
Die zunehmende Verschmutzung der Umwelt, der man schutzlos ausgeliefert ist, wird häufig als Auslöser vermutet. Diese subjektive Einschätzung entspricht jedoch nicht den Tatsachen, denn nur 1 – 4 % aller bösartigen Erkrankungen werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation durch Umweltbelastung verursacht. Der größte Risikofaktor für die Entstehung bösartiger Erkrankungen ist die Lebensweise in unseren Industrienationen. Es handelt sich dabei um dieselben Ursachen, die auch den Herz-Kreislauf-Krankheiten zugrunde liegen. Neben Rauchen, das für ca. 30 % aller Krebstodesfälle verantwortlich ist (v.a. Lungenkrebs), ist hier vor allem Übergewicht und mangelnde körperliche Bewegung zu nennen. Der massive Einfluss dieser Faktoren, die ebenfalls für ca. 30 % aller Krebserkrankungen (z.B. Brustkrebs, Darmkrebs) verantwortlich sind, ist erst in den letzen Jahren erkannt worden. Die genauen Mechanismen der Krebsentstehung durch Übergewicht und Bewegungsmangel sind nicht geklärt.
Vermutet wird eine vermehrte Bildung insulinähnlicher Substanzen, die an Tumorvorläuferzellen als Wachstumsfaktoren wirken. Hervorzuheben ist für jeden einzelnen die Chance durch eigenverantwortliche Lebensführung das eigene Krebsrisiko aktiv zu verringern. Ca. 70 % aller Krebserkrankungen sind prinzipiell vermeidbar durch Einhalten eines normalen Körpergewichtes, ausreichend körperliche Bewegung und Verzicht auf Nikotinkonsum.
Die Zusammenarbeit der verschiedenen auf Krebserkrankungen spezialisierten Fachgebiete und Forschung sind die größten Hoffnungen im Kampf gegen Krebs. Die Abteilung für Internistische Onkologie und Hämatologie berät und betreut Patienten mit bösartigen Erkrankungen und Bluterkrankungen. Schwerpunkt der Tätigkeit ist dabei die Interdisziplinäre Vernetzung. Ärzte der Gastroenterologie, Gynäkologie, Chirurgie, Radiologie, Pathologie, Strahlentherapie und Onkologie treffen sich in interdisziplinären Tumorkonferenzen, um die jeweils geeignete Therapie für einen Patienten festzulegen. Niedergelassene Kollegen sind eingeladen, ihre Patienten ebenfalls in diesen Konferenzen vorzustellen. Weiterhin erfolgt die Abstimmung mit den mitbehandelnden auswärtigen ärztlichen Kollegen. Hierzu dienen z.B. auch Tumorkonferenzen und die Kooperation mit den medizinischen Einrichtungen der Universitätsklinik Dresden sowie die Zusammenarbeit mit weiteren Kliniken der Region. Durch diese Bündelung der Kräfte gibt es bereits jetzt in vielen Bereichen der onkologischen Therapie beachtliche Fortschritte. Viele früher als unbehandelbar geltende Krebsarten können heute bei einem beträchtlichen Teil der Patienten geheilt werden. Aber auch bei nicht mehr heilbaren Tumorkrankheiten können durch moderne Behandlungsverfahren wesentliche Verbesserungen der Lebensqualität und Lebenserwartung erreicht werden.
Die Betreuung von Patienten mit Tumor- oder Bluterkrankungen erfolgt in der Klinik für Innere Medizin I vorwiegend auf der Station D 1. Auf dieser Station werden bei einem Verdacht auf eine bösartige Erkrankung durch Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren sowie durch Untersuchung von Gewebsentnahmen die Art der Erkrankung und deren Ausbreitungsgrad festgestellt. Mit den gewonnenen Daten wird das interdisziplinäre Therapiekonzept (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, Schmerztherapie) festgelegt. Darüber hinaus werden auch bei Patienten, deren Diagnostik schon von den Hausärzten oder anderen Abteilungen erfolgt ist, spezielle Tumortherapien durchgeführt.
Besonders am Herzen liegt uns auch die Integrierung palliativmedizinischer Konzepte bei unheilbar Erkrankten zur Linderung von Symptomen und Leiden unter Einbeziehung eines Kompetenzteams aus Pflegenden, Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern, Ergotherapeuten und Seelsorgern. Eine zeitgemäße Tumortherapie muss neben den auf dem neusten Stand von Wissenschaft und Technik zu erbringenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auch die Aspekte der Primär- und Sekundärprophylaxe, der Krankheitsverarbeitung und der psychologischen Betreuung umfassen. Nur so kann erreicht werden, den Patienten als vollwertigen Partner bei der Behandlung seiner Krankheit zu integrieren und mit ihm auf ein qualitativ gutes Leben mit der Krebskrankheit hinzuwirken.
Das onkologische Team am Klinikum Pirna umfasst daher neben Ärzten und Pflegern auch eine differenzierte Ernährungsberatung und eine professionelle psychoonkologische Betreuung. Die intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten Berufsgruppen dient dem Zweck, im ganzeinheitlichen Sinn sowohl die körperlichen als auch die emotionalen, psychischen und sozialen Auswirkungen der Krebserkrankung soweit wie möglich zu lindern. Dies hat nachgewiesenermaßen einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität über den gesamten weiteren Krankheitsverlauf hinweg. Die Gesundheitsmotivation gilt nämlich auch für bereits an Krebs Erkrankte:
Durch gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung können Betroffene mit Darmkrebs und Brustkrebs das Risiko für einen Rückfall ihrer Krebserkrankung um 50 % reduzieren. Auch ein ungesunder Lebensstil erhöht das Risiko. Der häufige Verzehr von ballaststoffarmer Kost, rohem Fleisch und tierischen Fetten ist ebenso begünstigend wie Übergewicht und mangelnde Bewegung. Durch regelmäßige Darmspiegelung zur Krebsvorsorge (Koloskopie) werden gutartige Vorstufen entfernt, bevor sie entarten. Dadurch kann die Darmkrebshäufigkeit um ca. 80 % gesenkt werden.
Behandlungsschwerpunkte sind:
Therapieschwerpunkte: