Klinik für Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin (Medizinische Klinik I)
DIE INTENSIVSTATION 51
Internistische Intensivmedizin
Telefonnummer der internistischen Intensivstation 51:
Telefon: 05121 / 89-4217
Fax: 05121 / 89-4518
E-mail: station51@klinikum-hildesheim.de
Ansprechpartner
Verantwortlicher Oberarzt: Dr.med. K. F. Bodmann
Verantwortliche Stationsschwester: Annerose Allner-Nebe
Lage
erste Etage über der Notaufnahme (siehe Lageplan)
Besuchszeiten:
täglich 14 bis 20 Uhr und nach Rücksprache
Antwort auf häufige Fragen:
- Moderne Intensivmedizin Überwachung
- Intensivtherapie
- Der beatmete Patient
- Intensivpflege
- Grenzen der Intensivtherapie
Überwachung
Zur ständigen Beobachtung ist der Patient über auf die Haut aufgeklebte Kontakte, eine Blutdruckmanschette oder in die Blutbahn reichende Katheter an einen Kontrollmonitor angeschlossen. Hier werden die Herzfrequenz, der Blutdruck, die Sauerstoffsättigung im Blut und die Temperatur des Patienten permanent überwacht. Störungen von Atmung, Herzschlag und Kreislauffunktionen werden somit sofort bemerkt. Das Intensivteam kann somit ohne wertvolle Zeit zu verlieren auf Notfälle reagieren und einer ungünstigen Entwicklung entgegenwirken.
Intensivtherapie
Die moderne Intensivtherapie bedient sich der vielfältigen Möglichkeiten der medikamentösen und technischen Hilfsmittel zur Unterstützung der Organfunktionen des Patienten. Sauerstofftherapie, moderne Antibiotikatherapie, kreislauf- und blutdruck-regulierende Medikamente, Modulation der Blutgerinnung, Transfusion der verschiedensten Blutbestandteile, Beatmung, Hämofiltration („Künstliche Niere“), Herzschrittmachertherapie, etc.
Das gesamte Spektrum der modernen internistischen Intensivtherapie kann auf unserer Station 51 durchgeführt werden.
Der beatmete Patient
Kommt es – aus den verschiedensten Gründen - zu einem Versagen der Lungenfunktion, ist die Sauerstoffversorgung und somit das Überleben des Patienten in akuter Gefahr. Der Patient muss künstlich beatmet werden. Hierzu wird entweder mit einer Beatmungsmaske beatmet oder – wenn dieses nicht ausreicht – ein Schlauch, der sogenannte „Tubus“, durch den Mund in die Luftröhre eingeführt, über den der Patient nun eine Überdruckbeatmung erhält. Der Patient erhält Schmerz- und Schlafmittel, also eine Art Narkose, aus der er nach Abschluss der Therapie wieder erwacht. In dieser Aufwachphase kommt es häufig zu Verwirrtheitszuständen, die jedoch nach einigen Tagen komplett verschwinden.
Auch im „künstlichen Schlaf“ an der Beatmungsmaschine verhält sich das Intensivteam wie bei einem wachen Patienten: Der Patient erhält Zuwendung, Zuspruch, Ruhezeiten und bei notwendigen Eingriffen und Untersuchungen gesondert schmerzstillende Medikamente.
Die Station verfügt über Beatmungsgeräte der neuesten Generation. Die Pflegekräfte und Ärzte sind für diese Behandlungsform speziell geschult und haben jahrelange, z.T. jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Beatmungspatienten.
Intensivpflege
Die Pflegekräfte auf Intensivstation sind speziell geschult und haben große Erfahrung im Umgang mit kritisch kranken Patienten. Heutzutage durchlaufen die Pflegekräfte eine zweijährige „Fachweiterbildung Intensivmedizin“ um sämtliche Aspekte der modernen medizinischen Intensivtherapie kennenzulernen und zu beherrschen.
Schwerstkranke, bewusstlose, beatmete und Notfallpatienten werden entsprechend ihrer Grunderkrankung optimal betreut und gepflegt.
