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2. Medizincontrolling

Das ökonomische Pendant zum Qualitätsmanagement ist das Medizincontrolling. Medizincontroller sind interne Berater der Mediziner wie auch der Verwaltung. Im operativen Medizincontrolling erfassen und dokumentieren sogenannte Kodierfachkräfte die Leistungen für jeden einzelnen Patienten, andere kontrollieren die Dokumentationen. Damit schaffen sie die Grundlage einer korrekten Leistungsabrechnung und eine solide Informationsbasis für die Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern.

Um Kliniken zu unterstützen, wurde ein Berichtswesen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) etabliert. Mithilfe dieses Analysewerkzeugs können Prüfschwerpunkte und Ursachen von Prüfverlusten ermittelt werden, um anschließend Maßnahmen zur Verbesserung der Prozess- und Dokumentationsqualität abzuleiten. Für das Jahr 2015 ist mit der Prüfverfahrensvereinbarung für Prüfungen des MDK eine große Herausforderung für die Vertragsparteien entstanden. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die Prüfverfahren hierdurch beschleunigt, jedoch Nach- und Umkodierungen im Prüfverfahren auch erheblich beeinträchtigt werden und die Anzahl der Sozialgerichtsverfahren mit einem Teil der Kostenträger ansteigen wird.

Bestandteil des Medizincontrollings ist außerdem die Dokumentation und Erfassung hochaufwendiger Pflegeleistungen (Pflegekomplexmaßnahmen-Score, PKMS) bei der Patientenversorgung, die 2015 weiter verbessert und konsolidiert wurde. Die abrechnungsrelevanten Anforderungen zur Pflegedokumentation wurden ohne eine zeitaufwendige Mehrfacherfassung in den Kliniken erfüllt. Hochpflegeaufwendige Patienten zu identifizieren und die Dokumentation der erbrachten Pflegeleistung zu verbessern, ist das Ziel all unserer Kliniken. Dazu tauschen sich die Experten der Kliniken in einer Expertenarbeitsgruppe regelmäßig aus. Daneben wird die Umstellung auf das pauschalierende Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP) in den psychiatrischen und psychosomatischen Akutkliniken Auswirkungen auf die Ertragslage der jeweiligen Klinik haben. Die Umstellung auf PEPP ist ab dem Jahr 2017 verpflichtend, allerdings ist die Umstellung bis zum Jahr 2019 budgetneutral. Derzeit passen die Kliniken ihre internen Prozesse an diese neuen Herausforderungen an. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Ertragslage schätzen wir als gering ein. Die mittelfristige Einschätzung ist von der Entwicklung des PEPP-Systems abhängig.