Angebote und Einrichtungen der Klinik
Die Besonderheit der Soteria Klinik Leipzig besteht darin, dass zur individuell abgestimmten Behandlung von Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit alle möglichen stationären Leistungen unter einem Dach vorhanden sind:
- 56 Planbetten für Psychiatrie (davon 10 Betten mit Intensivüberwachung) - Akutbehandlung
- Psychiatrische Institutsambulanz gemäß § 118 Abs. 1 SGB V zur ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung
- 162 Plätze für Rehabilitation
- 20 Plätze für Adaption (im Bedarfsfall als zweiter Schritt der Rehabilitation)
- 10 Appartements Betreutes Wohnen.
Voraussetzung für jede Behandlung ist:
- anzuerkennen: ich bin krank
- anzuerkennen: ich brauche Hilfe – ich schaffe es nicht allein
Niemand kann Abhängigkeitserkrankungen alleine erfolgreich behandeln. Deshalb arbeiten in der Soteria Klinik Leipzig bei der Behandlung von Abhängigkeitserkrankten unterschiedlichste Berufsgruppen in multiprofessionellen Teams zusammen.
In diesen multiprofessionellen Teams sind folgende Berufsgruppen vertreten:
- Fachärzte unterschiedlicher Disziplinen und Zusatzanerkennungen (Innere Medizin, Psychiatrie, Psychotherapeutische Medizin, Suchtmedizinische Grundversorgung, Sozialmedizin, Rehabilitationswesen)
- Psychologen
- Suchttherapeuten
- Sozialarbeiter
- Sozialpädagogen
- Bewegungs- und Beschäftigungstherapeuten
- Physiotherapeuten
- Musiktherapeuten
- Krankenschwestern und –pfleger
Durch die qualifizierte, differenzierte Ausbildung und ständige Fort- und Weiterbildung aller in der Soteria Klinik Leipzig tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist ein hoher Standard an Kompetenz und Qualität der Behandlung gewährleistet.
Die Soteria Klinik Leipzig führt als "Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig" die praktische Ausbildung von Studenten der Medizinischen Fakultäten im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie durch.
Der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe e. V. hat 2005 die Soteria Klinik Leipzig in den Kreis von drei Fachkrankenhäusern im Bundesgebiet aufgenommen, die sich an der psychoanalytisch orientierten Fortbildung von Sozial-/Suchttherapeuten beteiligen.
Alle in der Soteria Klinik Leipzig vertretenen Berufsgruppen orientieren sich zusammen bei der individuellen Betreuung und Behandlung auf die drei Problemfelder der Abhängigkeitserkrankung:
- den körperlichen Bereich, der durch die Organmedizin, die Krankenpflege und Physiotherapie diagnostiziert und therapiert wird,
- den psychischen Bereich, der durch die psychotherapeutisch tätigen Psychologen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen behandelt wird, sowie
- den sozialen Bereich, der von den Sozialarbeitern betreut wird.
Damit gewährleisten die multiprofessionellen Teams, dass individuell jeder Patient bzw. jede Patientin ganzheitlich behandelt wird. Jeder Patient bzw. jede Patientin soll in die Lage versetzt werden, sich mit sich selbst, mit der Krankheit und mit der Zukunft auseinander zu setzen und ausreichende Klärung und hinreichende Entwicklungsmöglichkeiten geboten zu bekommen.
Da den Patientinnen und Patienten in der Soteria Klinik Leipzig aus einer Hand sämtliche Behandlungsmöglichkeiten unter einem Dach angeboten werden, haben sie schon bei der ersten Entgiftung die Möglichkeit, das gesamte Spektrum der Behandlung von Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit kennen zu lernen.
Die Akutbehandlung gliedert sich in zwei Bereiche. Im Aufnahmebereich mit 20 Betten, davon 10 Betten mit der Möglichkeit der Intensivüberwachung, findet die Aufnahme und Erstversorgung aller eingewiesenen Patienten statt. Mittels modernster Methoden der Intensivmedizin können schwierige Alkohol- und Medikamentenentzugssyndrome behandelt werden. Gleichzeitig findet eine umfassende Diagnostik und Therapie körperlicher und psychischer Folgeschäden statt. Bereits am Aufnahmetag werden die Patienten von einem Internisten und einem Psychiater gesehen.
