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RHÖN-KLINIKUM AG | 15.07.1998

Hauptversammlung 1998

1997: Wachstumsqualität erneut unter Beweis gestellt / Deutliche Umsatzerhöhung / Überproportionale Steigerung von Cash-Flow und Jahresüberschuß / Kostensenkungsprozeß verstärkt / Umweltbericht / Erhöhte Dividende plus einmalige Bonuszahlung / Gratisaktien für Mitarbeiter
1998: Halbjahresergebnisse zufriedenstellend / Erneutes Wachstum im Konzern / Patientenzahl stieg im ersten Halbjahr auf über 91.000 / Belegung der Reha-Einrichtungen auf niedrigerem Niveau stabilisiert / Insgesamt über 5.600 Mitarbeiter
Ausblick: Hauptversammlung diskutiert zukunftsträchtige Beschlußanträge / Umstellung der Aktien auf Stückaktien beschlossen / Zukunftssicherung durch internes und exogenes Wachstum / Forschung und Entwicklung / Personalentwicklungsmaßnahmen

Bad Neustadt a.d. Saale/Frankfurt am Main, 15. Juli 1998 ----- Auf der heutigen Hauptversammlung in Frankfurt konnte der Klinikkonzern aus der Rhön seinen Aktionären wiederum überaus erfreuliche Jahresergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr 1997 präsentieren und bereits die Halbjahresergebnisse 1998 vorlegen, die erneutes Wachstum dokumentieren.
Wie Eugen Münch, Vorstandsvorsitzender der RHÖN-KLINIKUM AG den anwesenden Aktionären erläuterte, konnten 1997 die Konzern-Umsatzerlöse um 10 % auf 866 (Vj.: 792,6) Mio. DM gesteigert und der Konzern-Jahresüberschuß um 20 % auf 56,1 (Vj.: 46,6) Mio. DM angehoben werden. Das DVFA-Ergebnis erhöhte sich ebenfalls um 20 % auf 74,1 (Vj.: 61,8) Mio. DM - und zwar bereinigt um Sondereinflüsse. Damit erzielte das börsennotierte Krankenhausunternehmen seit 1994 - trotz der einschneidenden Maßnahmen im Gesundheitswesen - jährlich zweistellige Zuwachsraten. Die Eigenkapitalrendite wurde von 16,4 auf 16,9 Prozent verbessert.
Das vorgelegte Ergebnis wurde erreicht, obwohl die in den Vorjahren neu errichteten und erweiterten Krankenhäuser inzwischen fast alle die Kapazitätsgrenze erreicht haben und die Herzzentren in den westlichen Bundesländern generell an einer Marktsättigung angekommen sind. Die erfreuliche Entwicklung sei vorrangig engagierten und motivierten Mitarbeitern zu verdanken, die sich besonders in den Brennpunkten der Veränderung bewähren mußten, und deren Verantwortungsbewußtsein patientenorientiertes Qualitäts- und straffes Kostenmanagement überhaupt erst ermöglichen, so Münch.
Wie im Vorjahr wurde rechtzeitig zur Hauptversammlung auch der Umweltbericht für das Vorjahr erstellt und steht auf Anfrage zur Verfügung.
Die Aktionäre begrüßten die um jeweils 0,10 DM gestiegene Dividende von je DM 1,45 je Stammaktien sowie DM 1,55 je Vorzugsaktie zuzüglich eines einmaligen Bonus von DM 0,50 je Aktie. Mit der erhöhten Dividende löste der Vorstand sein auf der letztjährigen Hauptversammlung gegebenes Versprechen ein, sich im 25jährigen Jubiläumsjahr des Stammhauses in Bad Neustadt etwas 'Besonderes' für die Aktionäre einfallen zu lassen. An Mitarbeiter des Konzerns werden aus Anlaß des '25jährigen' - statt einer sogenannten 'Jubelfeier' - Gratisaktien ausgegeben. Die notwendige Stückzahl (rd. 11.000) wurde bereits erworben; die Zuteilung erfolgt unter Berücksichtigung der jeweiligen Konzernzugehörigkeit und ist steuerfrei.

