatem Kapital die öffentliche Hand bei der Erledigung und Sicherstellung ihrer Aufgaben für die Bevölkerung.

Das Ziel der RHÖN-KLINIKUM AG ist, eine wohnortnahe, hochwertige und bezahlbare Versorgung für jedermann anzubieten – unabhängig vom Versichertenstatus. Die Basis für gute Medizin steht seit Unternehmensgründung auf drei Säulen: Ärztliche Therapiefreiheit, kontinuierliche Investitionen in eine moderne Medizin (Geräte und Bauwerke) und die optimale Gestaltung von Abläufen und Strukturen für den Patienten. Qualität und Wirtschaftlichkeit gehen hier Hand in Hand - damit gute Medizin nicht Luxus wird.


Qualität und Mitbestimmung

Die RHÖN-KLINIKUM AG bekennt sich zu Qualität und nachhaltigem Engagement – als Gesundheitsversorger, als Arbeitgeber und als Unternehmen.  Wirtschaftlicher Erfolg ist untrennbar mit medizinischer, ökologischer und sozialer Verantwortung verbunden: Denn dauerhaft erfolgreiche Gesundheitsversorgung bedarf neben Qualitätsmedizin auch einer gesunden Arbeits- und Lebensumwelt. Die RHÖN-KLINIKUM AG ist ein tariftreues, mitbestimmtes Unternehmen, pflegt eine enge, konstruktive Zusammenarbeit mit seinen Betriebsräten und handelt mit den Gewerkschaften regelmäßig die Tarifbedingungen für Ärzte und Pflegekräfte aus.


Zusammenarbeit in Hessen

Die RHÖN-KLINIKUM AG steht für Innovation, Verlässlichkeit und nachhaltiges Wirtschaften. Auch und gerade in Hessen. Der Konzern unterstützt das Land und die Kommunen auch in Zukunft in der universitären Spitzenmedizin, in Forschung und Lehre. Mehr als 500 Millionen Euro sind seit der Privatisierung der Kliniken in Gießen und Marburg 2006 in die Region Mittelhessen und in erstklassige Medizin und sichere Arbeitsplätze geflossen. Dieser Weg soll und wird fortgesetzt werden.


UKGM

Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg war - nach einer Reihe medizinisch wie ökonomisch erfolgreichen Jahren - in 2012 aufgrund der chronischen Unterfinanzierung deutscher Krankenhäuser, insbesondere der Hochschulmedizin, in eine schwierige wirtschaftliche Lage geraten. Anderen, in öffentlicher Hand befindlichen Universitätskliniken erging und ergeht es ebenso. Unterstützt durch die Unternehmensberatung McKinsey und in enger Abstimmung mit den Klinikdirektoren, dem Land Hessen, den beiden Universitäten in Gießen und Marburg und den Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertretern, die in den Gremien des UKGM vertreten sind, wurde im Jahr 2012 ein Paket geschnürt und ein Entwicklungspfad beschrieben, der das UKGM bis Ende 2014 wieder wirtschaftlich konsolidieren soll. Neben einer Vielzahl von Maßnahmen, die Sach-, Material- und Prozesskosten zu senken, war dabei auch eine Anpassung des Stellenplans genannt worden.

Von 2006 bis 2012 ist es zu einem kontinuierlichen Personalaufbau von 450 Stellen über alle Berufsgruppen hinweg gekommen – auch wenn in der Öffentlichkeit streckenweise das Gegenteil behauptet wird.

Die Patientenzahlen am UKGM steigen kontinuierlich an: Im ambulanten Bereich von 294.447 in 2006 auf 334.133 in 2011 und 335.546 in 2012. Im stationären Bereich sehen die Zahlen so aus: 81.415 (2006), 91.826 (2011), 94.923 (2012). Auch in 2013 hält dieser Aufwärtstrend an – ambulant wie stationär. Ein Indiz für die Akzeptanz und Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten mit der am UKGM angebotenen Spitzenmedizin und Pflege.

Das ist die Faktenbasis, auf der eine faire Debatte zu Arbeitsbedingungen und Patientenversorgung im UKGM stattfinden kann und sollte.


Forschung und Lehre sind unabhängig

Forschung und Lehre in Gießen und Marburg leisten einen herausragenden Beitrag für die Fortentwicklung und Verbesserung der medizinischen Versorgung. Jedes Jahr werden zehn Prozent des Betriebsergebnisses von UKGM, mindestens aber zwei Millionen Euro, für kliniknahe Forschungsprojekte ausgelobt und vergeben. Dies zeigt die grundsätzliche Haltung des Unternehmens und daran wird sich auch nichts ändern. Die gute, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit beiden Universitäten schlecht zureden ist nicht im Sinne der Region Mittelhessen und seiner Mediziner.


Fazit im Sommer 2013

Die Darstellung der Entwicklung der Hochschulmedizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg durch die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin ist weder sachgerecht noch stimmt sie mit den objektiven Ergebnissen aus den Bereichen der Forschung, Lehre und Krankenversorgung überein. Diese Form der Polarisierung verkennt nicht nur die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UKGM, sie nützt auch nicht den gemeinsamen Interessen derdeutschen Hochschulmedizin.

An dieser Stelle möchte ich mein eingangs gemachtes Angebot wiederholen und Ihnen, den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin, auch im Namen der Geschäftsführung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg anbieten, sich gern bei einem persönlichen Besuch vor Ort einen objektiven Eindruck zu verschaffen.
 
Das UKGM befindet sich auf einem stabilen Weg der Konsolidierung – zum Wohle der Patienten und der Region Mittelhessen!

Mit freundlichem Gruß



Dr. med. Dr. jur. Martin F. Siebert
VorstandsvorsitzenderRHÖN KLINIKUM AG
97616 Bad Neustadt
Telefon: 09771 65-1301
Telefax: 09771 65 -1306
E-Mail: martin.siebert(at)rhoen-klinikum-ag.com


Ihr Kontakt

RHÖN-KLINIKUM AG
Hans-Jürgen Heck
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Schlossplatz 1
97616 Bad Neustadt a. d. Saale
Telefon: 09771/ 65 - 1327
Telefax: 09771/ 65 - 1820
E-Mail: kommunikation(at)rhoen-klinikum-ag.com