Die Klinik verfügt über alle notwendigen diagnostischen Möglichkeiten wie Sonographie, EKG, Belastungs-EKG, EEG, Spirometrie und im Verbund mit der Herzzentrum Leipzig GmbH und der Park-Krankenhaus Leipzig-Südost GmbH über alle laborchemischen, radiologischen, endoskopischen und kardiologischen diagnostischen Möglichkeiten.
Außerdem stehen testpsychologische Methoden zur Verfügung, um Schweregrad und Ausprägung von hirnorganischen Schädigungen zu diagnostizieren.
Die psychotherapeutische Station des Bereiches Akutbehandlung verfügt über 36 Krankenhausbetten. Hier werden nach abgeschlossener Akutentgiftung die Patienten weiter behandelt. Zu den therapeutischen Möglichkeiten zählen Psychotherapie, Ergotherapie und Soziotherapie. Bereits während des Aufenthaltes werden ambulante Behandlungsperspektiven entwickelt und Kontakte zu Suchtberatungsstellen und anderen weiterversorgenden Einrichtungen hergestellt.
Ein Teil der psychotherapeutischen Station steht für die Behandlung chronisch schwer- und mehrfachgeschädigter alkoholabhängiger Patienten (sog. S4-Behandlung) zur Verfügung. Ziel der Therapie ist die Besserung der hirnorganischen Schädigung mittels kognitiver Therapieverfahren, die körperliche Stabilisierung und die Vorbereitung der Patienten auf eine Rehabilitationsbehandlung oder Unterbringung in pflegerischen Einrichtungen.
Neben der Notfallambulanz erteilte zum 01.08.2005 die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen gemäß § 118, Abs. 1 SGB G der Soteria Klinik Leipzig die Ermächtigung zur ambulanten psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung von Versicherten im Rahmen der Psychiatrischen Institutsambulanz.
In der Psychiatrischen Institutsambulanz werden die Alkohol- und Medikamentenabhängigen erreicht, die wegen der spezifischen Art, Schwere und Dauer ihrer Erkankung durch andere Versorgungssysteme (niedergelassene Haus- oder Fachärzte, Beratungsstellen) nicht ausreichend versorgt werden können.
Das Behandlungsspektrum der Psychiatrischen Institutsambulanz umfasst im Sinne einer Komplexleistung das gesamte Spektrum psychiatrisch-psychotherapeutischer Diagnostik und Therapie.
Sofern eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme erforderlich ist (sie wird durch den zuständigen Rentenversicherungsträger nach Antrag gewährt), ist eine bis zu 16-wöchige Rehabilitation möglich. Dies erscheint eine sehr lange Zeit, aber die Abhängigkeitserkrankung hat körperliche, psychische und soziale Folgeprobleme geschaffen, die ausreichend Zeit zur Bewältigung, Aufarbeitung und Klärung benötigen.
Es besteht die Möglichkeit zu einer Direktverlegung in die Rehabilitation im Anschluss an eine Entgiftungsbehandlung. Antragstellung erfolgt während der Entgiftung. Ziel der Rehabilitation ist eine lebenslange zufriedene Abstinenz. Nur so ist dauerhaft eine stabile soziale und berufliche Integration Abhängigkranker zu sichern.
Die Abhängigkeitserkrankung kann sozial entwurzeln, d. h. zu langfristiger Arbeitslosigkeit, Isolation und sogar zu Obdachlosigkeit führen. Für Patientinnen und Patienten mit sozialer Entwurzelung besteht in der Adaption der Soteria Klinik, Ludwig-Erhard-Str. 21, 04103 Leipzig, die Möglichkeit, innerhalb von drei Monaten (im Einzelfall bis zu sechs Monaten) den Weg in die Erwerbsgesellschaft zurück zu finden. Die Ergebnisse sind ermutigend: jede(r) zweite hat - obwohl langzeitarbeitslos - am Ende der Adaptionsphase wieder einen Arbeitsplatz gefunden.
Nach Abschluss der Adaption können Patientinnen und Patienten das Angebot Betreutes Wohnen der Soteria Klinik, Ludwig-Erhard-Str. 21, 04103 Leipzig, nutzen. Unter geschützten Bedingungen können sie als Bewohner des Betreuten Wohnens ihren Weg in die eigene Selbständigkeit weiter stabilisieren.