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Korrekturspondylodese

Ziel der Operation ist die Korrektur der Verkrümmung und der Rotation der Wirbelsäule, soweit es die anatomischen Besonderheiten der verkrümmten Wirbelsäule zulassen. Durch die Operation wird eine Versteifung der Wirbelsäule in Korrekturstellung angestrebt. Wie oben erwähnt führt auch eine nicht operierte, skoliotische Deformierung der Wirbelsäule zu einer Versteifung und damit zu einer Einschränkung der Beweglichkeit. Durch die Operation wird die Versteifung der Wirbelsäule vorgezogen und geschieht in bestmöglicher Korrektur.

OP-Vorbereitung

Der geplante korrigierende Eingriff an der Wirbelsäule zählt zu den technisch und zeitlich aufwendigsten Operationen in der orthopädischen Chirurgie. Die Freilegung der Wirbelsäule, insbesondere von hinten, ist immer mit einem Blutverlust verbunden. Zur Verringerung des Blutverlustes wird intraoperativ ein sog. Cell-Saver eingesetzt. Hierbei wird das Blut aus der Wunde abgesaugt und kann nach entsprechender Aufbereitung bei Bedarf dem Körper wieder zugeführt werden.

Diagnostik

Gemessen wird die seitliche Verbiegung der Wirbelsäule (Skoliose) anhand einer großformatigen Wirbelsäulenstandaufnahme. Dabei werden eventuell bestehende Beinlängendifferenzen vorher durch Brettchenunterlage ausgeglichen.
Vor Beginn der Vorbehandlung müssen z. B. in manchen Fällen durch eine kernspintomographische Untersuchung der Wirbelsäule Fehlbildungen im Bereich des Wirbelkanals ausgeschlossen werden.

Operative Korrektur

Die operative Korrektur einer skoliotisch verkrümmten Wirbelsäule geschieht durch den Einbau eines geeigneten Instrumentariums. Dies geschieht durch eine Spreizung auf der Innenseite und erforderlichenfalls Kompression auf der Konvexseite der Krümmung, ergänzt durch eine Querstabilisierung. Hierzu stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Neuere Methoden haben zusätzlich Rotationskräfte, um die Wirbelsäule zu begradigen.
In Einzelfällen ist es erforderlich durch einen Eingriff im Brustraum, das sogenannte vordere Längsband zwischen den Wirbelkörpern zu durchschneiden und einen Teil der Bandscheiben auszuräumen. Dies geschieht in der Zentralklinik Bad Berka im Rahmen derselben Narkose endoskopisch.

Welche Operationsverfahren kommen in Frage?

Unterschieden werden müssen der vordere und der hintere Zugang. Grundsätzlich werden während der Operation die Dornfortsätze und Wirbelbögen freigelegt, um das Instrumentarium implantieren zu können (hinterer Zugang). Um eine knöcherne Versteifung der Wirbelsäule zu erreichen, werden die freigelegten Wirbelbögen „angefrischt“, die Knorpel aus den Wirbelbogengelenken entfernt und Knochenspäne aus dem Becken angelegt. Vorher wurde die Wirbelsäule durch den Einbau des Wirbelsäuleninstrumentariums korrigiert und stabilisiert.
Gemäß Ursache und Schweregrad der Seitwärtsverbiegung der Wirbelsäule wird entweder nur vom hinteren Zugang aus operiert (Operationen nach Luque, Cotrel und Dubousset, Spine fix) oder zusätzlich vom vorderen Zugang durch den Brustkorb in minimal-invasiver Technik.

Wir müssen Sie auf die Möglichkeit seltener Komplikationen hinweisen. Die Verschiebung, Druck und Dehnung des Rückenmarkes und der Nervenstränge im Wirbelkanal bei der operativen Korrektur kann zu Durchblutungsstörungen führen, mit vorübergehender oder bleibender Lähmung. Um das Risiko neurologischer Komplikationen zu verhindern werden intraoperativ Rückenmarksfunktionstests durchgeführt (Aufwachtest, Ableitung evozierter Potentiale).

Selten kann die Korrektur der Wirbelsäule wieder verloren gehen, weil die Versteifungsstrecke nicht ausreichend verknöchert (Pseudarthrose). Metallimplantate können ausreißen oder brechen. Dann kann eine erneute Operation erforderlich sein.

Wie sind die Erfolgsaussichten?

Das Ergebnis des Eingriffs ist abhängig von der Ursache der Skoliose und von den besonderen Verhältnissen in Ihrem Fall/bei Ihrem Kind. Die Korrektur ist abhängig vom praeoperativen Skolioseausmaß und beträgt z.B. bei Skoliosen bis 70° ca. 50 – 60 %.

Nach der Operation

Über Nacht Überwachung auf der Frischoperiertenstation (Intensivstation). Die postoperative Mobilisation erfolgt zu Beginn unter krankengymnastischer Anleitung.

Belastungsfähigkeit/Sportempfehlungen bei operierten Patienten
  • Bis zum 3. Monat postoperativ empfehlen sich lediglich Spannungsübungen der Muskulatur (Isometrik).
  • Ab dem 3. Monat empfehlen sich Bewegungsübungen.
  • Ab dem 6. Monat empfehlen sich Belastungen wie Schwimmen.
  • Ab dem 12. Monat nach erfolgter Röntgenkontrolle kann Schulsport je nach Versteifungsstrecke ausgeführt werden.

Eine generelle Empfehlung für alle operierten Skoliosefälle gibt es nicht. Es sollten Kontaktsportarten, die zu Stürzen führen können, vermieden werden. Hierzu zählen u.a. Fußball, Handball, Volleyball, Basketball und Hockey. Eine weitere Einschränkung besteht für Aktivitäten im Sinne des Leistungssports. Sportarten, die zu einer starken Stoßbelastung der Wirbelsäule führen, sollten ebenfalls nicht ausgeführt werden.

 


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