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RHÖN-KLINIKUM AG | 17.07.2002

Hauptversammlung

2001:
342.582 Patienten / Umsatz 697 Mio € / Konzerngewinn 66,1 Mio € / Eigenkapitalquote Jahresende 44,7 Prozent / Cash-Flow 109,5 Mio € 0,48 EUR je Stamm- und 0,50 EUR je Vorzugsaktie

2002:
Erstes Halbjahr – Nunmehr 28 Einrichtungen mit 7.587 Betten im Konzern / 229.342 Patienten behandelt / stichtagsbezogen 12.239 Mitarbeiter / Umsatzerlöse mit 431,9 Mio € im Rahmen der Planungen / Sonderabschreibung auf Engagement in Südafrika mit 3,2 Mio € / Konzerngewinn 28,7 Mio € / 61,0 Mio € Cash-Flow / Investitionen 119,2 Mio € / Ergebnis je Aktie von 1,10 €.

Ausblick:
Ausrichtung zukünftiger Dividendenpolitik am Unternehmensertrag / Umsatzerwartung für 2002 liegt bei 860 Mio € / Ergebnis von 66,1 Mio € Plus angepeilt / Effizienzsteigerungsprogramm wird verstärkt / Management setzt Signale mit eigener Einkommensreduzierung / Wachstumsstrategie wird fortgesetzt: Ab 1. Oktober 2002 Übernahme 342-Betten-Klinik in Pirna

