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Neurologische Klinik GmbH Bad Neustadt

Gut aufgestellt ins neue Jahrzehnt - Neurologische Klinik Bad Neustadt feiert 20-jähriges Bestehen

Bad Neustadt a. d. Saale, 03.11.2011 ---- Vor genau 20 Jahren hat die Neurologische Klinik Bad Neustadt an ihrem heutigen Standort den Klinikbetrieb aufgenommen. In diesen zwei Jahrzehnten hat sich das Haus inhaltlich und strukturell ständig weiterentwickelt. Heute bildet es eines der großen Zentren für integrierte neurologische Akut- und Rehabilitationsmedizin in Deutschland.

Die Klinik hat heute insgesamt 284 Betten. Behandelt und betreut werden Patienten mit allen Schweregraden neurologischer Erkrankungen. Das Spektrum reicht über alle vier neurologische Behandlungsphasen von der Akutneurologie (Phase A) und der frührehabilitativen Behandlung Schwerst-Schädel-Hirn-Verletzter (Phase B) über die Weiterführende Rehabilitation (Phase C) und die Anschlussheilbehandlung (Phase D) bis hin zur ambulanten medizinischen Rehabilitation.

„Bei der Entwicklung dieses integrierten Angebots ist die Neurologische Klinik Trendsetter“, sagt der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Bernd Griewing. „Durch dieses umfassende Konzept kann jeder Patient dort versorgt werden, wo es sein Zustand erfordert. Die organisatorischen und räumlichen Strukturen erlauben einen fließenden Übergang zwischen den einzelnen Behandlungsphasen ohne Zeit- und Informationsverlust.“

Eröffnung 1991

Die Anfänge waren bescheidener, aber nicht weniger innovativ: Seit April 1988 wurde, damals noch im ehemaligen Badhotel am Schlossplatz, ein erstes neurologisches Rehabilitationsangebot aufgebaut – als damals erste neurologische Rehaklinik im nordbayerischen Raum.

Drei Jahre später, am 14. Mai 1991, wurde nach eineinhalbjähriger Bauzeit unter Leitung des damaligen Geschäftsführers und späteren Vorstandsmitgliedes der RHÖN-KLINIKUM AG, Gerald Meder, das heutige Gebäude der Neurologischen Klinik in der Von-Guttenberg-Straße eröffnet. Der Architekt Wolfgang Wilhelm hatte von einer gläsernen Pyramide ausgehend einen sternförmigen Bau entwickelt, der sich aufgrund seiner besonderen Architektur perfekt in die umgebende Landschaft einpasste: Von keinem Standort aus ist das gesamte Gebäude zu sehen, die wirkliche Größe der Klinik erschließt sich dem Besucher erst beim Betreten des Hauses.

Integratives Konzept

Der damalige Vorstandsvorsitzende der RHÖN-KLINIKUM AG, Eugen Münch, und die ehemalige Sozialministerin Barbara Stamm sprachen bei der Eröffnung von einem „Tag der Freude für alle Beteiligten und die Bürger“: Mehr als 230 Arbeitsplätze waren geschaffen worden, mit dem Konzept der Neurologischen Klinik wurde ein erster Schritt in die Richtung eines integrativen neurologischen Behandlungsmodells in Nordbayern getan und damit eine wichtige Versorgungslücke in der Behandlung neurologischer Erkrankungen geschlossen. Insbesondere die Einrichtung einer Intensivstation, die die frühestmögliche neurorehabilitative Therapie auch von beatmeten Patienten erlaubt, war richtungsweisend.

In den folgenden Jahren führte die Entwicklung zunehmend in den Akutbereich: Am 10. Oktober 1998 wurde die Stroke Unit mit damals vier – heute acht – Betten unter Leitung des heutigen Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Bernd Griewing eröffnet. In diesem Zuge wurde eine neurologische Akutabteilung für die Behandlung von Schlaganfall, Parkinson, Demenz,
Multipler Sklerose und Epilepsie bzw. für das komplette akutneurologische Behandlungsspektrum ins bisherige Behandlungskonzept eingegliedert.

Bauliche Erweiterungen

Um dieser Entwicklung auch logistisch und versorgungstechnisch Rechnung zu tragen, wurde 2001 ein zusätzlicher Gebäudeteil angebaut, in dem Notaufnahme und Diagnostik ebenso wie die Bereiche für Intermediate-Care und Intensivmedizin untergebracht sind. Letzterer wurde 2009 in einem weiteren Modulanbau nochmals erweitert, um jetzt 24 Intensivpatienten behandeln zu können. Der Anbau erfolgte unter Federführung von Geschäftsführer Jörg Rieger, der diese Funktion seit 2001 innehat.

