
die RHÖN-KLINIKUM AG zieht für die erste Jahreshälfte 2010 eine positive Bilanz: Der Wachstumstrend in den ersten Monaten hat sich fortgesetzt und die Leistungskennzahlen sind weiter gestiegen. Wir haben in den ersten sechs Monaten 1.023.845 Patienten behandelt. Das sind 13,4 % mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unsere Umsatzerlöse sind um 10,7 % auf 1.262,9 Mio. € angestiegen. Wir begegnen den anspruchsvollen Rahmenbedingungen – den Personal- und Sachkostensteigerungen – mit unserer Expertise und mittels Mehrleistungen. Daher beträgt das Konzernergebnis für die erste Jahreshälfte 71,0 Mio. € (+ 7,9 %).
Der positive Trend setzt sich fort. Immer mehr Menschen entscheiden sich für unsere hochwertigen Versorgungsangebote. Wir sind zuversichtlich in der zweiten Jahreshälfte unseren vorgezeichneten Wachstumspfad weiter zu gehen.
Ausdrücklich bekräftigen wir unsere Jahresprognose für 2010: Wir planen ohne Berücksichtigung weiterer Zukäufe Umsatzerlöse in Höhe von rund 2,6 Mrd. € und einen Konzerngewinn von rund 145 Mio. €. Dabei halten wir eine Abweichung von jeweils 5 Prozent nach oben und unten für möglich.
Die Übernahme der MEDIGREIF-Gruppe, die Aufstockung unseres Anteils an der Amper Kliniken AG sowie der Kauf der Salze Klinik I sind weitere Schritte des Wachstums nach der Kapitalerhöhung. Die Integration der sechs Krankenhäuser und zwei MVZ in unser Versorgungsnetz geht mit großen Schritten voran.
Die Verzahnung unserer stationären und ambulanten Einrichtungen bringen wir mit ganzer Kraft weiter voran. Unser Ziel ist es, unser integriertes Versorgungsnetz für die Patienten weiter auszubauen und über alle Versorgungsstufen hinweg qualitativ noch hochwertigere Medizin anzubieten. Effiziente medizinische Abläufe über die Sektoren hinweg sind für uns die Basis, um weitere Qualitäts- und Effizienz-reserven an den Sektorengrenzen zu heben. Mit einem innovativen Konzept, der webbasierten elektronischen Patientenakte, ist es uns beispielsweise gelungen, Ärzten eine Kommunikationsbrücke zwischen dem ambulanten und stationären Bereich anzubieten, die ein intersektorales und interdisziplinäres Arbeiten zum Wohle der Patienten ermöglicht.
Die Frage, der wir uns immer wieder stellen und die unser unternehmerisches Handeln lenkt, ist dabei: Wie können wir qualitativ hochwertige, wohnortnahe und bezahlbare Medizin für jeden Menschen in Deutschland sicherstellen?
Um das Gesundheitssystem angeblich zukunftsfest zu machen, hat Gesundheitsminister Dr. Rösler vor wenigen Wochen Eckpunkte einer Gesundheitsreform mit umfassenden Sparmaßnahmen vorgestellt. Wohlgemerkt: es handelt sich im Moment um eine politische Absichtserklärung. Demzufolge müssten sich die Leistungserbringer in 2011 auf einen 30 % Abschlag auf sogenannte vereinbarte Mehr-leistungen und auf eine Halbierung der Grundlohnsummensteigerungsrate einstellen. Die Details der Reform werden in den nächsten Wochen und Monaten im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens ausgearbeitet und hier werden wir uns in der ganz konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen Gehör verschaffen.
Wir haben immer wieder bewiesen, dass wir als Klinikverbund unser Handwerk verstehen und mit solchen sogenannten Reformen erfolgreich umzugehen gelernt haben. Derartige Entscheidungen der öffentlichen Hand gab es bereits früher und sie sind in unserem Geschäftsmodell berücksichtigt. Sie können sicher sein, dass wir uns schon jetzt auf mögliche Herausforderungen in 2011 einstellen. Wir sind schon jetzt dabei ein internes Maßnah-menpaket zu schnüren, mit dem wir mögliche Widrigkeiten kompensieren werden.
Zugleich halte ich es für viel zu kurz gesprungen, die Zukunftssicherung unseres Gesundheitssystems auf die Kosten- und Finanzierungsfragen zu reduzieren. Vielmehr sollte vor der Implementierung einschneidender und einseitiger Kostendämpfungsmaßnahmen der politische Rahmen geschaffen werden, in dem die im System liegenden Qualitäts- und Effizienzreserven gehoben werden können und in dem ein fairer Wettbewerb um die besten Konzepte statt finden kann. Denn das gemeinsame Ziel aller Akteure muss sein, ein Gesundheitssystem aufzusetzen, das an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtet ist.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Pföhler
Vorstandsvorsitzender
Bad Neustadt a. d. Saale, im August 2010
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