Zufriedenstellende Halbjahresergebnisse 1998

Mit dem pünktlich zur Hauptversammlung fertig gestellten Halbjahresbericht dokumentiert der Klinikkonzern die Solidität seiner Prognosen und legt ein Ergebnis vor, das einerseits im Bereich des Standortes Bad Neustadt die anhaltende Reha-Krise und damit noch Anpassungsdruck zeigt, andererseits sehr erfreuliche Entwicklungen bei einigen Konzerntöchtern sichtbar werden läßt.
Das Wachstumspotential bei den zum Jahresende 1997 zum Klinikkonzern gehörenden Krankenhäusern war begrenzt, da diese bereits im Vorjahr nahe an der Kapazitätsgrenze ausgelastet waren. Dennoch stiegen im Konzern die Umsatzerlöse um 7 % auf 458,7 (1. Hj. 1997: 428,6) Mio. DM, und das operative Ergebnis vor Ertragssteuern verbesserte sich um 6 % auf 67 Mio. DM. Die Abweichung der Ergebnisentwicklung von der Umsatzentwicklung beruht im wesentlichen auf anlaufbedingten Aufwendungen des kürzlich in der Zentralklinik Bad Berka in Betrieb genommenen neu erbauten Westtraktes, in dem unter anderem das neue PET-Zentrum und das neue Zentrum für Querschnittgelähmte untergebracht sind. Durch Wegfall von Pflegesatzrisiken aus Vorjahren war eine Rückstellungsauflösung in Höhe von DM 16,8 Mio. DM veranlaßt. Unter Berücksichtigung dieses Einmaleffektes ist das Ergebnis vor Ertragssteuern im ersten Halbjahr 1998 um 32 % auf 83,8 Mio. DM gestiegen.
Um 6.806 (16 %) stieg im ersten Halbjahr 1998 die Anzahl der stationär und teilstationär in den Konzernkliniken behandelten Patienten auf 49.290 (1. Hj. 1997: 42.484); insgesamt wurden 91.184 ( 1. Hj. 1997: 83.578) ambulant und stationär behandelt. Mehrere Einflußfaktoren waren ursächlich, unter anderem die Konsolidierung der zum Ende des Geschäftsjahres 1997 erworbenen Klinik am Reinhardsberg, Waltershausen-Friedrichroda, einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung, die 4.139 Patienten behandelte. Die bereits im Vorjahr nahe der Kapazitätsgrenze ausgelasteten Krankenhäuser konnten durch Senkung der Verweildauer nochmals mehr Patienten als im Vorjahr behandeln. Eine deutliche Steigerung ihrer Auslastung konnte im ersten Halbjahr '98 die im Rehabilitationsbereich tätige Soteria-Klinik in Leipzig erzielen.
Durch die erwarteten Rückgänge im Rehabilitationsbereich liegen sowohl Umsatzerlöse und operatives Ergebnis bei der RHÖN-KLINIKUM AG jeweils um ein Prozent niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatzrückgang bei den Rehabilitationskliniken um 1,2 Mio. DM resultiert aus der bereits öffentlich diskutierten Betriebseinstellung von zwei Kliniken, die im ersten Halbjahr 1997 noch Erlöse erzielten. Die bestehenden Einrichtungen haben sich insgesamt auf niedrigem Belegungsniveau stabilisiert.
Stichtagsbezogen zum 30. Juni 1998 waren im Konzern 5.664 (1. Hj. 1997: 5.224) beschäftigt. Die Erhöhung der Mitarbeiterzahl ergibt sich aus der zunehmenden Kapazitätsauslastung im Akutbereich der Konzernkliniken und der Übernahme der Klinik am Reinhardsberg, Waltershausen-Friedrichroda.

