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KLINIK KIPFENBERG

Hoffnung in der Therapie von Hirntumoren

Kipfenberg, den 17. Februar 2010 ---- Es gibt Krankheiten vor denen fürchten sich praktisch alle Menschen gleichermaßen, denn niemand kann sich wirklich davor schützen. Vor Tumoren des Zentralen Nervensystems, in der Fachsprache als Gliome bezeichnet, bewahrt selbst eine gesunde Lebensweise, Sport und ausgewogene Ernährung nicht zweifelsfrei. Aggressive, sich schnell entwickelnde Gliome bedeuteten noch vor einigen Jahrzehnten ein sicheres Todesurteil. Aufgrund verbesserter Therapiemöglichkeiten haben Menschen mit solchen Erkrankungen heute viel bessere Überlebenschancen.

Nach einer Operation und der folgenden Radio- und Chemotherapie müssen diese Tumorpatienten wieder ins Leben zurück finden, deshalb kommen sie immer häufiger in Einrichtungen der Neurologischen Rehabilitation wie der KLINIK KIPFENBERG. Ärzte, Therapeuten und Pflege stellen sich auf diese neue Patientengruppe ein und setzen sich mit deren besonderen Bedürfnissen auseinander. „Auf den ersten Blick hat die Onkologie mit der Neurologischen Rehabilitation nicht so viel zu tun, aber das wird sich ändern, deshalb freut es mich sehr, dass sich die KLINIK KIPFENBERG damit bewusst auseinandersetzt“, sagte Professor Dr. Ulrich Bogdahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Uniklinik Regensburg, bei seinem Vortrag zum Thema „Neues in der Therapie zentraler Gliome“ in der KLINIK KIPFENBERG.

„Es ist einer der tiefsten Einschnitte in der Biografie eines Menschen überhaupt“, erklärte Professor Bogdahn, „Es betrifft die Persönlichkeit, die motorischen und kognitiven Leistungen – die gesamte Familie ist letztlich berührt. Das ganze Leben ist geprägt davon.“ Eine Therapie muss deshalb umfassend ansetzen und alle Aspekte einbeziehen, muss Ängste auffangen und eine speziell auf den Patienten angepasste medizinische Versorgung bieten. Patienten mit Gliomen sind selten endgültig geheilt, denn der Tumor kann sich immer wieder neu bilden.

Heute können die Mediziner eine Vielzahl gut wirksamer moderner Medikamente für spezielle Arten von soliden Tumoren wie Hirntumoren einsetzen, für die Mehrzahl der Patienten gibt es laut Professor Bogdahn dagegen noch keine langfristig wirksame medikamentöse Therapie. Dafür erscheinen einige experimentelle Verfahren als sehr aussichtsreich.

So zeigt die in Regensburg erforschte Immunologische Therapie in der Testphase sehr gute Erfolge bei der Behandlung aggressiver Gliome. Diese Therapieform macht sich Eigenschaften des Tumors zunutze. Professor Bogdahn erklärt es so: „Tumore bilden einen Stoff, das sogenannte TGF-beta2, das das Immunsystem blockiert. Dieser Stoff gaukelt dem Körper praktisch vor, dass sich gerade ein Organ neu bildet, das in Ruhe gelassen werden muss.“ Das Molekül bildet eine Art Schutzwall um den Tumor und macht ihn so für das Immunsystem unsichtbar. Die Forscher um Professor Bogdahn und Karl-Hermann Schlingensiepen (Antisense Pharma, Regensburg) nutzen einen besonderen Wirkstoff, das so genannte Trabedersen, das die Bildung des verhängnisvollen Moleküls unterbindet. „Ist das Molekül einmal ausgeschaltet, kann das Immunsystem wieder angreifen und den Tumor wirksam bekämpfen“, erklärt Professor Bogdahn.

Die Resultate der Testreihe sind verblüffend, die Patienten haben laut Prof. Bogdahn eine deutlich bessere Überlebensrate und mehr Lebensqualität. Bei einigen ist der Tumor völlig verschwunden und sie konnten nach der anstrengenden Therapie wieder in ihr normales Leben zurück. Trabedersen befindet sich allerdings noch in der Testphase: Ist die erfolgreich und der Wirkstoff wird zugelassen, könnte er als Anti-Krebsmittel bei Hirntumoren nach der Operation und der Chemotherapie eingesetzt werden. Die KLINIK KIPFENNBERG verfolgt diese neuen Erkenntnisse und wird künftig die Rehabilitation von Gliompatienten zu einem weiteren Schwerpunkt ausbauen.

 


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Kindinger Straße 13
85110 Kipfenberg
Telefon: (08465) 175 - 66 130
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