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Richtfest Partikeltherapie
Auf den Marburger Lahnbergen fanden sich am 23. Juli 2008 rund 200 interessierte Gäste zum Richtfest des Marburger Partikeltherapie-Zentrums im Rohbau der Anlage ein. Hessens Ministerpräsident Koch sprach in seiner Festrede von einem Leuchtturm in der Patientenversorgung, der weit über die Grenzen Hessens hinaus sichtbar sein wird.
Mit diesem Zentrum wird den Patienten ein neuartiges, in der Präzision und in der biologischen Wirksamkeit innovatives Verfahren zur Bekämpfung von Krebsleiden zur Verfügung stehen. Der Vorteil liegt in der weitestgehend nebenwirkungsfreien Bestrahlung von Tumoren, die mit den bisher verfügbaren strahlentherapeutischen Methoden schlecht kontrollierbar sind.

In seiner Begrüßung stellte Gerald Meder, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, die herausragende Bedeutung des heutigen Tages hervor: „Heute setzen wir erneut einen Meilenstein, der unseren festen Willen zur Entwicklung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH an die Spitze der deutschen Gesundheitsversorgung unterstreicht, denn wir können hier – rund ein Jahr nach der Grundsteinlegung – heute das Richtfest unseres Marburger Partikeltherapie-Zentrums feiern.“

Der Hessische Ministerpräsident Roland Koch verwies in seiner Festansprache auf die Entscheidung der Landesregierung zur Privatisierung der beiden Universitätskliniken und die Bedeutung der heute sichtbar gewordenen Investitionen: „Wir sind froh und dankbar, mit der RHÖN-KLINIKUM AG einen finanzkräftigen und verlässlichen Betreiber für die beiden Universitätskliniken gefunden zu haben. Mit dem entstehenden Partikeltherapie-Zentrum wird hier in wenigen Jahren ein weiterer Leuchtturm der Versorgung von schwer erkrankten Patienten entstehen, der weit über die hessischen Grenzen hinaus sichtbar ist.“

Frau Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic unterstrich die Bedeutung der Partikeltherapie für die Behandlung von Tumorpatienten. „Bei dieser modernen Therapieoption kann man für die betroffenen Patienten tatsächlich von einem Quantensprung sprechen. Während bei der herkömmlichen Photonentherapie aufgrund der strahlenphysikalischen Eigenschaft stets ein Teil der Energie an der Oberfläche der Haut bzw. auf dem Weg zum kranken Gewebe verloren geht, können wir hier die Energieentladung 'punktgenau' steuern. Damit ist diese Art der Strahlentherapie praktisch nebenwirkungsarm.“ Frau Prof. Engenhart-Cabillic verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass diese Form der Strahlentherapie in Zukunft möglichst vielen Patienten helfen kann.

Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender der RHÖN-KLINIKUM AG, hob in seinen Grußworten die „Strahlkraft“ der neuen Partikeltherapie-Anlage hervor: „Gute Medizin lebt von gezielten Investitionen in Innovationen. Mit diesem Leuchtturmprojekt beweisen wir, dass wir verlässliche Partner für Politik und Wissenschaft sind und vertrauensvoll gemeinsame Ziele in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung verfolgen. Mit den rund 120 Mio. Euro, die wir in die Anlage investieren, schaffen wir heute die Grundlage für die gute Medizin von morgen und neue Perspektiven für die onkologische Versorgung der Patienten in ganz Hessen und darüber hinaus.“

Der Studiendekan des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Klaus J. Klose, betonte in seinem Grußwort die Aufwertung, die der Forschungsstandort Lahnberge in den letzten Jahren erfahren hat: „Neben dem neuen BSL4-Labor für die Virologie, dem 2006 in Betrieb gegangenen neuen Mutter-Kind-Zentrum sowie dem jetzt in Angriff genommenen 3. Bauabschnitt des Klinikums entsteht hier eine Partikeltherapie-Anlage, die sowohl eine Bestrahlung mit Protonen als auch mit Schwerionen zulässt. Damit wird der Medizin-Forschungsstandort Marburg weit über die regionalen Grenzen hinaus aufgewertet.“

 

Dokumente zum Download:

Begrüßung Gerald Meder, Vorsitzender der Geschäftsführung, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH

Grußwort Prof. Dr. med. Klaus-Jochen Klose, Studiendekan Fachbereich Medizin, Philipps-Universität Marburg

Grußwort Dr. Franz Kahle, Bürgermeister, Stadt Marburg

Grußwort Prof. Dr. med. Rita Engenhart-Cabillic, Leiterin Strahlentherapie, Universitätskliniken Gießen und Marburg

Grußwort Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender, RHÖN-KLINIKUM AG