Unterstützend stehen uns hierbei modernste Luftkammermatratzen, multifunktionell verstellbare Betten und Spezialstühle zu Verfügung. In besonderen, seltenen Fällen werden zusätzlich Spezialbetten mit Sonderfunktionen (Rotation, Vibration, etc.) angemietet, wenn die Erkrankung des Patienten dies erfordert.
Grenzen der Intensivtherapie
Unser Ziel ist, jeden Patienten nach Überwindung seiner lebensbedrohlichen Situation im gebesserten Zustand auf die Allgemeinstation zu verlegen. Dies gelingt bei schwersten Erkrankungen nicht immer. Wenn wir auch nicht jedes Leben retten können, sind wir doch immer bemüht, Leiden zu lindern, dem Patienten seine Schmerzen zu nehmen und die Angehörigen zu stützen.
Der Herzinfarkt
Patienten mit einem frischen Herzinfarkt haben einen akuten Verschluss einer Herzkranzarterie (Koronararterie). Dieser Verschluss bewirkt, dass Muskelgewebe des Herzens abstirbt, wenn nicht innerhalb von wenigen Stunden die Blutzufuhr zu dieser Herzregion wieder hergestellt wird, d.h. die Herzkranzarterie muss wieder eröffnet werden. In diesem Fall wird eine rasche Herzkatheter-untersuchung angestrebt mit der Möglichkeit zur Wiedereröffnung der verschlossenen Arterie durch Ballonaufweitung/Stent-Einlage und es werden spezielle Medikamente gegeben, die zum Offenhalten des infarktverursachenden Gefäßes beitragen.
Dem Herzinfarktpatienten drohen zwei Komplikationen: Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche. Beide Komplikationen können gut behandelt werden, vorausgesetzt sie werden rechtzeitig erkannt. Hierzu dient die Überwachung auf der Intensivstation. Die kritische Phase eines Herzinfarktes ist meist nach zwei bis drei Tagen überwunden. Da die ersten Stunden eines Herzinfarkt sehr wichtig und besonders gefährlich sind, werden auch Patienten bei denen zunächst nur der Verdacht auf einen Herzinfarkt besteht auf der Intensivstation überwacht.
Der „Schlaganfall”
Patienten mit einem Schlaganfall im Sinne eines „Hirninfarktes“ haben einen akuten Verschluss einer Arterie, die einen Teil des Gehirns mit Blut versorgt. Dieser Verschluss bewirkt, dass innerhalb von Minuten Gehirngewebe unwiederbringlich abstirbt. In einem Bereich um diese Zone mit abgestorbenem Gewebe herum kann aber noch Hirngewebe gerettet werden, dass später u.U. teilweise Funktionen des abgestorbenen Gewebes übernimmt. Wie bei einem Herzinfarkt treten die häufigsten Komplikationen direkt nach dem akuten Ereignis auf, so dass auch diese Patienten schnell speziellen Untersuchungen zugeführt, intensiv überwacht und behandelt werden müssen. Besondere Bedeutung kommt hierbei der intensiven Pflege und Krankengymnastik zu, die den Heilungsprozess entscheidend fördern.
Die Hirnblutung zeigt ganz ähnliche neurologische Ausfälle wie der Hirninfarkt (Gefühlsstörungen, Sehstörungen, Lähmungen, heftigste Kopfschmerzen, Krampfanfälle, etc.) und wird im Volksmund auch als Schlaganfall bezeichnet. Ursächlich ist hierbei eine „geplatzte“ Hirnschlagader. Es entsteht ein Bluterguss im Gehirn, der ebenfalls Gehirngewebe schädigt. Gerade diese Patienten können sehr schnell lebensbedrohliche Störungen in ihrer Atem- und Kreislaufregulation erleiden, so dass sie sehr von einer intensivmedizinischen Überwachung in den ersten Tagen profitieren.
