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Therapie
Auf der nuklearmedizinischen Therapiestation werden die peptidvermittelte Radiorezeptortherapie und andere nuklearmedizinische Therapieverfahren durchgeführt, als einzige Klinik in Deutschland mit dem schonenden Lutetium-177 in Kombination mit Yttrium-90. Auch Spezialverfahren, wie die intraarterielle Radiorezeptortherapie (z.B. zur Behandlung nichtoperabler Primärtumore), wurden in Zusammenarbeit mit der interventionellen Radiologie erstmals auf der Welt entwickelt.
2. Therapie neuroendokriner Tumore 1. Information zur Radiorezeptor–Tumortherapie (RRT) Was sind neuroendokrine Tumore? Wirkungsweise der Radio-Rezeptor-Therapie Beschreibung des Therapieablaufs
Erfolge mit dieser Therapie Die folgende Tabelle zeigt die Wirkungen (lt. Kriterien der WHO ) nach Abschluss der Therapie, d.h., nach wiederholter Radio-Rezeptor-Tumortherapie .
Radio-Rezeptor-Tumortherapie (RRT) Schematische Darstellung der peptidvermittelten Bestrahlung
2. Therapie neuroendokriner Tumore Neben der Radionukleotidtherapie werden an der Zentralklinik Bad Berka weitere Therapieverfahren durchgeführt. Vor allem bei nicht Somatostatin-Rezeptor exprimierenden Tumoren ist der differenzierte Einsatz der verschiedenen Therapiemöglichkeiten entscheidend für den weiteren Verlauf der Erkrankung. Von der Bio-Therapie bis zur Chemotherapie werden am Zentrum für Neuroendokrine Tumore der Zentralklinik Bad Berka alle modernen Therapieformen angeboten. Neu und viel versprechend sind die so genannten molekularen Wirkstoffe, die gegen einzelne Zielproteine in der Zelle gerichtet sind. Diese in Erprobung befindlichen Medikamente werden in mehreren Studien an der Zentralklinik getestet um unseren Patienten jederzeit die modernste Therapie anbieten zu können. Die Therapie neuroendokriner Tumoren beinhaltet zwei Strategien. Zum einen soll das Wachstum der Tumoren kontrolliert werden und zum anderen die Ausschüttung von Hormonen oder Botenstoffen, wie zum Beispiel dem Serotonin gehemmt werden. Die Entfernung des Tumors und seiner Tochtergeschwülste durch Chirurgie ist im Idealfall komplett und kann so zu einer Heilung der Erkrankung führen. Die weitere Behandlung konzentriert sich daher auf regelmäßige Nachuntersuchungen. Auch bei nicht kompletter Entfernung des Tumors kann eine weitgehende Entfernung des Tumors den weiteren Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen, da zum einen die Streuherde wegfallen und zum anderen die Behandlung auf die restlichen Tumoren konzentriert werden kann. Vor allem die Resektion von Tochtergeschwülsten in der Leber an einem spezialisierten Zentrum ist oft von entscheidender Wichtigkeit für den Verlauf der Erkrankung. Tochtergeschwülste in der Leber zapfen vor allem die Leberarterie an und können so verödet werden. Diese Verödung kann mit einer lokalen Chemotherapie kombiniert werden (Chemoembolisation). Auch eine Verödung der Tochtergeschwülste durch eine kontrollierte Erhitzung oder die Instillation von Alkohol ist möglich. Liegen nur Tochtergeschwülste in der Leber vor die aber nicht komplett entfernt werden können, besteht im Einzelfall eine Indikation zur Lebertransplantation. Die Lebertransplantation kann auch durch eine Lebendspende erfolgen, bei der nur ein Teil einer Leber transplantiert wird, erfolgen. Eine Lebertransplantation erfordert allerdings eine Unterdrückung des Immunsystems zur Verhinderung der Abstoßung. Die medikamentöse Behandlung umfasst die Gabe von Wirkstoffen, die wie das körpereigene Hormon Somatostatin wirken und gespritzt werden müssen (z.B. Sandostatin oder Lanreotid). Diese Stoffe binden an Andockstellen von Somatostatin, die oft auf den neuroendokrinen Tumoren überexprimiert werden. Die Somatostatin-Analoga Sandostatin und Lanreotid und auch neuere Substanzen wie SOM230 wirken vor allem gegen eine Überproduktion von Botenstoffen oder Hormonen durch die neuroendokrinen Tumoren und können auch das Wachstum hemmen. Auch die Gabe von Interferon-alpha kann bei einzelnen neuroendokrinen Tumoren eine Verlangsamung des Wachstums bewirken. Eine Chemotherapie kann bei neuroendokrinen Tumoren, die schnell wachsen oder von der Bauchspeicheldrüse ausgehen, durchgeführt werden. Viele Therapieformen, die bei anderen Tumoren mit Erfolg angewandt werden, sind bei den neuroendokrinen Tumoren jedoch wirkungslos, sodass die Behandlung mit Chemotherapie spezialisierten Zentren vorbehalten werden sollte. Von besonderer Bedeutung ist die unterstützende Behandlung bei Patienten mit einem neuroendokrine Tumor um die Beschwerden durch den Tumor zu lindern und Folgeschäden zu vermeiden. Medikamente, die Durchfall verhindern oder Mangelerkrankungen vorbeugen, sind hierfür Beispiele. Zudem ist auf eine ausreichende Ernährung zu achten um zu verhindern, dass Mangelerscheinungen auftreten oder das Immunsystem geschwächt wird. Insgesamt sollte die Behandlung von Patienten mit neuroendokrinen Tumoren an Zentren mit der notwendigen Erfahrung durchgeführt werden und mit Fingerspitzengefühl für jeden einzelnen Patienten maßgeschneidert werden.
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