
Die Geschäftsführung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH hat sich grundsätzlich mit den Dekanaten der beiden Fachbereiche Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg darauf verständigt, dass etwa die Hälfte der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel in strukturelle Maß-nahmen – etwa (Mit-) Finanzierung eines zusätzlichen Lehrstuhles – und die andere Hälfte für konkrete Forschungsprojekte zur Verfügung stehen soll. Dies schließt nicht aus, dass im Einzelfall ein abweichender Verteilungsmechanismus zum Zuge kommt, da das Entscheidungsrecht über die Vergabe allein bei der Geschäftsführung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH liegt.
Die Vergabe erfolgt dabei auf Basis eines Kommissionsvorschlages. In diese Kommission sind Vertreter der beiden Fachbereiche Medizin, der RHÖN-KLINIKUM AG und der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH eingebunden, den Vorsitz führen zwei Emeriti der beiden Standorte. Die Evaluierung und Bewertung der Anträge richtet sich nach international üblichen Kriterien, wobei der Schwerpunkt auf die Förderung der „translationalen“ Forschung gelegt wird. Damit kann sichergestellt werden, dass die Gießener und Marburger Forschungsergebnisse schnell in die klinische Praxis umgesetzt werden können und so den Patientinnen und Patienten der Universitätskliniken in Gießen und Marburg, in weiterer Folge aber auch allen Patienten unserer Konzernkliniken, zu Gute kommen.
Die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH und die RHÖN-KLINIKUM AG sehen diese Form der Forschungsförderung – wie auch die an den Kliniken des Konzerns etablierte „Mitarbeiterbeteiligung“ – als Instrument der Mitarbeitermotivation und
-identifikation. Über die Förderung der kliniknahen Forschung kann überdies die Vernetzung von Forschung und Krankenversorgung erreicht werden und wird damit dem erweiterten Berufsbild der Ärzte in der Universitätsmedizin – Forschung & Lehre und Krankenversorgung – in besonderer Weise Rechnung getragen.
Dank der vorgesehenen Dynamik (die im Rahmen der Forschungsförderung zur Verfügung stehenden Geldmittel erhöhen sich ebenso wie die Beteiligung der Mitarbeiter mit einem besser werdenden Betriebsergebnis) werden mit steigender Profitabilität immer mehr Mittel für Forschungsprojekte der kliniknahen Medizinforschung in Gießen und Marburg zur Verfügung stehen. Damit erleben die Fachbereiche Medizin, die auch exklusiv aus den Erträgen der von-Behring-Röntgen-Stiftung des Landes Hessen (das Land Hessen hat 100 Mio. € des Kaufpreises der RHÖN-KLINIKUM AG für die beiden Uniklinika als Grundkapital in diese Stiftung eingebracht) gefördert werden, neben den bereits begonnen Rationalisierungsinvestitionen eine zusätzliche Attraktivierung als Wissenschaftsstandorte. Für die Krankenversorgung gehen damit eine Erweiterung des Einzugsgebiets und eine Vergrößerung des Patientenvolumens einher.