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RHÖN-KLINIKUM AG | 28.04.2003

Blianzpressekonferenz in Frankfurt/Main

Jahresergebnisse 2002
· Nahezu Punktlandung im Vergleich zu Zielaussagen
· Umsatzsteigerung um 26,2 % auf 879,5 Mio
· Insgesamt 473.775 Patientenbehandlungen in den Konzernkliniken
· Operativer Cash-Flow stieg um 20 % auf 131,3 Mio €
· Konzerngewinn um 2 % auf 67,4 Mio € gestiegen

Erstes Quartal 2003
· Deutliche Steigerung gegenüber Vergleichszeitraum des Vorjahres
· Umsatzerlöse mit + 9,6% in Höhe von 233,2 Mio € realisiert
· Insgesamt 128.311 Patientenbehandlungen in den Konzernkliniken
· Operativer Cash Flow stieg um 14,3 % auf 32,0 Mio €
· Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 24,6 % auf 0,71 €

Ausblick auf weitere Entwicklung in 2003 ... und mehr
· Weiterhin rückläufige Entwicklung bei Fallerlösen muss mit
Kostenstraffungsprogramm kompensiert werden
· Tele-Portal-Klinik wird zügig umgesetzt
· Umsatzerwartung – ohne weitere Akquisitionen - liegt bei 924 Mio €
· Ergebnisziel von über 70 Mio € ist erreichbar

Bad Neustadt a.d. Saale/Frankfurt am Main, den 7. Mai 2003 ----- Auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main konnte der Vorstand des börsennotierten Klinikkonzerns aus der Rhön nach dem ereignisreichen Geschäftsjahr 2002 durchaus eine positive Bilanz ziehen. Es ist dem Unternehmen wieder gelungen, der seit 1988 ununterbrochenen Serie der Erfolgsjahre ein weiteres hinzuzufügen.

Die unerwartet schwächere Entwicklung zu Beginn des Jahres 2002 löste beim Management und in der Folge bei der Belegschaft heftige Anstrengungen aus, um den Negativtrend zu drehen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auch in der Integration der per Jahresbeginn 2002 erworbenen sechs Kliniken – das Klinikum Frankfurt(Oder), die drei Krankenhäuser des Landkreises Nienburg, das Landesfachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Hildburghausen und die Aukammklinik in Wiesbaden.

Die Fortsetzung der Akquisitionstätigkeit führte während des Geschäftsjahres weiterhin zur Übernahme des Krankenhauses Pirna zum 1. Oktober 2002 und des Krankenhauses Dohna-Heidenau zum 1. Januar 2003.

Aktuell gehören 29 Kliniken mit insgesamt 8.055 Betten an 21 Standorten in acht Bundesländern zum RHÖN-KLINIKUM Konzern.

Nahezu Punktlandung im Vergleich zu den Zielaussagen

Anknüpfend an die letzten zwei Jahre erfolgte die Rechnungslegung nach den Vorschriften der International Accounting Standards (IAS). Damit steht den Anlegern eine auch international vergleichbare Grundlage für die Bewertung des Konzerns und seiner Leistungen zur Verfügung.

Um 26,2 Prozent stiegen die Umsatzerlöse auf 879,492 (Vj.: 697,013 ) Mio €. Die in 2002 übernommenen Kliniken hatten am Wachstum einen Anteil von 83,6 Prozent, auf das interne Wachstum der anderen Kliniken entfallen 16,4 Prozent. Die Umsatzerlöse je Fall reduzierten sich wegen gesetzlicher Erlösbegrenzungen von 2.035 € auf 1.856 je Fall. In 2002 wurden in den Einrichtungen des Konzerns bei einer Steigerung um 38 Prozent insgesamt 473.775 (Vj.: 342.582) Patienten behandelt.

Die Gesamtinvestitionen (nach Abzug von Fördermitteln nach KHG) des Konzerns beliefen sich auf 168,3 (Vj.: 87,1) Mio €, davon 85,5 Mio € im Rahmen von Krankenhausübernahmen. Die Refinanzierung von Klinikerwerben wurden vor dem Hintergrund der aktuellen Zinssituation und der Höhe des eigenen Cash-Flows teilweise mit der Aufnahme kurzfristiger Kredite finanziert. Dadurch ist die Nettoverschuldung auf 246,0 (Vj.: 196,0) Mio € angestiegen, liegt aber mit einer Relation zum Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 1,4 (Vj.: 1,3) noch sehr günstig. Die Sachanlagen erhöhten sich um 103,8 Mio € (+16,9%) von 614,1 Mio € auf 717,9 Mio €. Die Eigenkapitalquote ist auf 42,8 (Vj.: 44,7) Prozent zurückgegangen. Der operative Cash-Flow stieg um 19,9 % auf 131.3 (Vj.: 109.5) Mio €. „Wir sehen uns für weiteres Wachstum gut gerüstet“, so Manfred Wiehl, Finanzvorstand der RHÖN-KLINIKUM AG.

