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Ergotherapie

Der Ergotherapie liegt das Konzept zugrunde, dass Patienten über alltags- und handlungsorientierte Aktivitäten und Prozesse ihre Kompetenzen wieder erlangen, mindestens jedoch erweitern können.
Grundlage der ergotherapeutischen Behandlung ist eine genaue Befund- oder Statuserhebung. Die Behandlungsziele entsprechen der jeweiligen Phase vom postakuten Stadium über die Phase der Stabilisierung bis hin zur Wiedereingliederung in die häusliche und berufliche Situation.
Mit dem Einsatz verschiedener Medien, Übungsgeräte, Alltagsgegenstände sowie adaptierter Alltagshilfen werden verlorengegangene Funktionen körperlicher, geistiger oder psychischer Art durch entsprechende Behandlungsmaßnahmen verbessert. Damit wird der Patient an die größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit in seinem Alltags- und/oder Berufsleben herangeführt.

Ausstattung
Es steht ein großer, heller Behandlungsraum mit höhenverstellbaren Tischen, Behandlungsliegen sowie unterschiedlichen Materialien zur motorisch-funktionellen Einzel- und Gruppenbehandlung zur Verfügung. Das Training bei leichtgradigen Defiziten findet im Handwerksbereich (u.a. mit Makramee, Peddigrohr und Weben) statt. Räume für Hirnleistungstraining, ein Übungsbad und eine Übungsküche mit einer festen und einer höhenverstellbaren Küchenzeile komplettieren die Abteilung.
Zusätzlich befinden sich auf den Stationen Therapieräume, die die Behandlung der Patienten direkt auf den stationären Ebenen ermöglichen.

 

Behandlungsschwerpunkte:


Förderung der Wahrnehmung von Körper und Umwelt
nach den Konzepten
- Sonderegger
- Affolter
- Föhlich

  • Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen (visuell, auditiv, taktil-kinästhetisch, propriozeptiv und vestibulär)
  • Basale Stimulation
  • Geführte Aktivitäten
  • Lagerung, Lagewechsel und Transfer


Förderung der Sensomotorik
nach den Behandlungskonzepten auf neurophysiologischer Grundlage
- Bobath
- PNF
- Neurodynamik
- Funktionelle Bewegungslehre (Klein-Vogelbach)

  • Tonusregulation
  • Bewegungsanbahnung, -planung, -ausführung
  • Sensibilitätstraining
  • Grob- und Feinmotoriktraining
  • Kompensation nicht wiederherstellbarer Funktionen und Fähigkeiten
  • Gleichgewichtstraining


Förderung im lebenspraktischen Bereich (ADL)

  • An- und Ausziehen
  • Körperpflege
  • WC- und Bad benutzung
  • Essen, Trinken
  • Haushalts- und Küchentraining
  • Erprobung von Hilfsmitteln
  • Fähigkeit der Eigensteuerung und Selbsteinschätzung
  • Reintegration im sozial/kommunikativen Bereich


Therapie im Mund- und Gesichtsbereich (Facio-orale Trakt-Therapie)
nach den Konzepten von
- K. Coombes
- C. Morales
- Bartolomé

  • Mundpflege
  • Stimulation und Mobilisierung
  • Kostaufbau/-veränderung
  • Schluckversuche
  • Trachealkanülenmanagement
  • Kompensatorische Schlucktechniken
  • Wiederherstellung bei Einschränkungen im Bereich der mimischen Muskulatur

 

Förderung der kognitiven und sozialen Fähigkeiten
in Anlehnung an die Konzepte von
- Frostig
- Montessori
- V. Schweizer

  • Hirnleistungstraining zur Schulung von Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Orientierung im Raum, zur Person und zur Zeit, Raumanalyse, Handlungsplanung
  • Psychomotorik
  • Schreibtraining
  • Freizeitgestaltung
  • Hobbyfindung


Hilfsmittelversorgung

  • Anfertigung von Lagerungs- und Funktionsschienen (als Kontrakturprophylaxe und zur physiologischen Lagerung)
  • Patienten- und Angehörigenberatung
  • Kommunikation mit Kostenträgern und Sanitätshäusern
  • Entwicklung und Herstellung individueller Hilfsmittel
  • Dation von Hilfsmitteln
  • Anleitung der Angehörigen


Bei bevorstehender Klinikentlassung

  • Hilfsmittelberatung, -versorgung und ggf. -verordnung
  • Regeln für Kostform und Nahrungsaufnahme
  • Erstellung von Übungsprogrammen für zu Hause
  • Information über ambulante Weiterbehandlung