Bad Neustadt a.d. Saale/Frankfurt am Main, den 17. Juli 2002 --- Auf der heutigen Ordentlichen Hauptversammlung des börsennotierten Klinikkonzerns aus der Rhön spielten die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres nur eine untergeordnete Rolle: Die wichtigsten Kennzahlen wurden bereits im Mai anlässlich der diesjährigen Bilanzpressekonferenz vorgestellt und diskutiert und können auch im Internet (www.rhoen-klinikum-ag.com) nachgesehen werden: 9% mehr Patientenbehandlungen (Vj.: 314.140 Patienten), Umsatzsteigerung um 4,2 % auf 697 (Vj.: 669,1) Mio €, Erhöhung des Konzerngewinns um 6,8 % auf 66,1 (Vj.: 61,9) Mio €, Gewinn je Vorzugsaktie 2,56 (1Vj.: 2,40) € / je Stammaktie 2,54 (Vj.: 2,38) €, kräftige Eigenkapitalquote in Höhe von 44,7 (Vj.: 41,3) %, deutliche Verbesserung des Cash-Flow auf 109,5 (Vj.:105,0) Mio €. Dem Vorschlag des Vorstands zur Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,48 (Vj.: 0,40) € je Stammaktie auf 17.280.000 Stammaktien (= 8.294.400 €) und von je 0,50 (Vj.: 0,42) € je Vorzugsaktie ohne Stimmrecht auf 8.640.000 Vorzugsaktien (= 4.320.000 €) stimmte die Hauptversammlung zu.
Erstes Halbjahr 2002
Wie in den Vorjahren legte die RHÖN-KLINIKUM AG zur Hauptversammlung den Halbjahresbericht 2002 vor. Mit den im Jahr 2001 erworbenen Kliniken in Frankfurt (Oder), Nienburg/Hoya/Stolzenau, Wiesbaden (Aukammklinik) und dem Fachkrankenhaus in Hildburghausen zählen seit Jahresbeginn in Deutschland nunmehr 28 Einrichtungen mit insgesamt 7.587 Betten zur RHÖN-KLINIKUM Gruppe. Im ersten Halbjahr 2002 wurden in den Konzernkliniken 229.342 Patienten behandelt. Seit dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2001 (= 9.432 Mitarbeiter) erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter auf 12.239.
Der Vorstandsvorsitzende, Eugen Münch, legte in seiner Grundsatzrede dar, dass und in welcher Form veränderte gesellschaftliche Wertorientierung und Verhaltensmuster die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter beeinflussen. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung mit ausufernden Forderungen aus dem Mitarbeiter- und Gewerkschaftssektor (Beispiel: der zwischenzeitlich beendete Arbeitskampf in Attendorn) einerseits und die in der Gesellschaft verbreitete Ansicht, dass Erfolg nicht zwingend eine Folge der Leistung sei, wirken auch auf den Konzern. Münch zeigte auf, dass das 18-jährige ununterbrochene Wachstum bei Umsatz und Ertrag teilweise zu aufkeimendem Effizienzverlust geführt hat, so dass man im ersten Quartal 2002 den eigenen Ertragsansprüchen nicht gerecht werden konnte.
Die im ersten Halbjahr erreichten Umsatzerlöse in Höhe von 431,9 (Vj.: 346,6) Mio € liegen im Rahmen der Konzernplanungen. Das Ergebnis für das zweite Quartal 2002 in Höhe von 13,8 (Vj.: 16,2) Mio € lässt positive tendenzverändernde Erfolge erkennen, weil darin als Sondereinfluss die Abschreibung des Engagements in Südafrika in Höhe von 3,2 Mio € enthalten ist. Ohne diese Sonderabschreibung würde das vorjährige Ergebnis des zweiten Quartals leicht übertroffen. Die im Ergebnis des ersten Quartals 2002 mit einem Minus in Höhe von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1. Qu. 2002 = 14,8 Mio € / 1. Qu. 2001 = 16,7 Mio €) ausgedrückte Negativtendenz konnte mit dem massiv eingeleiteten Programm zur Effizienzsteigerung aufwärtsgerichtet werden.
"Bei Betrachtung des gesamten Halbjahresergebnisses 2002 in Höhe von 28,7 (Vj.: 32,9) Mio € wird die positive tendenzielle Veränderung nicht so deutlich", so Eugen Münch. "Um die intern gesetzte Ziellinie des Vorjahres-Ergebnisses zu erreichen – also ein Ergebnis von 66,1 Mio € PLUS, sehen wir noch einen Aufholbedarf für das zweite Halbjahr 2002."
Im Vorfeld der vieldiskutierten DRG-Einführung (Diagnosis Related Groups) im deutschen Krankenhausbereich, einem Bewertungssystem, welches den Fall und nicht die Verweildauer bewertet, setzt sich in allen Bereichen der generelle Trend zu Fallzahlsteigerungen bei kürzer werdenden Verweildauern fort. Im Berichtszeitraum sind die erzielten Fallerlöse von € 2.047 auf € 1.883 zurückgegangen, da der Konzern im Blick auf die zukünftige "Zählweise" über die bezahlten Budgets arbeitet (Es werden mehr Fälle behandelt als bezahlt werden, was einer Investition in den Markt von morgen entspricht.). Die im Konzern überproportional gestiegenen Personal- und Sachkosten je Fall sind hauptsächlich auf die noch nicht gehobenen Reserven in den neu übernommenen Betrieben zurückzuführen und sind somit als "normal" anzustufen, zum geringeren Teil basieren sie auf Strukturen in Altbetrieben. Die mit Nachdruck eingeleiteten Effizienzsteigerungsprogramme werden die eingeleitete Trendumkehr verstärken.
Die im ersten Halbjahr 2002 nach wie vor hohe Investitionsaktivität von 119,2 (Vj.: 32,7) Mio € wurde aus freier Liquidität, einem Cash-Flow von 61,0 (Vj.: 52,1) Mio € und Kreditaufnahmen von 64,9 Mio € finanziert.
Ausblick
Um der hyperspekulativen Kursbeeinflussung durch Überhitzung oder Depression an den Märkten und dem damit verbundenen enormen Vertrauensverlust an den Aktienmärkten entgegenzuwirken, beabsichtigt der Vorstand, zukünftig die Dividendenpolitik stärker am Unternehmensertrag auszurichten. Die stärkere Erfolgsbindung der Ausschüttung hätte eine verstärkte Finanzierung des Wachstums über Kapitalerhöhungen zur Folge, weil weniger freie Mittel im Unternehmen verblieben. "Für den Vorstand ist das natürlich aufwendiger als möglichst alles aus einbehaltenen Erträgen zu finanzieren", so Eugen Münch abschließend. "Wir versprechen uns allerdings davon, dass das Gefühl und das Vertrauen der Anteilseigner für das Unternehmen durch die für Kapitalerhöhungen notwendige Kommunikation gestärkt und verbessert werden."
Die Konzernleitung peilt für das Gesamtjahr 2002 ein Umsatzvolumen in Höhe von 860 Mio € an und geht davon aus, dass es ihr gelingt, im Jahr 2002 das Vorjahresergebnis in Höhe von 66.1 Mio € zu übertreffen. Um diese Zielsetzung zu unterstreichen und um ein Zeichen zu setzen, wurden die Einkommen der Führungsebene ab dem 1. Juli 2002 um 10 % aus eigenem Antrieb reduziert – mit einer Gesamtauswirkung in Höhe von ca. 660.000 €; für den Fall der Nichterreichung des Ziels wurde ein ebenfalls freiwilliger Sonderverzicht auf Tantiemen im Gegenwert von ca. 980.000 Euro als deutliches Zeichen für den Durchsetzungswillen nach innen und außen vereinbart.
Strukturstraffung und Effizienzsteigerung werden eine über das Jahresergebnis hin-ausgehende Bedeutung haben, weil die erheblich gestiegenen Anfragen an das Unternehmen und eingeleitete Privatisierungsverfahren eine beachtliche Verstärkung erfahren. Bei zunehmendem Privatisierungsprozess wird es darauf ankommen, Übernahmen nach optimalen Bedingungen zu starten; die Basis dafür müssen hocheffiziente Strukturen in dem übernehmenden Konzern selbst sein. Die RHÖN-KLINIKUM AG hat einen erheblichen Effizienzabstand zu Konkurrenten und will diesen ausbauen. Es wird in den nächsten Jahren nicht zuletzt auch wegen der begonnenen Diskussionen über die Zulässigkeit der Übernahme von Defiziten in Krankenhäusern der Öffentlichen Hand, mit erheblichen Wachstumschancen gerechnet.
Die Übernahme der 342-Betten-Klinik in Pirna zum 1. Oktober 2002 dokumentiert die Fortsetzung der Wachstumspolitik.


 

RHÖN-KLINIKUM AG
Kontakt: Dr. Irmgard Stippler
Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation
Schlossplatz 1
97616 Bad Neustadt/Saale
Telefon: (09771) 65-1321
Telefax: (09771) 65-1306
E-Mail: irmgard.stippler(at)rhoen-klinikum-ag.com