Ausblick

Als konsequente Folge der von der Hauptversammlung beschlossenen Umstellung auf die Stückaktie soll im nächsten Jahr ein Aktiensplitting - einschließlich Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln - durchgeführt werden, um in etwa auf die Relation 1 Stück : 1 Euro zu kommen. Der Vorstand geht davon aus, daß dieses Verfahren möglich ist, weil die Ergebnisentwicklung dies rechtfertigt und außerdem - als Mittel der Kurspflege - durch die deutliche optische Verbilligung der Aktie neue Kurschancen für die Aktionäre entstehen. "Die Einführung des Euro als Zahlungsmittel wird für uns positiv sein, weil unsere Leistungsfähigkeit und unsere Preiswürdigkeit mit einer einheitlichen Währung wesentlich besser darstellbar ist. Es könnte sein, daß der eine oder andere Wettbewerber - indirekt - bei erhöhter Vergleichbarkeit unter Druck gerät", so Münch und berichtete über die geplante Unternehmensentwicklung und den Stand der zahlreichen Verhandlungen und Angebote zwecks Übernahmen.
Für das zweite Halbjahr 1998 will der Klinikkonzern ein Umsatzvolumen in Höhe von 950 (1997: 866) Mio. DM - bei proportionaler Erhöhung von Ertrag und Jahresüberschuß - realisieren. Bei dem erwarteten Zuwachs wurde die voll integrierte Klinik am Reinhardsberg, Waltershausen-Friedrichroda, sowie die für das zweite Halbjahr sehr wahrscheinliche Konsolidierung der übernommenen Klinik Herzberg-Osterode berücksichtigt. Anhand der zwei 'Neuzugänge' erläuterte Münch das konzerneigene zukunftsträchtige Konzept für Grund- und Regelversorgungskliniken, das geeignet ist, preisgünstig flächendeckend die Versorgung zu garantieren bei gleichzeitiger Anhebung der qualitativen Versorgungsleistung, und das - last but not least - die Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt durch Sicherung der im öffentlichen Dienst erworbenen Versorgungsansprüche. Derzeit wird über eine Fülle von Neuprojekten verhandelt, über die jedoch konkret erst bei Vertragsunterzeichnung berichtet werden wird.
Internes Wachstum erwartet die Konzernspitze durch weitere strukturelle und organisatorische Maßnahmen innerhalb bestehender Kliniken und durch gezielte Förderung von Forschung und Entwicklung.
Bei der Zentralklinik Bad Berka wurde im Juni '98 mit Eröffnung des Westflügels neben einer fachübergreifenden Zentraldiagnostik, einem Ganzkörper-Positronen-Emissons-Tomographen (PET) eine Abteilung mit 66 Betten für Querschnittsgelähmte und eine Low-Care-Station in Betrieb genommen. Insgesamt wird hier mit einer sukzessiven Auslastung gerechnet. Am Beginn einer Reihe von Baumaßnahmen steht bei der Klinik am Reinhardsberg in Waltershausen-Friedrichroda die Errichtung eines neuen Bettenhauses. Erweiterungsinvestitionen gibt es auch bei der DKD Stiftung Deutsche Klinik für Diagnostik in Wiesbaden.
Die von Münch vorgetragene Liste der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erzielte im Plenum volle Aufmerksamkeit: Über die weltweit erste roboterunterstützte Bypass-Operation und die in diesem Zusammenhang laufenden Forschungen am Herzzentrum Leipzig - Universitätsklinik wurde bereits ausführlich in den Medien berichtet. In Bad Berka hat die Arbeit mit dem neuen Ganzkörper-Positronen-Emissions-Tomographen (PET) begonnen, daneben gibt es enorme Fortschritte in der minimal-invasiven Wirbelsäulenchirurgie. In Wiesbaden wurde das tagesklinische Konzept unter wissenschaftlicher Begleitung weiterentwickelt und es laufen Entwicklungen in minimal-invasiver Bauchchirurgie. Bad Neustadt zählt zu einem anerkannten Schwerpunkt der Herzklappenchirurgie. Die Klinik für Herzchirurgie in Karlsruhe gilt inzwischen als Spezialist für die Implantation von Kunstherzen. In der Klinik für Handchirurgie wurde gemeinsam mit einem Spezialisten aus Sydney eine Prothese für das Ellen-Speichengelenk entwickelt, die weltweit eine dreijährige klinische Testphase erfolgreich bestanden hat.
Gemeinsam mit der Universität Bayreuth wurde ein Diplomstudiengang "Gesundheitsökonomie" entwickelt; das Projekt wird sowohl von der RHÖN-KLINIKUM AG als auch von der Techniker Krankenkasse finanziell unterstützt. Das bundesweit einmalige Konzept hat zum Ziel, betriebswirtschaftliches und volkswirtschaftliches Know-how mit medizinischen Kenntnissen zu verknüpfen. Die ersten Studenten werden im Herbst das Studium aufnehmen. Das Programm sieht die bevorzugte Integration von Absolventen im Unternehmen vor.

RHÖN-KLINIKUM AG
Kontakt: Dr. Irmgard Stippler
Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation
Schlossplatz 1
97616 Bad Neustadt/Saale
Telefon: (09771) 65-1321
Telefax: (09771) 65-1306
E-Mail: irmgard.stippler(at)rhoen-klinikum-ag.com