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Gastroenterologie
Die Gastroenterologie beschäftigt sich mit Erkrankungen von Speiseröhre, Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse und Leber. Zur Untersuchung und Behandlung wird in erster Linie die Endoskopie („Spiegelung“) eingesetzt. Mittels Videotechnik können Erkrankungen minimal-invasiv auf dem Bildschirm sichtbar gemacht und behandelt werden. Durch eine enge Zusammenarbeit von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten (teils mit Schwerpunktbezeichnung Gastroenterologie) und routinierten Endoskopieschwestern ist eine schmerzfreie und schonende Untersuchung möglich. Neben der medizinischen Betreuung wird die Einhaltung strenger Hygienevorschriften und eine sichere Geräteaufbereitung gewährleistet. Regelmäßige Qualitätssicherungsmaßnahmen erfolgen z.B. i. Rahmen des jährlichen Qualitätsberichtes und von Zertifizierungen (Darmzentrum).  Für Notfälle steht ein Team mit einem Arzt und eine Krankenschwester rund um die Uhr über sieben Tage in der Woche zur Verfügung.



Diagnostik:
  • Es steht eine moderne Endoskopie-Abteilung mit 3 Arbeitsplätzen zur Verfügung
  • Durchführung von Gastroduodenoskopien, Koloskopien, ERCP, PTCD, Videokapselendoskopie, Doppelballonenteroskopie
  • Durchführung von ultraschallgestützten Organpunktionen
  • Endosonographie des oberen und unteren Gastrointestinaltraktes mit Feinnadelpunktion
  • konventionelle und interventionelle Sonographie (2 Arbeitsplätze), Kontrastmittelsonographie, High-End-Sonographie farbkodierte Duplexsonographie (ambulante Ermächtigung)
  • Funktionstest (H2 Atemtest)

Behandlungsmaßnahmen:

  • Notfallbehandlung von Speiseröhren- und Magenblutungen, einschließlich Varizenligaturen
  • Notfallbehandlung von Darmblutungen
  • Therapie des Mb. Crohn und der Colitis ulcerosa Fibrinklebungen im Gastrointestinaltrakt
  • Polypektomien, Mukosektomien
  • Papillotomien einschließlich der Behandlung mit Stents im Bereich der Gallengänge
  • Bougierungen, Dilatationen, Stentimplantation im oberen und unteren Gastrointestinaltrakt, Behandlung mit Argon-Beamer
  • Im Rahmen des ambulanten Operierens ist die Durchführung von Koloskopien, Polypektomien und Papillotomien auch ambulant möglich

Bauchschmerzen

Ursachen für Bauchschmerzen sind sehr vielfältig. Häufige Ursachen sind Steine oder Entzündungen der Gallen- oder Harnwege, Geschwüre des Magen-Darm-Trakts sowie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und der Prostata. Lebensbedrohlich ist der Darmverschluss, der oft schwer zu erkennen ist. Dies gilt insbesondere auch für den Darminfarkt. Er muss sofort diagnostiziert und meist auch sofort operiert werden. Infarkte, d.h. Durchblutungsstörungen durch Embolien, können auch die Milz und die Nieren betreffen. Bei Bauchschmerzen kann die Diagnose manchmal durch eine einfache ärztliche Untersuchung gestellt werden. Nicht selten sind jedoch aufwendige Untersuchungen erforderlich: z.B. Labor, Ultraschall, Endoskopie, Computertomografie, Kernspintomografie und Angiografie. Wichtig ist jedoch nicht nur die apparative Diagnostik. In vielen Fällen muss ein gesamtes Team mit Gastroenterologen, Bauchchirurgen, oft auch Gynäkologen und Urologen, zur Verfügung stehen, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Dies ist im Darmzentrum am Klinikum Pirna der Fall.

Akute Durchfallerkrankungen

Durchfallerkrankungen gehen oft mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber einher. Folgen eines zunehmenden Flüssigkeitsverlusts sind Kreislaufprobleme bis zum Schock sowie in manchen Fällen auch Nierenversagen. Wenn keine Flüssigkeit mehr getrunken werden kann ist ihr Ersatz durch Infusionen erforderlich. Zahlreiche Viren und Bakterien können akute Durchfallerkrankungen auslösen. Eine antibiotische Behandlung kann den Krankheitsverlauf und die Krankheitsdauer oft abkürzen.

