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Qualität

Unser Qualitätskonzept: „Gute Medizin sichtbar und planbar machen“

Hohe medizinische Qualität darf kein Zufall sein, denn: Jeder Patient hat Anspruch auf optimale medizinische Versorgung und das an jedem Tag – rund um die Uhr.

Dies ist die zentrale Leitlinie unseres medizinischen Qualitätsmanagements. Um sie im Klinik-Alltag umzusetzen, bauen wir nicht nur auf die klassische Qualitätssicherung, sondern folgen einem ganzheitlichen Ansatz: Deswegen sind auch Medizincontrolling, Krankenhaushygiene sowie Wissens- und Informationsnetzwerke tragende Bestandteile unseres konzernweiten Qualitätsmanagements. Im beständigen Austausch dieser benachbarten Disziplinen entsteht ein stabiles und tragfähiges System: unser Qualitätskonzept.

Wir verstehen Qualitätsmanagement als Daueraufgabe, der wir uns bewusst und gerne stellen. Es ist unser kontinuierlicher Anspruch, die Qualität der Versorgung weiter zu steigern. Daran wollen wir uns messen lassen.

In unserem jährlichen konzernweiten Qualitätsbericht sowie in den Berichten unserer Kliniken machen wir die Wirklichkeit hinter diesem Anspruch transparent.

Qualitätskonzept

Das Fundament: Qualität baut auf Wissen

Das Fundament: Qualität baut auf Wissen

Das in jeder unserer Kliniken vorhandene Fachwissen soll allen unseren Patienten zugute kommen. Deswegen haben wir Netzwerke aufgebaut, die den konzernweiten Informationsaustausch verbessern: Zusätzlich zu unseren fachspezifischen Qualitätszirkeln, die primär mit Chefärzten der einzelnen Kliniken besetzt sind, haben wir fachübergreifende konzernweite Projektgruppen eingerichtet, in denen Spezialisten aus aller Bereiche und Ebenen ihr Fachwissen einbringen.

Aufgaben dieser regelmäßig tagenden Expertengremien sind unter anderem:

  • fachbezogene Qualitätsindikatoren weiterzuentwickeln,
  • Best Practice-Empfehlungen für medizinische Abläufe abzugeben und konzernweite Standards zu etablieren sowie
  • Entwicklungen in der medizinischen Versorgung aus fachspezifischer Sicht zu erkennen und zu bewerten.

Säule 1: Klassisches Qualitätsmanagement – bestmögliches Ergebnis und reibungslose Abläufe im Fokus

Säule 1: Klassisches Qualitätsmanagement – bestmögliches Ergebnis und reibungslose Abläufe im Fokus

Wir streben für jeden unserer Patienten den größtmöglichen Behandlungserfolg an. Darum legen wir im klassischen Qualitätsmanagement unser Hauptaugenmerk auf die medizinische Ergebnisqualität. Wir messen sie quartalsbezogen anhand von 59 konzerneinheitlichen Qualitätsindikatoren – davon 45 aus dem Verfahren nach § 137 SGB V (BQS-Verfahren) und 14 aus DRG-Daten, d. h. aus Daten, die zur Abrechnung erhoben werden (z. B. Diagnosen, Prozeduren, Verweildauer) und damit eine objektive Grundlage für die Qualitätsbeurteilung medizinischer Leistungen darstellen. Deshalb werden wir diese Basis unserer Qualitätssicherung weiter ausbauen und erarbeiten darüber hinaus ein konzerninternes Benchmarking auf Basis von Routinedaten: Wir entwickeln in enger Abstimmung mit den Chefärzten unserer Kliniken Indikatorensets ständig weiter, die wir in 2008 zudem um weitere Kennzahlen zur Patientensicherheit und aus den Projekten des Bundesverband Deutscher Privatkliniken e. V. (BDPK) und dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) erweitern werden.

Beim Umgang mit Kennzahlen sind „harte“ Ergebnisdaten von sogenannten „hinweisenden Indikatoren“ zu unterscheiden:

Erstere geben direkt, ohne weitere Erläuterung, über die Ergebnisqualität eines Bereichs Auskunft (z. B. Mortalitätsraten) – auch im Rahmen eines Rankings oder Benchmarkings. Voraussetzung ist eine weitestgehend konkretisierte Fragestellung bzw. eine angemessene Risikoanpassung.

Zur Verbesserung medizinischer Abläufe sind die Ergebnisdaten allerdings weniger geeignet: Schließlich sagt eine erhöhte Mortalitätskennziffer einer Fachabteilung noch nichts darüber aus, welche Schritte im Diagnose- und Behandlungsablauf verbessert werden können. Dazu bedarf es einer nachgehenden Analyse. Genau hier setzen die „hinweisenden Indikatoren“ (z. B. Eingriffsdauer oder Komplikationsraten) auf: Sie zeigen Fälle an, deren Behandlungsabläufe möglicherweise noch verbessert werden können und die darum genauer untersucht werden sollten.

Mit Blick auf bestmögliche medizinische Abläufe in unseren Kliniken werten wir die jeweils klinik- bzw. abteilungsbezogenen Ergebnisse vor Ort kontinuierlich aus. So führt etwa der Qualitätsmanagementbeauftragte vor Ort gemeinsame Aktenreviews mit dem jeweiligen Chefarzt durch. Das Qualitätsmanagement–Konzern steht für die Reviews bei Bedarf unterstützend zur Verfügung. Nicht immer muss die Auswertung zu einer Änderung der Abläufe vor Ort führen. Die Analyse hilft ebenso, die Aussagekraft bestehender Indikatoren kontinuierlich zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

Dieses standardisierte Vorgehen ermöglicht es uns, Leitlinien für medizinische Abläufe systematisch zu verbessern. Dabei gilt unser spezielles Interesse den vor allem interdisziplinären Leistungsbereichen, die per se viele Schnittstellen aufweisen und daher eine intelligente Ablauforganisation erfordern.

