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Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH

Taub und trotzdem hören!

Informationsveranstaltung am 12. Juni 2010 im Rahmen des 5. Deutschen Cochlea Implant Tages

Marburg, 07. Juni 2010 – Die Marburger Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UKGM bietet am Samstag, 12. Juni 2010 von 11:00 bis 15:00 Uhr eine Informationsveranstaltung im Rahmen des 5. Deutschen Cochlea Implant Tages. Ziel der Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der CI Selbsthilfegruppe Mittelhessen ist es, betroffene und interessierte Bürger über die Möglichkeit und Chancen der Hörrehabilitation bei Ertaubung oder hochgradiger Schwerhörigkeit und über ein Leben mit Cochlea Implantation und somit über die Rückkehr in eine hörende Welt zu informieren. Veranstaltungsort ist das Freigelände hinter der HNO-Klinik in der Deutschhausstraße 3 in Marburg.

In Deutschland leiden über 15 Millionen Menschen  an einer mittel- bis hochgradigen Schwerhörigkeit, von denen etwas mehr als 3,2 Mio. Personen Hörgeräte besitzen. Daneben sind etwa 500.000 Bürger ertaubt. Mit einer geschätzten Prävalenz von 0,8 bis 2,3 ‰ ist die Hörstörung die häufigste angeborene Erkrankung. Von einer angeborenen Hörstörung sind nicht nur Kinder mit Risikofaktoren, sondern auch Neugeborene ohne andere Auffälligkeiten betroffen.

Mit einem Cochlear Implantat, welches in Deutschland erstmalig 1984 implantiert wurde, können ertaubte und hochgradig schwerhörige Menschen wieder hören, vorausgesetzt, die Taubheit beruht auf einem Ausfall der Sinneszellen (Haarzellen) in der Hörschnecke (Cochlea) und der Hörnerv ist erhalten. Gehörlos geborene, oder nach Erlernung der Sprache ertaubte Kinder, Jugendliche oder Erwachsene werden mit dieser Innenohrprothese erfolgreich versorgt. Bisher stellt das Cochlear Implantat die einzige praxistaugliche Neuroprothese als Ersatz für ein Sinnesorgan dar. Arbeiten zum sog. Retinaimplant (Netzhautimplantat) sind im Gange, von einem Routineeinsatz allerdings noch weit entfernt.

Die Versorgung ertaubter oder hochgradig schwerhöriger Patienten mit einem Cochlear Implantat ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich ein Behandlungsverfahren nicht nur zur etablierten Diagnostik und Therapie, sondern zu einem interdisziplinären Zentrum in Form des Hörzentrums Marburg und dem Cochlea Implant Centrum (CIC) Mittelhessen weiterentwickelt hat. Eine solch gute Entwicklung war keineswegs absehbar, als am 04.10.2002 der ersten Patientin ein Cochlear Implantat in Mittelhessen eingesetzt wurde. Seitdem wurden mehr als 180 derartige Operationen durchgeführt, wobei unsere jüngste Patientin 9 Monate und unser ältester Patient 86 Jahre alt war. Die Steigerung dieser Implantationsfrequenz mit über 60 Implantaten in den Jahren 2008 und 2009 war unmittelbar gebunden an eine hervorragende Zusammenarbeit im Marburger Cochlea Implant Team, das sich zusammensetzt aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik für HNO-Heilkunde, der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, der Arbeitsgruppe für Klinische Psychologie und Psychotherapie, des Instituts für Physiologie sowie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Aus dieser schon bestehenden Zusammenarbeit erfolgte am 28. Mai 2009 die Gründung des Cochlea Implant Centrum Mittelhessen. Darüber hinaus besteht eine engste Kooperation mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, mit den Hörgeräteakustikern, den Frühförderstellen vor Ort und den Rehabilitationseinrichtungen der Region sowie der CI-Selbsthilfegruppe Mittelhessen. Diese Kooperationen bilden die Grundlage für eine bestmögliche Versorgung unserer Hörpatienten zur optimalen Wiederherstellung der Sinnesleistung Hören.

Kontakt
Prof. Dr. Jochen A. Werner
Direktor der HNO-Klinik
Deutschhausstraße 3
35037 Marburg

Tel. 06421-58 66478
wernerj@med.uni-marburg.de


Dipl.-Kffr. Petra Stein
- Referentin des Ärztlichen Geschäftsführers -

Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Ärztliche Geschäftsführung
Rudolf-Buchheim-Straße 8
35392 Gießen

Telefon: +49 641 99 51002
Telefax: +49 641 99 51009
E-Mail: petra.stein@uniklinikum-giessen.de
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