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Zentralklinik Bad Berka | 19.11.2013

Neue interventionelle Therapie bei Gallengangstumoren eingeführt – nur wenige Belastungen für Patienten

Bad Berka, 19. November 2013. --- Gleich zweimal innerhalb weniger Tage wurde in der Zentralklinik Bad Berka eine neue Therapie eingesetzt, die bisher in Thüringen nur sehr vereinzelt durchgeführt wurde. Ein Team der Klinik für Innere Medizin / Gastroenterologie und Endokrinologie behandelte zwei Patienten, die jeweils an einem Tumor im Gallengang erkrankt waren. Bei beiden Patienten konnten die Tumoren erfolgreich durch einen endoskopischen Eingriff entfernt werden.

Dr. Katrin Eberle, Leitende Oberärztin der Klinik für Innere Medizin / Gastroenterologie und Endokrinologie, hat beide Eingriffe geplant und durchgeführt. „Der erste von uns behandelte Patient hatte vor einigen Jahren bereits einen Tumor im Gallengang, der operativ entfernt worden war. Nun hatte sich ein Adenom, ein Tumorrezidiv gebildet, das den Gallengang erneut blockierte. Da der Patient bereits voroperiert war, gab es nur noch die Möglichkeit, durch einen interventionellen Eingriff das Tumorgewebe zu entfernen.“

Während des therapeutischen Eingriffs wurde eine Radiofrequenzablation durchgeführt. Hierbei wird mittels Radiowellen Hitze erzeugt, die das Tumorgewebe direkt im Gallengang zerstört. Anschließend wurden noch Kunststoffstents eingesetzt, um einen weiteren Verschluss des Gallengangs zu verhindern. Somit kann die Funktion der Galle für die nächsten Jahre gewährleistet werden. Sobald sich der Gallengang nach einigen Wochen wieder stabilisiert hat, können die Stents entfernt werden.

Der zweite Patient, der nur wenige Tage später behandelt wurde, war an einem inoperablen Gallengangskarzinom erkrankt. Um ihm zumindest palliativ zu helfen, wurde ein ähnlicher Eingriff mittels Endoskop durchgeführt und der Tumor ebenso durch die Radiofrequenzablation entfernt. Auch hier wurden anschließend Metallstents eingesetzt, die jedoch dauerhaft verbleiben können.

Trotz der erheblichen Erkrankungen konnten beide Patienten die Zentralklinik Bad Berka bereits nach fünf bis sieben Tagen wieder verlassen. Professor Dr. Dieter Hörsch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin / Gastroenterologie und Endokrinologie, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Therapie: „Wir hatten die Eingriffe vorab im Team ausführlich besprochen und alle Möglichkeiten einer Behandlung abgewogen. Letztlich haben wir uns für die Radiofrequenzablation entschieden, weil ein solcher endoskopischer Eingriff die Patienten nur wenig belastet und eine Operation in beiden Fällen aufgrund der Vorgeschichte nicht mehr in Frage kam. Dennoch sind wir sehr zufrieden mit dem Behandlungsverlauf und hoffen, durch diese Eingriffe zukünftig auch anderen Patienten helfen zu können.“

Eingriffe dieser Art dauern in der Regel ca. zwei bis vier Stunden und werden von den Gastroenterologen der zum Verbund der RHÖN-KLINIKUM AG gehörenden Zentralklinik Bad Berka in Vollnarkose des Patienten durchgeführt werden. Die Endoskopien erfolgen selbstverständlich in Anwesenheit eines Anästhesisten, der die Vitalparameter überwacht. Da diese Eingriffe bisher in Thüringen nur punktuell angeboten werden, will sich das Team um Chefarzt Professor Hörsch zukünftig auch auf die Therapie solcher Gallengangserkrankungen spezialisieren. Die Verläufe der nun behandelten Patienten sprechen auf jeden Fall dafür, diese Behandlung bei geeigneten Patienten anzuwenden.

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