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Geschichte

Von der Heilstätte für Schwindsüchtige zur modernen medizinischen zentralen Versorgungseinrichtung

Sophienheilstätte
Am 14. Oktober 1898 wurde die "Heilstätte für Schwindsüchtige" in München, einem Ortsteil von Bad Berka, als Einrichtung des Patriotischen Institutes der Frauenvereine für das Großherzogtum Sachsen in Vereinbarung mit der Thüringischen Alters- und Invalidenversicherung ihrer Bestimmung übergeben. Nach der verstorbenen Großherzogin erhielt sie den Namen "Sophienheilstätte".
Mit Rücksicht auf die knappe Bettenzahl wurde die Kurdauer auf 13 Wochen festgelegt und nur Patienten aufgenommen, die in dieser Zeit geheilt werden konnten. Grundlage der Behandlung war die Freiluft-Liegekur und eine ausgewogene gesunde Ernährung. Schwerpunkt der Heilung waren leichte körperliche Betätigung an der frischen Luft und kulturelle Betreuung, wobei darunter damals eher heitere Veranstaltungen gemeint waren. Man ging davon aus, dass eine heitere Gemütsstimmung eine wesentliche Unterstützung der Kur darstellte. Um 1900 stieg die Bettenzahl bereits auf 100 an. 1911 wurde ein großzügiger Erweiterungsbau geschaffen, der in seiner damaligen Form heute noch besteht. Die Bettenzahl betrug damit 200.
Die Umwandlung in eine klinische Heilstätte begann 1924. Die Schaffung entsprechender Behandlungsräume und Laboratorien war dringend notwendig, ebenso die Anschaffung eines leistungsfähigen Röntgenapparates. Mit Fertigstellung dieser Einrichtung wurden neue Behandlungsmethoden eingeführt, zuerst der Pneumothorax, dann Zug um Zug die ergänzenden operativen Eingriffe. Die Heilstätte wurde zum großen Bahnbrecher der großen Thoraxchirurgie in Thüringen. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Sophienheilstätte eine der aktivsten bei der Beschaffung und der Anwendung der neuen Tuberkulostatika.

Bau der neuen Klinik 1952 – 1957
 
Ansicht des Zentralbaus
Das Ministerium für Gesundheitswesen der DDR teilte in einem Schreiben vom 10.11.1950 dem damaligen Ärztlichen Direktor Herrn Prof. Dr. med. habil. Adolf Tegtmeier mit, dass die Absicht bestehe, in Bad Berka ein neues Bettenhaus zu errichten. Die ursprüngliche Idee noch eine weitere Klinik zu bauen, wurde zu Gunsten Bad Berkas aufgegeben, so dass für Bad Berka ein Bettenhaus mit 570 Betten geplant wurde.
Oberstes Gebot war, die beste Betreuung für die Kranken zu gewährleisten und so wurde eine Klinik im neuen Stil geschaffen. Die vorausschaubare Entwicklung ließ erkennen, dass die neue Klinik in absehbarer Zeit außer der Behandlung von Tuberkulose auch andere Aufgaben übernehmen müsse.

Nur unter Voraussicht einer Entwicklung in eine andere Richtung waren diese großzügigen Planungen der damaligen Bauakademie Berlin mit dem verantwortlichen Architekten Dr. Hopf zu verantworten. So entstand 1952-1957 der erste Klinikneubau der DDR. Die Zentralklinik wurde im Gesetzblatt der DDR vom Mai 1966 als 5. Herzzentrum der DDR offiziell anerkannt. 1969 wurde der Kardiologische Bereich gegründet.
Dringendes Bedürfnis der damaligen DDR war es, mehr Kapazität für die Durchführung von Herzoperationen zu schaffen. Leitmotiv der folgenden Jahre war die konsequente Weiterverfolgung des eingeschlagenen Weges von der reinen Tuberkuloseklinik zum Thoraxzentrum. Die Möglichkeit dazu ergab sich aus der abnehmenden Tuberkulosehäufigkeit als Ergebnis allseitiger Bemühungen zur Beseitigung dieser Krankheit als ein besonderes Problem des Gesundheitsschutzes.

