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Erneuerbare Energie
Die Nutzung erneuerbarer Energien leistet einen wesentlichen Beitrag zur Abmilderung des Klimawandels, da sie die Absenkung des Primärenergieverbrauchs mit einer deutlichen Reduktion der Schadstoff-Emissionen verbinden. Vor Ort erzeugte Energie ist gleichzeitig ein wichtiger Schritt in Richtung Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit, da sie eine größere Unabhängigkeit gegenüber den knapper werdenden fossilen Brennstoffen ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund ist es unser Ziel, den Einsatz regenerativer Energien im Konzern voranzutreiben, wobei die Entscheidung für ein alternatives Energiekonzept immer eines voraussetzt: die Energieversorgung des Klinikbetriebs muss hundertprozentig gewährleistet sein – denn die Sicherheit unserer Patienten hat oberste Priorität.


Erdwärme am Krankenhaus Cuxhaven

Im Jahr 2003 haben wir das Krankenhaus Cuxhaven – ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 250 Betten – von der Stadt Cuxhaven übernommen. Im Rahmen unserer Restrukturierung der Klinik bauen wir den Bettentrakt auf einer Fläche von etwa 6.000 m² neu und werden die Versorgungstechnik des Krankenhauses sanieren. Da die Gebäudefundamente in Küstennähe aufgrund der geringen Tragfähigkeit des Bodens durch Gründungspfähle stabilisiert werden müssen, haben wir uns bei diesem Teilneubauprojekt für die ökologisch und wirtschaftlich beste Lösung entschieden: oberflächennahe Geothermie.

Inzwischen haben wir die Rohbauarbeiten erfolgreich abgeschlossen und die Ausbaugewerke begonnen. 312 der insgesamt 450 Gründungspfähle konnten wir anordnungsbedingt als Energiepfähle mit einem Rohrsystem ausstatten. Die Arbeiten an den Energiezentralen begannen im April 2008, die Inbetriebnahme der neuen Energieversorgung wird im Dezember 2008 erfolgen. Der Teilneubau wird planungsgemäß Anfang 2009 fertig gestellt sein.

Erdwärme in der Portal-Klinik Miltenberg

Die Eingangshalle unserer Portal-Klinik Miltenberg ist mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die nicht nur heizen, sondern auch kühlen kann. Möglich wird dies durch sechs Erdsonden, die ca. 80m tief ins Erdreich gebohrt wurden. Je Erdsonde ist ein Kunststoffrohr DN 100 mit je 4 Rohren DN 32 verlegt. So können wir über den Estrich in der ca. 450 m² großen Halle eine Wärmelast von bis zu 30 kW abführen und auf eine aufwändige elektrische Kühlung verzichten.

Die aus dem Erdreich zur Verfügung gestellte Kälte hilft außerdem beim Lüften der Halle: statt mechanischer Be- und Entlüftung sind in der Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA-Anlage) des Glasdachs kleine Verbindungen zur Außenwand, sogenannte Nachströmöffnungen, vorgesehen, die über integrierte Kälteregister wiederum in das System der Erdsonden eingebunden sind. Im Ergebnis wird die Zuluft, die bei geöffneten Dachfenstern in die Halle strömt, über die aus dem Erdreich gewonnene Kälte gekühlt.

Ergänzt haben wir das System mit einer Nachtauskühlung der Halle, indem die nachts kühlere Außenluft auch das Innere der Eingangshalle abkühlt und so die Klimatisierung ersetzt. Weiterer Bestandteil des Systems ist ein innovativer Sonnenschutz: dank fester Lamellen zwischen dem Isolierglas der Dachflächen ist keine Hilfsenergie zur Steuerung des Sonnenschutzes notwendig. Die Lage der Lamellen wird vor der Montage je nach Ausrichtung für jedes Fenster berechnet. So erreichen wir einen optimalen Kompromiss zwischen Sonnenschutz und Lichteinfall.


Erdwärme in der Portal-Klinik Hammelburg

Auch am Standort Hammelburg setzen wir auf Erdwärme: ein ca. 40m langer Erdkanal aus Beton dient hier als Außenluftansaugung für die Lüftungszentrale im Untergeschoss. So werden das Untergeschoss, das Medizinische Versorgungszentrum sowie die Eingangshalle mit Zuluft versorgt. Aufgrund des Temperaturgefälles zwischen Erdreich und Außenluft erwärmt sich die Frischluft im Winter um 2 bis 3 °Celsius und kühlt sich im Sommer entsprechend ab. Damit wird die Luft ohne maschinell erzeugte Energie vorkonditioniert.

Wie in unserer Miltenberger Klinik haben wir bei der Eingangshalle auf eine mechanische Entlüftung verzichtet und setzen die RWA-Anlage zum Lüften der Halle ein. Auch die Nachtauskühlung haben wir in Hammelburg wie in Miltenberg ohne elektrische Klimatisierung geregelt.


Wasserkraftwerk Neumühle

In unserer zur Saaletalklinik gehörenden Drogentherapieeinrichtung Neumühle
betreiben wir ein Wasserkraftwerk mit einer installierten elektrischen
Leistung von 61 kW. Die Stromerzeugung in diesem Kraftwerk wurde bereits im Jahr 1909 aufgenommen. Im Jahr 1948 wurden vom damaligen Besitzer zwei neue, sogenannte "Francisturbinen" eingebaut, die bis heute in Betrieb sind. Die
Kraftübertragung von der Turbine zum Generator erfolgte noch bis Ende
der 80er Jahre mit Transmissionsriemen, inzwischen haben wir Hochleistungsgetriebe eingebaut und die gesamte Elektrik modernisiert.

Es werden jährlich ca. 250.000 kWh Strom erzeugt, was immerhin einem
Strombedarf von über 80 Haushalten entspricht. Etwa 63 % des produzierten
Stroms wird in das öffentliche Netz eingespeist.


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