
Gesagt – getan: Die mobilen EKG von zwei Rettungswägen des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) waren zunächst mit Fax-Modems ausgestattet worden. Bereits kurze Zeit später konnte die Umstellung auf die bereits bei stroke angel erfolgreich eingesetzten Tablet-PCs erfolgen. Über diesen Weg kann der Rettungsdienst das EKG direkt vom Einsatzort an eine Empfangsstation im Krankenhaus schicken. Auch die Rettungswägen im Landkreis Bad Kissingen wurden mit einer Telemetrie-Möglichkeit ausgestattet. Sowohl das St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen als auch HGK verfügen über entsprechende Empfangsstationen. Dort wertet der zuständige Facharzt das EKG sofort aus, und gibt dem Rettungsdienst telefonisch Rückmeldung, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt oder nicht. Im Falle eines sogenannten ST-Hebungs-Herzinfarkts verständigt der Kardiologe umgehend das Behandlungsteam, so dass das Herzkatheterlabor bei Ankunft des Patienten bereit ist.
Der Zeitvorteil bei cardio angel kann also vor allem dadurch erreicht werden, dass die Telemetrie eine frühzeitige Alarmierung des Behandlungsteams ermöglicht und der Patient nicht über die Notaufnahme, sondern direkt ins Herzkatheterlabor gebracht wird.
Ein Modell, das sich bewährt hat. Dr. Rainer Schamberger, Oberarzt in der Fachabteilung Kardiologie der HGK und dortiger Ansprechpartner des Projekts, konnte ebenso wie sein Kollege Prof. Dr. Martin Oberhoff, zuständiger Chefarzt am St. Elisabeth-Krankenhaus, von ersten Erfolgen bei der contact to balloon-time – der Zeit zwischen Erstkontakt mit dem Patienten und seiner Behandlung im Herzkatheterlabor – berichten.
Nach einer fast einjährigen Testphase mit sehr positiven Erfahrungen steht dem Übergang in den Regelbetrieb nun nichts mehr im Weg. Nächster Schritt bei cardio angel wird es sein, die unterschiedlichen Telemetrie-Systeme zu vereinheitlichen. Durch den gekoppelten Einsatz von Tablet-PCs (Future.Pads) und EKG können zusätzlich wichtige Informationen aus der Präklinik übertragen werden– z.B. Kreislaufparameter, Angaben zu Medikamenten, zur Patientenvorgeschichte oder aktuellen Symptomatik – zu übertragen. Ziel ist eine einheitliche Kommunikationsplattform im Rettungswagen, über den die Einsatzkräfte sämtliche relevanten Daten an die jeweiligen Kliniken senden können.