Unter Berücksichtigung der in Bad Berka vorhandenen guten räumlichen Voraussetzungen und des Rückganges der Tuberkulose wurde 1973 vorgesehen, die derzeitige Zentralklinik für Lungenkrankheiten und Tuberkulose Bad Berka zum führenden Zentrum für Herzchirurgie zu profilieren. Als nächste Fachdisziplin siedelten sich eine Urologische und eine Orthopädische Abteilung in Bad Berka an.
1974 erfolgte die Umbenennung in "Zentralklinik für Herz- und Lungenkrankheiten". In den folgenden Jahren entwickelte sich die Herzchirurgie in Bad Berka zum leistungsfähigsten Zentrum auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Außenansicht in den 70ger Jahren
 
Blick auf den Innenhof vor der Modernisierung
Nach der Wende ging die Zentralklinik 1990 in die Verantwortung des Thüringer Ministeriums für Soziales und Gesundheit über. Im Oktober 1990 wurde ein Kooperationsvertrag mit dem Vorstand der Rhön-Klinikum-Aktiengesellschaft Bad Neustadt geschlossen. Dies war ein reiner Beratungsvertrag. Die Gesellschafter dieser Einrichtung waren das Land Thüringen und die Stadt Bad Berka mit jeweils 12,5% und die Rhön-Klinikum AG mit 75% der Anteile. Mittlerweile hält die Rhön-Klinikum AG 87,5% und die Stadt Bad Berka weiterhin 12,5% der Gesellschafteranteile. Die Zentralklinik Bad Berka erhielt gleichzeitig den Versorgungsauftrag des Landes Thüringens für die Fachgebiete: Pneumologie, Kardiologie, Kardiochirurgie, Thorax- und Gefäßchirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie und Urologie.
Der Versorgungsauftrag für die Urologie wurde im Oktober 1992 in Übereinstimmung mit dem Landes-Bettenplan Thüringen an das Kreiskrankenhaus Blankenhain abgegeben.
Als nach der Wende die Rhön-Klinikum AG die Zentralklinik Bad Berka übernahm war bald klar, dass die Großzügigkeit der Bauweise mit seiner Nutzung schon lange nicht mehr in Einklang stand. Es musste dringend das Herz der Klinik repariert werden, nämlich die Operationssäle und der Intensivpflegebereich. Da eine Rekonstruktion des Altbaus während des laufenden Betriebes nicht möglich war, entschlossen man sich für einen Neubau.

Nach umfassender Planung konnte im März 1992 mit dem Bau begonnen werden. Nach nur 21-monatiger Bauzeit wurde dann im Dezember 1993 eines der modernsten Zentren in Europa für Intensivmedizin eröffnet. Im Januar 1994 wurde in Ergänzung zu den bisherigen Fachdisziplinen die Klinik für Orthopädie / Wirbelsäulenchirurgie eröffnet. Seit dem 1. Februar 1994 ist auch die Fachdisziplin Neurologie in der Klinik ansässig.
Um die Aufenthaltsbedingungen der Patienten nicht nur während und unmittelbar nach einer Operation auf einem hohen Niveau zu halten, wurde im März 1994 mit dem Bau eines Ersatzbettenhauses mit einer Kapazität von 488 Betten begonnen. Dieses wurde im August 1995 eröffnet. Zwei glasüberdachte Felsengärten bieten den Patienten die Möglichkeit sich in einer besonderen Umgebung zu erholen. 1995 bis 1996 wurde der Zentralbau der Klinik rekonstruiert und modernisiert. Im Mai 1998 konnte der neugebaute Westtrakt der Klinik eingeweiht werden. Hier befinden sich neben dem einzigen Querschnittzentrum Thüringens auch das Diagnostikum, welches interdisziplinär genutzt wird. Außerdem ist in diesem Teil der Klinik das PET-Zentrum angesiedelt.

Am 1.10.1999 erweiterte die Zentralklinik Bad Berka mit Abschluss der letzten Bauphase - der Errichtung des Osttraktes - in den Räumlichkeiten des Verbindungsbaus zum Ostflügel erneut ihr Leistungsspektrum. Eine nuklearmedizinische Therapiestation nahm im fertiggestellten Verbindungsbau ihre Arbeit auf. Das bereits im Bettenhaus bestehende Schlaflabor erhielt im neuen Gebäudeteil seine Räumlichkeiten.
Ende 2000 wurde auf dem Gelände der Zentralklinik eine "Intensiv-Transport-Hubschrauber- Station" errichtet. Den Auftrag zum Bau hatte die Zentralklinik Bad Berka vom Innenministerium des Landes Thüringen erhalten und umfasste einen Hubschraubersonderlandeplatz mit Hangar, Bereitschaftsunterkünfte und Tankanlage. 
Seit 2004 sind inzwischen folgende Fachbereiche hinzugekommen: Palliativmedizin, Rhythmologie und invasive Elektrophysiologie, Allgemeine Chirurgie/Viszeralchirurgie, Innere Medizin/Gastroenterologie und Endokrinologie, Interventionelle Radiologie, Interdisziplinäre Schmerztherapie und Unfallchirurgie. Die jüngste Fachklinik der Zentralklinik ist die Abteilung für Internistische Onkologie und Hämatologie, die zum 1.10.2009 gegründet wurde.


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