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RHÖN-KLINIKUM AG | 10.12.2001

Kaufvertrag für Landesfachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Hildburghausen/Thüringen notariell beglaubigt

* Eigentumsübertragung per 1. Januar 2002

* Investitionen in Höhe von rd. 42 Mio DM vorgesehen

Bad Neustadt a.d. Saale, den 10. Dezember 2001 ----- Heute wurde der Kaufvertrag für das Thüringer Landesfachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie in Hildburghausen von den beteiligten Vertragsparteien vor einem Notar in Erfurt unterzeichnet. Die endgültige Vertragswirksamkeit tritt mit der Zustimmung des Thüringer Parlaments ein, die für den 31. Januar 2002 erwartet wird. Grundlage für die Entscheidung war ein in den letzten Monaten in schwierigen Gesprächen ausgehandeltes Vertragswerk. Der Kaufpreis für 75 Prozent der Anteile an dem Landesfachkrankenhaus besteht aus Investitionszusagen und einem Zahlbetrag von knapp elf Mio €; die restlichen 25 Prozent verbleiben bei dem bisherigen Eigner, dem Freistaat Thüringen. Die Eigentumsübertragung ist per 1. Januar 2002 vorgesehen. Für das Jahr 2001 wird das Landesfachkrankenhaus voraussichtlich ein Umsatzvolumen in Höhe von 20,0 Mio € ausweisen.

Im Fachkrankenhaus Hildburghausen werden psychisch und neurologisch kranke Menschen voll- und teilstationär behandelt. Eine forensische Abteilung (Maßregel-vollzug) ist integriert. Auch bestehen Bereiche, die der Heimversorgung behinderter Menschen zugeordnet sind. Ferner werden übliche Ambulanzleistungen in Instituts-ambulanzen erbracht. Gemäß dem Thüringer Krankenhausplan entfallen von den insgesamt 272 Planbetten des Fachkrankenhauses auf den Fachbereich Neurologie 40 Planbetten, die Psychiatrie 200 Planbetten/davon 12 tagesklinische Plätze, die Kinder-/Jugendpsychiatrie 32 Planbetten/davon 4 tagesklinische Plätze. Die Zahl der Heimbewohner liegt bei 100.

Mit der Privatisierung des Landesfachkrankenhauses Hildburghausen betritt der börsennotierte Klinikkonzern aus der Rhön, dem nicht ohne Grund die Pionierrolle bei der Privatisierung von Akut-Krankenhäusern zugeschrieben wird, erneut Neu-land. Denn: Bei der Übertragung galt es, Sonderregelungen für die forensische Abteilung (Maßregelvollzug) zu schaffen, die sowohl der hoheitlichen Verantwortung des Freistaates bei der Behandlung dieser Patienten, wie auch der Autonomie des privaten neuen Trägers und seinen medizinischen Mitarbeitern und last but not least den Patienten gerecht werden muss. Derzeit umfasst die Abteilung Maßregelvoll-zugskrankenhaus 40 Behandlungsplätze speziell für straffällig gewordene Suchtkranke.

Die Lösung des Konflikts zwischen hoheitlicher und privater Funktion liegt in der gesellschaftsrechtlichen Trennung von Psychiatrie und Maßregelvollzug. Es wurde die Möglichkeit ausgeschöpft, in diesen Bereich ein Arbeitsmodell zu entwickeln, das die in der Regel nicht hoheitliche Ebene der Therapie und die hoheitliche Funktion des Staates verantwortungsmäßig trennt und gleichzeitig durch die Installation autonomer medizinisch ausgerichteter Supervision eine fachliche Brücke auf die staatlich juristische Ebene herstellt. Hierzu wird unter anderem. für das Maßregelvollzugskrankenhaus ein Supervisions- und Fachbegutachterverfahren eingerichtet.

Über die Berufung (=Vorschlag des privaten Trägers, Bestellung durch Freistaat Thüringen) und die Tätigkeiten des jeweils unabhängigen Supervisors (= therapeutisch-fachgerechte Kontrolle)und Fachgutachters wurden klare Regelungen geschaffen. Es gilt der Grundsatz, dass die Therapie nach den medizinischen/ ärztlichen Regeln erfolgt und supervidiert wird. Der Supervisor ist derjenige, der im Abstand zur Therapie aber mit genauer Kenntnis alle den hoheitlichen Bereich betreffenden Empfehlungen bestätigt oder mit einer fundierten Zweitmeinung für die staatliche Entscheinungsebene versieht. Dazu gehören auch organisatorische Maßnahmen oder Einzelmaßnahmen gegenüber Patienten, wie beispielsweise Vollzugslockerungen, Freigang, Beurlaubungen, Verlegung in die offene Unterbringung, Entlassung, die zwar auf medizinischer Basis, aber letztlich nur hoheitlich, erfolgen können. Der neue Klinik-Träger kann nach dem ausgehandelten Vertrags-werk in allen nicht hoheitlichen Funktionen autonom agieren und damit den Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und Finanzierungsfähigkeit uneingeschränkt folgen. "Letztendlich ist es unser erklärtes Ziel, durch das ausgehandelte Konzept eine neue Dimension der Qualitätssicherung im forensischen Bereich zu erreichen. Da wir uns nicht als Gefängnis mit angehängtem Krankenhaus verstehen, sondern als Kranken-haus, das im Interesse der Allgemeinheit die Sicherheit eines Gefängnisses bietet, verwenden wir im Unternehmen den Begriff 'Maßregelkrankenhaus' anstatt 'Maßregelvollzug", erklärt Joachim Manz, für den Freistaat Thüringen zuständiges Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG.

Rund 22 Mio € werden in den nächsten Jahren in einen 80-Betten-Neubau für das Maßregelkrankenhaus und die Erstellung/Sanierung der Kinder- und Jugendpsychiatrie investiert.

 

RHÖN-KLINIKUM AG
Kontakt: Dr. Irmgard Stippler
Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation
Schlossplatz 1
97616 Bad Neustadt/Saale
Telefon: (09771) 65-1321
Telefax: (09771) 65-1306
E-Mail: irmgard.stippler(at)rhoen-klinikum-ag.com