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Klinik für Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin (Medizinische Klinik I)

Kardiologie (Herzerkrankungen)

Der besondere Schwerpunkt der Medizinischen Klinik I liegt in der Betreuung von Patienten mit Herz- und Kreislauferkrankungen, welche nach wie vor die Krankheits- und Todesursachenstatistik nicht nur in Deutschland anführen.
Es werden alle gängigen konventionellen und invasiv-interventionellen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden angeboten wie EKG, Ergometrie, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Echokardiografie, Herzschrittmacherversorgung, Herzkatheterdiagnostik und Herzkathetertherapie, elektrophysiologische Untersuchung mit sog. Ablationstherapie und Behandlung spezieller Herzrhythmusstörungen.

Echokardiografie (Ultraschalluntersuchung des Herzens):
Die Echokardiographie ist das am häufigsten angewandte bildgebende Untersuchungsverfahren in der Kardiologie. Es wird bei fast allen Herz und Kreislauferkrankungen eingesetzt. Da die Darstellung von Gestalt und Funktion einzelner Herzstrukturen durch Ultraschallwellen erfolgt, ergibt sich für den Patienten keinerlei Strahlenbelastung. Die einzelne Untersuchung dauert 10 bis 30 Minuten und erfordert keine spezielle Vorbereitung. Mit Hilfe modernster Echokardiographiegeräte werden folgende Verfahren durchgeführt:

  • Transthorakale Echokardiografie (2-D-Verfahren, Doppler, Farbdoppler)
  • Transösophageale Echokardiografie zur Beurteilung des Herzens mittels einer über die Speiseröhre eingeführten Sonde nach Rachenanästhesie bei speziellen Fragestellungen, z.B. bei Patienten mit Mitralklappenerkrankungen, V.a. entzündliche Herzklappenerkrankungen, Erkrankungen der Hauptschlagader (Aorta), vor Kardioversionen bei Vorhofflimmern, zur Beurteilung von Vorhofseptumdefekten vor oder nach Verschluss mit einem Schirmchensystem oder Beurteilung der Lungenvenen nach Katheterablation bei Patienten mit Vorhofflimmern.
  • Stressechokardiografie (während körperlicher oder pharmakologischer Belastung) auf der Suche nach Hinweisen für eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels.
  • Spiroergometrie: Erst diese Art der Belastungsuntersuchung ermöglicht die genaue Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Herz- und Kreislauforgane. Dieses ist z.B. wichtig bei Begutachtungsfragen und Beurteilungen vor eventueller Herztransplantation.

Kontakt:

Echokardiografielabor, Tel. 05121 / 89 - 4816
In den folgenden 2 Videoclips sehen Sie ein gesundes Herz (links) und ein Herz (rechts), in dessen linker Hauptkammer sich ein Thrombus (Blutpfropf) befindet als Folge eines Herzvorderwandinfaktes (aktivieren Sie die Videos durch Anklicken mit der Maus)

   
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Invasive Kardiologie im Herzkatheterlabor:

Herzkathetersekretariat (Frau Schreter): Tel. 05121/89-4584, Fax: 89-4466
e-mail:
hkl@klinikum-hildesheim.de

Leitender technischer Angestellter Herr Achim Breier, Tel. 05121/89-4725,
e-mail:
a.breier@klinikum-hildesheim.de

Im Herzkatheterlabor werden die Patienten von speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegepersonal betreut. In Kooperation mit den beiden kardiologischen Praxen in Hildesheim (Dr. W. Ujak und Dr. U. Röttger) erfolgen die Herzkatheteruntersuchungen und -behandlungen. Von den Kardiologen des Krankenhauses werden Akut-Ballonaufweitungen und Stentimplantationen bei Herzinfarkt und ebensolche Eingriffe bei Patienten mit Angina pectoris bei Verengungen der Herzkranzgefäße durchgeführt.