Dank zusätzlicher Systemauditierungen erreichen wir Teil- oder Komplettzertifizierungen medizinischer Spezialbereiche, z. B. onkologischer Zentren wie  Brust-, Prostata- oder Darmzentren. Parallel hierzu lassen wir die hohe medizinische Qualität dieser Leistungszentren zusätzlich extern durch die entsprechenden Fachgesellschaften (etwa der Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft) bestätigen.

Die Zufriedenheit unserer Patienten stets im Blick

Behandlungserfolg ist mehr als objektiv gemessene Qualität von Diagnostik und Therapie. Die subjektive Bewertung der Krankenhausbehandlung durch den Patienten ist hier ebenfalls eine wichtige Größe. Denn nur ein zufriedener Patient ist bereit, zu seinem behandelnden Arzt eine auf Vertrauen und Nachhaltigkeit basierende Beziehung aufzubauen, die für den Behandlungserfolg entscheidend sein kann.

Da objektive, medizinische Ergebnisqualität und subjektive Patientenzufriedenheit voneinander abweichen können, haben wir die Erfassung der Patientenzufriedenheit neben die klassische Ergebnismessung gestellt.

Die erfassten Daten gehen – wie die Daten der Ergebnisqualität – in ein konzernweites regelmäßiges Benchmarking ein. Damit machen wir die Einschätzung unserer Patienten direkt zur Verbesserung interner Abläufe nutzbar.

Säule 2: Medizincontrolling – sorgfältige Dokumentation und sachgerechte Kodierung medizinischer Leistungen

Säule 2: Medizincontrolling – sorgfältige Dokumentation und sachgerechte Kodierung medizinischer Leistungen

Seit der Einführung des DRG-Systems hat sich das Medizincontrolling als eigenständiges Aufgabengebiet zunehmend entwickelt und an Bedeutung gewonnen. Ursprünglich fokussiert auf die Übertragung medizinischer Einzelleistungen in Vergütungskennziffern, hat sich das Tätigkeitsspektrum zu einer unverzichtbaren Schnittstellenposition zwischen Betriebswirtschaft und Medizin weiterentwickelt und verbindet medizinischen Sachverstand mit ökonomischen Leistungsdaten. Das Medizincontrolling schafft damit die Voraussetzung, dass über die vollständige Dokumentation und sachgerechte Kodierung medizinischer Leistungen nicht nur die Basis für eine korrekte Abrechnung und angemessenen Vergütung geschaffen wird – es wird damit auch die Güte und Verlässlichkeit vieler Qualitätsindikatoren unseres Konzerns bestimmt. Daher haben wir Medizincontrolling und klassisches Qualitätsmanagement unter „einem Dach“ zusammengeführt und dadurch erhebliche Verbesserungen für beide Teilbereiche erzielt.

Zentrale Maßgabe dieser integrierenden Funktion ist es, über die vollständige und plausible medizinische Dokumentation der Behandlung des Patienten nicht nur eine sachgerechte Leistungsvergütung zu erreichen, sondern auch die diagnostischen und therapeutischen Prozesse zu optimieren und als Grundlage für eine Verbesserung der Behandlungsqualität nutzbar zu machen.

Säule 3: Krankenhaushygiene – Paradigma der medizinischen Behandlungsqualität

Säule 3: Krankenhaushygiene – Paradigma der medizinischen Behandlungsqualität

Krankenhaushygiene ist ein Gütesiegel medizinischer Praxis. Gerade vor dem Hintergrund weltweit steigender Infektionsraten ist es uns ein besonderes Anliegen, unsere Patienten und Mitarbeiter wirksam vor Infektionsrisiken zu schützen. Deshalb haben wir die übergeordnete Krankenhaushygiene zu einem festen Bestandteil unseres Qualitätskonzepts gemacht

Krankenhaushygiene leistet einen wesentlichen Beitrag zur kontinuierlichen Qualitätssicherung, indem sie Ergebnismessung (Infektionsepidemiologie) mit Ablaufoptimierung (Infektionsverhütung) verbindet. Ihr kommt darüber hinaus eine wichtige Rolle bei der schnellen und gezielten Intervention und der effektiven Eindämmung von Infektionen im Ausbruchsfall (z. B. bei Noroviren) zu.

Um konzernweit einen regelmäßigen Wissensaustausch zu diesem wichtigen Thema zu fördern, haben wir eine Projektgruppe eingerichtet, der neben dem leitenden Hygienearzt unseres Konzerns die hygieneverantwortlichen Mitarbeiter der Kliniken angehören. Hier werden sowohl tagesaktuelle Herausforderungen als auch mögliche Standards hygienerelevanter Maßnahmen diskutiert und als konzernweite Leitlinie oder für klinikindividuelle Festlegungen verabschiedet.

Damit haben wir die Krankenhaushygiene auf Konzern- wie auch auf Klinikebene fest verankert – auf einem Niveau, das deutlich über die gesetzlichen Vorgaben (Infektionsschutzgesetz und Landesgesetze) hinausgeht.