English
A A A

Elektronische Patientenakte und Ionenstrahl-Therapie

Im Mittelpunkt unserer netzwerkmedizinischen Vorstellungen steht der Aufbau einer qualitätsgesteuerten und bevölkerungsbezogenen Versorgung, die durch die Entwicklung eigener IT-Lösungen und prozessorientierter Innovationen über den ganzen Behandlungsprozess hinweg vorangetrieben wird.

Eine wichtige Rolle bei der interdisziplinären und sektorenübergreifenden Vernetzung und reibungslosen Kommunikation über Einrichtungsgrenzen hinweg spielt unsere webbasierte elektronische Patientenakte, kurz: WebEPA+. Diese Eigenentwicklung wird bereits an einigen Standorten eingesetzt und enthält alles, was auch eine traditionelle Patientenakte aus Papier beinhaltet: Befunde, Röntgenbilder, Laborergebnisse, bisherige Therapien, Blutgruppe oder chronische Erkrankungen. WebEPA+ kann jedoch mehr als nur Informationen sammeln. Vielmehr soll sie den Patienten bei allen Behandlungsschritten begleiten und zugleich helfen, doppelte Untersuchungen, z. B. weitere Röntgenaufnahmen, ebenso zu vermeiden wie doppelte Verschreibungen oder gar einen Konflikt zwischen neuen und bereits verordneten Medikamenten. Zudem können sich alle Ärzte in der Behandlungskette über spezielle Risiken und Unverträglichkeiten aus einer einheitlichen Quelle informieren.

Ein Aushängeschild innovativer Spitzenmedizin ist das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) am Universitätsklinikum Marburg. Seit Oktober 2015 trägt es erheblich dazu bei, die onkologische Behandlungsexzellenz am Standort Marburg zu stärken. Mit der Ionenstrahl-Technologie lassen sich Protonen und Kohlenstoffionen durch hochenergetische Beschleunigung zielgenau gegen bestimmte Tumorarten einsetzen. Damit ist eine weitgehend nebenwirkungsfreie Bestrahlung bislang inoperabler und teilweise nicht bestrahlbarer Erkrankungsherde möglich. Die Bilddaten werden auch hier mittels WebEPA+ übertragen.