Seit 1994 beteiligen wir uns an einem Programm zur freiwilligen externen Qualitätskontrolle bei Katheterbehandlungen des Herzens, das durch die ALKK (Arbeitsgemeinschaft leitender kardiologischer Krankenhausärzte e.V., ca. 60 überwiegend nichtuniversitäre Kliniken bundesweit) durchgeführt wird. Dort wird jede Untersuchung/Behandlung gemeldet.
Zu Herzoperationen (Bypassoperationen, Herzklappenoperationen u.a.) werden die Patienten an die herzchirurgischen Kliniken vorzugsweise in Braunschweig und Hannover weitervermittelt.

In den folgenden beiden Videoclips (durch Klick aktivieren) sehen Sie ein Beispiel für eine Wiedereröffnung einer im Rahmen eines Herzinfarktes verschlossenen Herzkranzarterie durch Ballonkatheterdehnung und Stentimplantation (Gefäßstütze):

  RIVI zu   RIVI offen nach PTCA
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Bei Patienten mit ausschließlicher Verengung der Mitralklappe kann bei uns eine Aufweitung durch Herzkatheter erfolgen (Mitralklappensprengung, Valvuloplastie).
Bei Patienten mit Schlaganfällen finden sich ursächlich dafür gelegentlich Kurzschluss-Verbindungen im Herzen (Vorhofseptumdefekt bzw. offenes Foramen ovale). Diese Krankheiten können mit modernsten Ultraschalluntersuchungen (s. Echokardiographie) diagnostiziert und ggf. später ohne Operation verschlossen werden („PFO-Schirmchen-Verschluß“ mit Herzkatheter).

Herzschrittmacherbehandlung

In Zusammenarbeit mit der Chirurgischen Klinik I werden Herzschrittmacher eingesetzt. Die Prüfung der Notwendigkeit einer Schrittmacherimplantation erfolgt in der Kardiologischen Klinik. In einigen Fällen sind zur Erfassung von Herzrhythmusstörungen sog. Event-Rekorder (Ereignis-Rekorder) sehr nützlich. Das sind kleine Geräte, die der Patient selbst bedienen kann, um kurzfristig auftretende Rhythmusstörungen des Herzens zu dokumentieren. Bei Ohnmachtszuständen unklarer Ursache kann man solche Geräte (so groß wie ein Feuerzeug) auch ohne Probleme unter die Haut einsetzen, damit sie selbsttätig Rhythmusstörungen erfassen können. Erst mit Hilfe dieser Geräte kann manchmal geklärt werden, ob ein Herzschrittmacher erforderlich ist.

Ein Herzschrittmacher ist immer dann erforderlich, wenn das Herz anfallsweise oder dauernd zu langsam schlägt oder sogar stillsteht. Mittels eines kleinen Eingriffes, der meist in örtlicher Betäubung erfolgt, wird das Aggregat unterhalb des rechten oder des linken Schlüsselbeines unter der Haut eingesetzt und über eine Vene durch spezielle elektrische Leitungen, die Schrittmachersonden, mit dem Herzen verbunden. Je nach Art der Herzrhythmusstörung werden die Sonden in einer (Einkammersystem) oder zwei Herzkammern (Zweikammersystem), nämlich der rechten Vorkammer und/oder der rechten Hauptkammer fixiert.

Durch regelmäßige elektrische Impulse zeigt der Schrittmacher dem Herzen an, wann es schlagen soll. Dabei kann der Schrittmacher seine Frequenz und damit die des Herzens der jeweiligen körperlichen Belastung anpassen. Wenn das Herz selbst genügend eigene Schläge erzeugt, nimmt dies der Schrittmacher wahr und hält sich zurück. Bei zu starkem Absinken der Herzfrequenz setzt er sofort wieder mit der vorgegebenen Frequenz ein.

Die Funktionskontrollen nach der Implantation erfolgen ambulant in der Herzschrittmacher-Sprechstunde der kardiologischen Klinik. Je nach Art des Herzschrittmachers und abhängig wie lange dieser schon gearbeitet hat, erfolgen die Kontrollen ein- bis viermal im Jahr, bei zwischenzeitlich auftretenden Problemen aber jederzeit eher.
Die Lebensdauer eines Schrittmachers hängt von vielen Faktoren ab, sie liegt aber meistens über acht Jahren. Der Austausch eines alten gegen ein neues Gerät erfolgt wieder mit Hilfe der Chirurgen durch einen kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung. Dabei können meistens die bereits liegenden Sonden wieder benutzt werden, so dass diese mit dem neuen Schrittmacher verbunden werden und dieser wieder in die alte Hauttasche eingesetzt wird.