Moderne Neurorehabilitation

Der Schwerpunkt der therapeutischen Maßnahmen im Rehasektor der Klinik liegt darauf, den Rückgewinn gestörter Funktionen nach einer neurologischen Erkrankung wie zum Beispiel Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Verletzungen ebenso wie die Ausbildung von Ersatzfunktionen zu fördern. Hierzu hält die Neurologische Klinik Abteilungen für Physiotherapie, Ergotherapie und Schlucktherapie, Neuropsychologie, Logopädie, Physikalische Therapie, Ernährungs- und Diätberatung sowie einen Sozialdienst vor. Neben einem weiten Spektrum etablierter Therapiemaßnahmen kommen neue Geräte- und PC-gestützte Therapieverfahren und die Tiergestützte Therapie zum Einsatz. Alle Rehamaßnahmen sind auf die Förderung der Selbsthilfe und Mobilität ausgerichtet. Die Patienten erlernen Funktionen neu, um ausgefallene Funktionen kompensieren zu können.

„Oberstes Ziel ist die möglichst weitgehende Wiedereingliederung in das familiäre und gesellschaftliche Leben und in das Berufsleben“ sagt Dr. Alfred Baumgarten, Chefarzt der Abteilung für Weiterführende Rehabilitation/Anschlussrehabilitation. „Im Bereich der Frührehabilitation liegt darüber hinaus unser Hauptaugenmerk auf der Behandlung von Patienten mit schwersten Bewusstseinsstörungen wie zum Beispiel dem Wachkoma“, so Dr. Matthias Schaupp, der Chefarzt der Abteilung für Frührehabilitation.

Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit

Interdisziplinäres Arbeiten hat die Klinik zur Basis ihrer internen Organisation gemacht. „Aus der engen Zusammenarbeit zwischen unseren Akutneurologen und Rehabilitationsmedizinern ergeben sich große Vorteile für die Patienten und Angehörigen ebenso wie für die Mitarbeiter“, erläutert Prof. Dr. Griewing. „Durch eine lückenlose Behandlungskette bleiben dem Patienten Doppeluntersuchungen, Verlegungen oder auch eine erneute Aufnahmeprozedur erspart. Unseren Mitarbeitern bietet sich die Möglichkeit intensiver Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen in den verschiedenen Bereichen.“ Für diese Interdisziplinarität wurde die Klinik im Schlaganfallsektor 2004 mit dem Innovationspreis „QuIK – Qualität und Innovation im Krankenhaus“ der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet.

Als einschneidendes Ereignis ging in die Geschichte der Neurologischen Klinik am 16. April 2010 der Brand im Westflügel ein, der acht Monate später, am 10. Dezember 2010, wiedereröffnet werden konnte. „Die Situation nach dem Brand haben wir genutzt, um Strukturen und Prozesse völlig neu zu gestalten“, erklärt Geschäftsführer Burkhard Bingel. „Die betroffene Frühreha-Station zum Beispiel wurde mit modernster Technik ausgerüstet, um die Behandlung der Schwerst-Schädel-Hirn-Verletzten noch weiter zu verbessern. 40 Patienten der Abteilung für Anschlussrehabilitation sind in der Frankenklinik, in der sonst überwiegend kardiologische Patienten rehabilitiert werden, untergebracht. Daraus ergeben sich ganz neue Kooperationsmöglichkeiten, etwa bei Patientenschulungen. Den in der Neurologischen Klinik gewonnenen Platz haben wir genutzt, um im April dieses Jahres eine Epilepsiestation mit speziellen Versorgungsstrukturen einzurichten.“ Ziel der Station ist es, den Patienten nach einem ersten epileptischen Anfall eine optimale Diagnostik beziehungsweise im Falle einer chronischen Erkrankung oder nach einem epilepsiechirurgischen Eingriff eine individuell abgestimmte Rehabilitation zu bieten.

Weitere Schwerpunkte

Neben der Diagnostik und Behandlung von Epilepsie liegen weitere Schwerpunkte auf den Bereichen Parkinson, Rückenschmerz und Demenz, für die alle modernen diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Seit 2005 setzt die Neurologische Klinik Bad Neustadt außerdem das innovative Konzept der MS-Nurse um. Es bildet eines der Bausteine, die die Neurologische Klinik als offiziell „Anerkanntes MS-Zentrum“ auszeichnen. Das Zertifikat „Anerkanntes MS-Zentrum“ wurde der Neurologischen Klinik von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) erstmalig im Jahr 2007 verliehen und seitdem regelmäßig verlängert.

Experten in Sachen Schlaganfall

Vorreiter ist die Klinik darüber hinaus im Bereich der Schlaganfallversorgung. 1998 wurde die klinikeigene Schlaganfalleinheit nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe als Überregionale Stroke Unit zertifiziert. Die Klinik bietet auch den Qualifikationslehrgang „Spezielle Pflege auf Stroke Units“ an, der den Teilnehmern spezielle pflegerische Kenntnisse und ein umfassendes medizinisches und therapeutisches Hintergrundwissen für die Versorgung von Schlaganfallpatienten vermittelt.

