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Neurologische Klinik
In der Neurologischen Klinik (60 Betten) werden alle Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskeln untersucht und behandelt (u.a. Schlaganfälle, Epileptische Anfälle, Multiple Sklerose, Hirnhautentzündungen, Bewegungskrankheiten, Demenzen, Polyneuropathien, Muskelschwund). Beschwerden, die typischerweise zur Einweisung in unsere Klinik führen, sind u.a. akute und chronische Schmerzen, insbesondere Kopfschmerzen, Lähmungen, Sprachstörungen, Missempfindungen, Schwindel, Bewusstseins- und Bewegungsstörungen sowie vermehrte Vergesslichkeit.

Die Diagnostik umfasst neben der klinischen Untersuchung neurophysiologische Methoden (z.B. Elektroenzephalographie, Elektromyographie, evozierte Potentiale, etc.) zur Überprüfung funktioneller Systeme, die Liquordiagnostik zur Erkennung entzündlicher Erkrankungen, die Ultraschalldiagnostik zur Untersuchung der hirnversorgenden Gefäße und in Kooperation mit dem Radiologischen Institut die bildgebenden Verfahren (Computer- und Kernspintomographie, digitale Subtraktionsangiographie) zum Nachweis struktureller Läsionen.

Zwischen den Spezialisten insbesondere der Medizinischen und Neurologischen Kliniken besteht eine enge Zusammenarbeit, da sich Diagnostik und Therapie der einzelnen Erkrankungen häufig überschneiden. Die hohe fachliche Kompetenz der Neurologischen Klinik beruht auf der Teamarbeit von Ärzten, Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, medizinisch-technischem Personal und den Mitarbeitern/innen der Verwaltung. Mit den Neurochirurgischen Kliniken des Städt. Klinikums Karlsruhe, der Universität Heidelberg, der Klinika Ludwigsburg und Stuttgart besteht eine enge Kooperation.

Im November 2000 wurde in der Neurologischen Klinik ein von der „Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall Baden-Württemberg e.V.“ zertifiziertes Regionales Schlaganfallzentrum eingerichtet. 2003 wurden die bislang vier Schlaganfallbetten in eine neu geschaffene und interdisziplinär genutzte Intermediate- Care- Station integriert, auf welcher sich nun insgesamt 8 neurologische Überwachungsbetten befinden.

Seit Februar 2004 beteiligt sich die Neurologische Klink an der Qualitätssicherung in der Schlaganfallversorgung in Baden-Württemberg (GeQuiK). Die Datenauswertung der ersten 500 Patienten kommt zu folgenden Ergebnissen:
Bei 24 % der Patienten erfolgte die Einweisung wegen eines Re-Insultes, bei 14 % wegen einer transitorisch ischämischen Attacke (TIA) und nur bei 5 % wegen einer Hirnblutung. 90 % der Patienten konnten direkt auf der Schlaganfallstation aufgenommen werden. Alle Patienten wurden mittels Computertomographie bzw. Kernspintomographie untersucht, die hirnversorgenden Gefäße wurden bei 83 % mittels Dopplersonographie und bei 17 % bereits primär mittels Kernspinangiographie dargestellt. Bei jedem zweiten Patienten wurde eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) durchgeführt. Die Entscheidung über die bestmögliche Sekundärprophylaxe vor einem erneuten Schlaganfall wurde in der Regel bereits innerhalb von drei Tagen gefällt.

Von 338 Patienten mit neurologischen Funktionsstörungen bei Aufnahme wiesen – gemessen mit dem Barthel-Index (BI) – bei Verlegung in eine Rehabilitationsklinik 84 % eine signifikante Verbesserung (Median 25, Spannbreite 5 – 100) und nur 2 % eine Verschlechterung („Progressive Stroke“) auf, bei 14 % blieb der BI unverändert. Bei 110 / 500 Patienten traten während der Behandlung Komplikationen in Form einer Pneumonie (N = 62), eines Harnwegsinfektes (N = 59), eines Dekubitus (N = 8) oder eines Sturzes auf (N = 7). Die Sterblichkeitsrate lag mit 4 % deutlich unterhalb des Landesdurchschnitts von 9 % (Stroke 2004; 35:2453).

Die meisten Patienten (60 %) wurden nach Hause und 38 % in eine Rehabilitationsklinik entlassen.
Seit dem Beginn des Jahres 2005 existiert ein Klinischer Leitpfad „Schlaganfall“, der das standardisierte Procedere bei der Abklärung und Therapie des Schlaganfalls von der Aufnahme bis zur Rehabilitation beschreibt.


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