Kontakt:

Herzschrittmachersprechstunde OA Dr. A. von Werder und OA Dr. M. Dedroogh,
Tel. 05121/89-4417/4817 oder 89-0

 

Elektrophysiologie (EPU), Ablation, implantierbarer Defibrillator (ICD) und Resynchronisationsbehandlung

Ein besonderes Spezialgebiet der Klinik stellt die Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen dar.
Es steht eine hochmoderne EPU-Meßeinheit zur Verfügung, die in einem Herzkatheterlabor für diagnostische und interventionelle elektrophysiologische Untersuchungen genutzt wird (Ablation akzessorischer Leitungsbahnen bei WPW-Syndrom, AV-Knoten-Modulation, Ablation bei Vorhofflattern, Ablation ventrikulärer Tachykardien, interne Kardioversion etc.). Vielfach gelingt es durch die Ablation, die oft jahrelang bestehenden Zustände von plötzlich einsetzendem Herzrasen (Tachykardien) zu beseitigen und damit eine „Heilung“ zu ermöglichen.

Umfangreiche Untersuchungen zur Ablation bei paroxysmalem Vorhofflimmern (Pulmonalvenenisolation) nehmen einen sehr aktuellen und zunehmenden Stellenwert ein. Es wird versucht Patienten mit medikamentös nicht beherrschbarem, anfallsartigem Vorhofflimmern durch eine Ablation zu helfen, ohne dass ein Schrittmacher eingesetzt werden muss.
In Deutschland versterben jährlich ca. 100000 Menschen ganz unerwartet (plötzlicher Herztod). Die exakte Diagnostik potentiell gefährdeter Menschen und sämtliche Möglichkeiten der Therapie bei diesem Problemkomplex ist ein weiterer Schwerpunkt der Klinik. Patienten mit diesen lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen werden mit implantierbaren Defibrillatoren (ICD) versorgt, die den besten Schutz bieten und den plötzlichen Herztod effektiv verhindern.

Bei Patienten mit ausgeprägter Herzschwäche (Herzinsuffizienz) trotz optimaler medikamentöser Behandlung und gleichzeitiger Erregungsleitungsstörung im EKG (Linksschenkelblock mit QRS-Komplex: >120-150 ms) kann durch die Implantation eines speziellen Herzschrittmachers (biventrikuläre Stimulation, auch cardiale Resynchronisationstherapie = CRT genannt) oft eine wesentliche Besserung der Belastbarkeit und auch Lebensverlängerung erreicht werden. Nicht selten können Patienten, denen sprichwörtlich das „Wasser bis zum Hals“ steht nach Einbau eines solchen Schrittmachers anschließend wieder ein normales Leben führen.
Der Einbau dieser Geräte wird in Kooperation mit der Chirurgischen Klinik I (Prof. Dr. Richter) durchgeführt, die Vor- und Nachuntersuchungen erfolgen in der Kardiologie.

Kontakt:
Defibrillatorsprechstunde
OA Dr. A. von Werder und OA Dr. M. Dedroogh, Tel. 05121/89-4417/4817 oder 89-0

Die Kernspintomographie des Herzens (kardiales MRT) kann mittels modernster Technologie am Hause für spezielle Fragestellungen (Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Suche nach Herzinfarktnarben, Fehler des Herzens und der angrenzenden großen Gefäße) eingesetzt werden. Die Untersuchungen werden in Kooperation mit dem Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin (Dr. Werhand) durchgeführt.

Ansprechpartner:
OA Dr. von Werder, Tel.: 05151 / 89-0
Dieses ist auch für ambulante Patienten auf Überweisung von Kardiologen möglich.