Unter Federführung der Neurologischen Klinik wurde darüber hinaus das so genannte Stroke Angel Konzept entwickelt, das seit 2008 in die Regelversorgung aufgenommen und deutschlandweit auf inzwischen vier weitere Regionen ausgedehnt wurde. Beim Stroke Angel handelt es sich um ein telemedizinisches Konzept im Rahmen der Schlaganfallversorgung, das die Schnittstelle von Rettungsdienst und Krankenhaus wesentlich verbessert und die Zeit bis zur Behandlung in der Klinik deutlich verkürzt.

Ideen weiterentwickeln

Den Ansatz von Stroke Angel nimmt das neueste Projekt unter Beteiligung der Neurologischen Klinik mit dem Titel INSPIRE auf. Dessen Ziel ist es, die Voraussetzungen für eine intensivierte Zusammenarbeit aller an der Schlaganfallversorgung beteiligten Partner – vom Rettungsdienst und der Klinik bis hin zu den nachbetreuenden Institutionen – zu schaffen und so für Schlaganfallpatienten eine integrierte Behandlungskette zu entwickeln.

„Unser Ansatz für die kommenden Jahre ist es, diesen Prozess einer Vernetzung mit ambulanten Institutionen und Hausärzten weiterzuführen“, erklärt Geschäftsführer Jörg Rieger. „Der Schlüssel hierzu ist der Einsatz der Telemedizin im regionalen und überregionalen Kontext.“

Pflege

Neben dem medizinischen Bereich hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch die Pflege eine enorme Weiterentwicklung erfahren. „Pflege heute steht auf einem wissenschaftlichen Fundament“, erläutert Elisabeth Hertel, Pflegedienstleiterin und ‚Mitarbeiterin der ersten Stunde’. „Wir arbeiten auf der Basis von Nationalen Expertenstandards und setzen für bestimmte Krankheitsbilder speziell ausgebildete Fachpflegekräfte ein. So werden Patienten der verschiedenen neurologischen Krankheitsbilder in unserer Klinik von spezialisierten Pflegekräften versorgt, etwa die Multiple-Sklerose-Patienten von einer so genannten MS-Nurse. Pflege versteht sich als eine selbstbewusste Berufsgruppe, die inzwischen an Projekten mit nationaler Bedeutung mitwirkt.“

Pflegekräfte aus der Neurologischen Klinik und aus nachbetreuenden Institutionen arbeiten aktuell beispielsweise gemeinsam mit Wissenschaftlern vom Forschungszentrum Informatik Karlsruhe (FZI) an innovativen Möglichkeiten zur Verbesserung der Patientensicherheit. Aktuell kommen im Rahmen einer Studie Sensor-Matten zur Sturzprävention auf zwei Stationen zum Einsatz.

Gelebte Qualität

Fester Bestandteil der Klinikstrukturen ist auch ein umfassendes Qualitätsmanagement (QM). Seit 2007 gibt es eine Stabsstelle für interdisziplinäres und bereichsübergreifendes QM, in diesem Jahr wurde unter anderem ein digitales, prozessorientiertes QM-Handbuch etabliert, in dem alle aktuellen Regelungen verbindlich festgehalten sind. Regelmäßig stellt sich die Klinik externen Überprüfungen. 2009 wurde sie erstmals nach den Qualitätsstandards DIN ISO 9001 und IQMP-Reha zertifiziert, 2012 steht hier die Rezertifizierung an.

„Ein wesentlicher Aspekt unserer 20-jährigen Tradition ist die Innovation“, sagt Geschäftsführer Jörg Rieger. „Medizin und Pflege unterliegen ständigen Veränderungen – und die Neurologische Klinik wirkt in vielen Bereichen als eine Art Motor. Mit dieser Innovationskraft startet die Klinik gut aufgestellt in ihr drittes Jahrzehnt.“

 

Die Neurologische Klinik Bad Neustadt feiert ihr 20-Jahr-Jubiläum. (Fotografin Evelyn Fälber)


RHÖN-KLINIKUM AG
Neurologische Klinik GmbH
Jörg Rieger (Geschäftsführer)
Von-Guttenberg-Straße 10
97616 Bad Neustadt a. d. Saale
 
Telefon 09771/908-0
E-Mail gf@neurologie-bad-neustadt.de

RHÖN-KLINIKUM AG
Regina Müller
Regionalleiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bayern-Nord
Salzburger Leite 1
97616 Bad Neustadt a. d. Saale

Telefon 09771/65-1596
Telefax 09771/65-9115
E-Mail regina.mueller@rhoen-klinikum-ag.com

 

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