Magen-Darmblutung

Typische Beschwerden sind Bluterbrechen, Blut im Stuhl oder Schwarzfärbung des Stuhls durch verdautes Blut (Teerstuhl). Oft steht besonders eine Kreislaufschwäche durch den Blutverlust mit  Schwindel, Schwäche und Luftnot im Vordergrund, deren Ursache nicht selten zunächst verborgen bleibt. Mögliche Blutungsquellen sind vielfältig: gutartige oder bösartige Geschwüre, Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Gefäßmißbildungen, Krampfadern der Speiseröhre u.s.w. Die akute Magen-Darm-Blutung stellt einen lebensgefährlichen Notfall dar. Sie kann nur umfänglich erfolgreich behandelt werden, wenn alle Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen: Eine sofortige ärztliche Behandlung muss gewährleistet sein. Blutkonserven müssen jederzeit bereitstehen. Eine endoskopische Untersuchung und Blutstillung muß durch ein erfahrenes Team Tag und Nacht gewährleistet sein. Alle derzeit gängigen endoskopischen Blutstillungsverfahren müssen mit Erfahrung angewandt werden. Auch heute noch ist eine Operation in manchen Fällen lebensrettend. Ein Viszeralchirurg muss deshalb jederzeit zur Verfügung stehen und in die Behandlung einbezogen werden. Alle diese Voraussetzungen sind im Klinikum Pirna umfänglich erfüllt.

Darmpolypen

Darmpolypen sind Gewächse in Form von Anhängseln der Darmschleimhaut, die zum Darminneren gerichtet sind. Sie können Krebsvorläufer oder Krebs sein. Deshalb müssen sie entfernt und durch eine feingewebliche Untersuchung klassifiziert werden. Die weitere Behandlung erfolgt entsprechend dem Ergebnis dieser Klassifikation. Bei gutartigen Polypen ist eine endoskopische Abtragung ausreichend. Bei bösartigen Polypen kann bei vollständiger Entfernung in manchen Fällen auf eine Operation verzichtet werden. Bei unvollständiger Entfernung ist immer eine Operation mit Entfernung des betroffenen Darmteils einschließlich der Lymphknoten notwendig. Die Operation kann meist minimal-invasiv erfolgen. Sämtliche endoskopische Verfahren zur Abtragung der Polypen werden im Klinkum Pirna in großer Anzahl durchgeführt: Zangenektomie, Schlingenektomie, endoskopische Mukosaresektion mittels Kappe oder Schlinge. Alle Maßnahmen werden durch die Qualitätssicherung im Darmzentrum Pirna erfasst und durch die zertifizierende Institution regelmäßig kontrolliert.

Gelbsucht

Bei der Gelbsucht liegt eine gelbe Verfärbung der Augen und eventuell auch der gesamten Haut vor (Ikterus). Häufig führen Abflussstörungen der Galle zur Gelbsucht. Sie werden durch Steine, Engstellen oder Entzündungen im Gallengang verursacht. Mögliche weitere Ursachen einer Gelbsucht sind Störungen der Leberfunktion durch Lebererkrankungen. Seltener wird ein erhöhter Anfall von gelbem Blutfarbstoff (Bilirubin) durch gesteigerten Zerfall der roten Blutkörperchen (Hämolyse) hervorgerufen. Die Leber kann in diesem Fall ihrer Aufgabe der Entgiftung des Bilirubins nicht mehr in ausreichendem Maß nachkommen. Die Ursache einer Gelbsucht kann meist mittels einer Blutuntersuchung und einer Ultraschalluntersuchung der Gallenwege ermittelt werden. Manchmal bringen erst eine Endosonografie (Untersuchung mit dem Ultraschallendoskop) oder eine Computertomografie eine Klärung. Die Behandlung setzt an der Ursache an: Bei Abflussstörungen der Galle muss der Weg der Galle wieder freigemacht werden. Dies erfolgt durch die Endoskopie (ERCP). Die Gallenwege sind einer Behandlung mit dem Endoskop zugänglich. Speziell bei Gallengangssteinen liegt zusätzlich zur Gelbsucht oft eine lebensbedrohliche Entzündung mit hohem Fieber vor. Die ERCP muss dann sofort und ohne jede Zeitverzögerung durchgeführt werden. Für diese Notfälle steht im Klinikum Pirna  ein Team mit einem erfahrenen Arzt und einer Endoskopieschwester rund um die Uhr über zur Verfügung. Bei Störungen der Leberfunktion muss zunächst die Art der Lebererkrankungen ermittelt werden.  Erst dann kann eine kompetente und gezielte Behandlung eingeleitet werden. Akute Leberentzündungen (akute Hepatitis)  durch Viren (Hepatitis A, B, C, E oder D), die Fettleberhepatitis, die toxische und die Alkoholhepatitis müssen von chronischen Lebererkrankungen und Tumorerkrankungen abgegrenzt werden, da die Behandlung völlig unterschiedlich ist.


Aufklärungsspechstunde  Mi./Do. 14.00 – 15.00 Uhr

Endoskopie-Hotline  03501 – 7118 – 3232


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