Nierenversagen
Patienten, bei denen aus den verschiedensten Gründen die Nierenfunktion zeitweise oder erstmalig und anhaltend erloschen ist, sind in akuter Lebensgefahr. Die Nieren steuern den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers und übernehmen -neben vielfältigen anderen Aufgaben- die „Entgiftung“ des Körpers. Fallen die Nieren in ihrer Funktion plötzlich aus, drohen dem Körper u.U. lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, Krämpfe und Bewusstlosigkeit bis zum Tod. Der Patient benötigt sofort eine „Blutwäsche“ an der künstlichen Niere (Dialyse). Auch hierbei kann es anfangs zu Komplikationen kommen und die Patienten müssen in dieser Phase intensiv überwacht und behandelt werden.
Die akute Vergiftung
Vergiftungen sind je nach Art und Menge des in den Körper gelangten oder eingenommenen Stoffes immer als potentiell lebensbedrohlich anzusehen. Zu jedem Vergiftungsfall wird der Rat der Vergiftungsinformationszentrale (info: http://www.giz-nord.de/) von unseren Ärzten eingeholt. Diese Patienten müssen bis zum Abklingen der Wirkung des oder der Stoffe engmaschig bezüglich ihrer Atem- und Kreislauffunktion und ihrer psychischen Reaktion überwacht werden. Hierbei ist die Zusammenarbeit mit psychiatrisch erfahrenen Ärzten nötig, wenn es sich um einen Selbstmordversuch handelt.
Die schwere Magen-, Darmblutung
Ohne äußere Verletzung kann es aus den unterschiedlichsten Gründen zu Blutungen im gesamten Bereich des Magendarmtraktes kommen. Häufig ist hierbei der Magen und der Zwölffingerdarm betroffen. Verliert der Körper innerhalb kurzer Zeit viel Blut in den Darmtrakt, droht Kreislaufversagen. Der Patient benötigt daher eine engmaschige Überwachung von Herzrhythmus, Blutdruck und Hämoglobingehalt im Blut (Hämoglobin ist der Hauptsauerstoffträger im Blut). Es müssen schnell Infusionen und ggf. Blutkonserven gegeben werden. Ebenso muss der Patient, wenn er stabilisiert ist einer entsprechenden endoskopischen Diagnostik (Magen-, Darmspiegelung, etc.) unterzogen werden. Diese Untersuchungen sind in gewissen Umfang direkt auf der Intensivstation möglich.
Die schwere Infektion, Sepsis
Bestimmte schwere Infektionen durch Bakterien, aber auch durch Viren oder Pilze, lösen im Körper Reaktionen aus, die zum Versagen von verschiedenen Organen (Herz, Lunge, Niere, Leber, usw.) führen können (Sepsis). Hohes Fieber oder Untertemperatur, Benommenheit, schnelles Atmen, rascher Puls und niedriger Blutdruck können die Symptome sein und leicht zu lebensbedrohlichen und dann häufig nicht umkehrbaren Krankheitsverläufen führen. Die entsprechende Therapie z.B. mit Antibiotika und kreislaufunterstützenden Medikamenten muss unverzüglich eingeleitet werden. Häufig ist eine Beatmungstherapie des Patienten nötig.
Die schwere Bauchspeicheldrüsenentzündung
Die Bauchspeicheldrüse produziert die Verdauungssäfte, die den Speisebrei im Zwölffingerdarm zersetzen. Nur so kann der Körper bestimmte Nahrungsbestandteile aufnehmen. Durch verschiedene Ursachen kann es dazu kommen, dass diese hochaggressiven Verdauungssäfte schon innerhalb der Bauchspeicheldrüse freigesetzt werden. Es entsteht eine schwere Entzündungsreaktion, die direkt oder mittelbar zum Ausfall verschiedener Organe bis zum Tod führen kann. Der Verlauf der Erkrankung ist sehr unterschiedlich, eine engmaschige Überwachung des Patienten ist jedoch häufig über Tage nötig, um entsprechend schnell die Behandlung zu optimieren.