Der Materialaufwand entwickelte sich unterproportional und lag bei 211.7 (Vj.: 172.5) Mio €; die Materialquote konnte von 24,7 % auf 24,1 % gesenkt werden. Überproportional erhöhte sich der Personalaufwand auf 456,1 (Vj.: 340,1) Mio €, damit erhöhte sich die Personalquote von 48,8% im Vorjahr auf 51,9%. Dies ist darauf zurückführen, dass in den neu zum Konzernkreis zählenden Kliniken zwar erste Optimierungserfolge der Personal- und Ablaufstrukturen erzielt werden konnten, aber sich die Anpassung erfahrungsgemäß über einen längeren Zeitraum hinweg vollzieht. Straffes Kostenmanagement wird auch hier in künftigen Geschäftsjahren noch Ergebnisreserven ausschöpfen können.

Der Konzerngewinn stieg um 1,3 Mio € bzw. 2,0% auf 67,4 (Vj.: 66,1) Mio €. Damit wurde die vom Vorstand anlässlich der Hauptversammlung genannte Zielmarke, nämlich „das Vorjahresergebnis in Höhe von 66,1 Mio € zu übertreffen“, erreicht. Der Gewinn je Vorzugsaktie liegt bei 2,62 (Vj.: 2,56) €, je Stammaktie bei 2,60 (Vj.: 2,54) €.

Stichtagsbezogen wurden am 31. Dezember 2001 im Konzern 12.852 (Vj.: 9.432) Mitarbeiter beschäftigt.

Erstes Quartal 2003:
Deutliche Steigerung gegenüber Vergleichszeitraum des Vorjahres

Auch die Zwischenberichte werden nach den Vorschriften der International Accounting Standards (IAS) erstellt.

Die Einrichtungen des RHÖN-KLINIKUM Konzerns konnten im ersten Quartal 2003 mit einem Zuwachs in Höhe von 20,4 Mio € (+ 9,6 %) Umsatzerlöse in Höhe von 233,2 (Vj.: 212,8) Mio € realisieren. Das Ergebnis des ersten Quartals erreichte 18,4 (1.Q 2002: 14,8) Mio €. „Zum Ergebnisanstieg, der im Wesentlichen eine Folge unserer Kostensenkung ist, trugen nahezu alle Konzernkliniken bei“, so Manfred Wiehl, Finanzvorstand der RHÖN-KLINIKUM AG.

Es wurden insgesamt – nach Abzug von Fördermitteln nach KHG – 19,3 (1 Q 2002: 98,4) Mio € investiert, davon entfielen 2,5 Mio € auf die Neuerwerbung Dohna-Heidenau. Der Materialaufwand stieg um 10,5 % auf 57,8 (1. Q 2002: 52,3) Mio €; die Materialquote beträgt damit 24,8 (1. Q 2002: 24,6) Prozent. Der Personalaufwand stieg um 9% auf 120,7 (1.Q 2002: 110,7) Mio €; die Personalquote beträgt somit 51,8 (Vj.: 52,0) Prozent. Der operative Cash-Flow erhöhte sich um 14,3 % auf 32,0 (1. Q 2002: 28,0 ) Mio €. Das langfristige Vermögen in Höhe von 758,1 (1 Q 2002: 719,4) Mio € ist zu 95,3 (1 Q 2002: 91,6)Prozent durch Eigenkapital bzw. langfristiges Fremdkapital in Höhe von 722,3 (1. Q 2002 658,8) Mio € gedeckt. Im verbesserten Finanzergebnis spiegelt sich der gestiegene Cash-Flow wider, was zur Verbesserung der Verschuldung im lang- und kurzfristigen Bereich führte.

Im ersten Quartal wurden 128.311 (1 Q 2002: 114.403) Patienten in den Einrichtungen des Konzern behandelt (= +12%). Der Anstieg resultiert mit 6.674 Fällen aus den Neuerwerbungen Pirna und Dohna-Heidenau und mit 7.234 Fällen aus Steigerungen der seit längerem zum RHÖN-KLINIKUM Konzern gehörenden Kliniken.

Am 31. März 2003 waren im Konzern 13.005 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Ausblick auf weitere Entwicklung in 2003 ... und mehr

Offensiv sprach Eugen Münch, Vorstandsvorsitzender der RHÖN-KLINIKUM AG, die unterschiedliche Position bezüglich der vom Unternehmen abgegebenen Erklärung zum Corporate Governance Kodex nach §161 AktG von Vorstand und Aufsichtsrat des Konzerns gegenüber der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC an. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft weist mit einer nicht einschränkenden aber wertenden Ergänzung in ihrem Testat darauf hin, dass die Annahmeerklärung für den Kodex auf das Jahr 2002 beschränkt sei. „Aber wir sahen keine Notwendigkeit, den mit Mängeln behafteten Kodex, der selbst von Weiterentwicklung spricht, unbesehen mit einer Blanko-Erklärung auf unbestimmte Zeit abzuhandeln. Wir sind der Meinung, dass eine solche Feststellung nicht in das Testat - und schon gar nicht in wertender Form - gehört. Die Wirtschaftsprüfer sind, so ihre Erklärung, einem Handlungsentwurf des IDW gefolgt, das diese Lesart offenbar im Einvernehmen mit dem Justizministerium empfiehlt, obwohl der Gesetzestext keine jahresübergreifende Erklärung verlangt. Im Übrigen habe der Vorstand Anfang des Jahres die erneute Anwendung des Kodex beschlossen und der Aufsichtsrat habe dies für die Sitzung am 15.7.2003 auf der Agenda“, erklärte Münch.

Mit seinem Statement zum politischen und wettbewerblichen Umfeld erinnerte Münch eindringlich an den Lösungsbedarf aufgrund der Beitrags-/Kosten-Deckungslücke im Gesundheitswesen, schwerpunktmäßig hervorgerufen durch einerseits die kontinuierlich sinkende Beitragsbasis bei andererseits ebenso kontinuierlichem Anstieg der nachgefragten Leistungsmenge um 1,5-2,5%, die durch Alterung der Bevölkerung entsteht. Er geht von entstehenden bzw. sich verlängernden Warteschlangen bei elektiven Behandlungen in deutschen Krankenhäusern aus. Die zu ziehende unternehmerische Konsequenz für den RHÖN-KLINIKUM Konzern sei ein neuartiges Rationalisierungsmodell, mit dem zusätzliche preiswerte Kapazitäten gewonnen werden, die zur Marktverbreiterung eingesetzt werden können.

Im Konzern wird als preiswertes, dabei höchsten Qualitätsansprüchen genügendes Versorgungskrankenhaus die Tele-Portal-Klinik-Konzeption mit erhöhtem Tempo vorangetrieben. Sie bietet mit der Verlängerung der Prozessketten über mehrere Krankenhausstufen und der kooperativen Verbindung zur Facharztebene vor Ort im teilstationären, tagesklinischen Betrieb ein erhebliches Rationalisierungspotential schöpfen. Damit ist dieses Konzept eine ideale Eingangspforte (Portal) für Großkliniken und kann für weniger dicht besiedelte Gebiete eine ansonsten nicht mehr rentable Versorgung sichern.

Das Modell ist natürlich mit beachtlichen, aber stark standardisierten Investitionen an neuen und alten Standorten verbunden, weil nur so die Rationalisierungsvorteile gehoben werden können. Es eröffnet aber gleichzeitig eine im Rahmen des gedeckelten und budgetierten Systems kaum mehr vorhandene Möglichkeit zu internem Wachstum. Die Entwicklung wird wegen der öffentlichen Investitionshemmung den Privatisierungsdruck, der bereits heute besteht, erheblich weiter erhöhen.

„Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern im System betrachten wir uns als zwar von den politischen Entwicklungen beeinflusst, sehen uns jedoch aufgrund unserer Leistungsfähigkeit und -aufstellung im Wettbewerb begünstigt, weil das Gesetz des Handelnden auf unserer Seite ist“, zog Münch das Fazit.

„Neben einer enormen Zunahme von zur Privatisierung angebotenen Landkreis-Versorgungskliniken, bei denen wir mit dem Tele-Portal-Konzept eine optimale Ausgangsposition haben, kommen jetzt zunehmend die sehr großen Krankenhausträger unter Privatisierungsdruck. Wir werden solche Angebote prüfen und dann in die Verhandlungen einsteigen, wenn wir glauben, dass die Umstrukturierungsprobleme lösbar sind. Die Erfahrung zeigt, dass mit der Größe die Gewerkschaftsbindung steigt und damit häufig eine Ideologisierung der Mitarbeiter einhergeht, die besonders hohe Veränderungshürden erwarten läßt.“

„Die Ergebnis-Prognose in Höhe von über 70 Mio € von Herrn Wiehl für 2003 halte ich in Anbetracht unseres Trainingszustands für erreichbar und glaube, dass wir, gerade durch die Lernkurve des vergangen Jahres auch für außerordentliche Wachstumsanforderungen, bestens gewappnet wären“, erklärte Münch abschließend.
RHÖN-KLINIKUM AG
Kontakt: Dr. Irmgard Stippler
Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation
Schlossplatz 1
97616 Bad Neustadt/Saale
Telefon: (09771) 65-1321
Telefax: (09771) 65-1306
E-Mail: irmgard.stippler(at)rhoen-klinikum-ag.com