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Forschung auf der Abteilung

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind in der westlichen Welt der Hauptgrund für Morbidität und Mortalität. Dabei kommt der koronaren Herzerkrankung, der Herzinsuffizienz, bradykarden ("zu langsam schlagendes Herz") und tachykarden ("zu schnell schlagendes Herz") Herzrhythmusstörungen sowie Kardiomypathien eine besondere Bedeutung zu. Dies ist der Grund, für den Fachbereich Kardiologie folgende Schwerpunkte im Rahmen klinisch-wissenschaftlicher Untersuchungen zu betreuen:

Herzerkrankung

Im Bereich der Primärdiagnostik der koronaren Herzerkrankung hat unsere Klinik für Kardiologie in enger Kooperation mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (CA Priv.-Doz. Dr. med. R. Schmitt) die Angiographie der Gefäße etabliert. Bisher wurden mehr als 500 Patienten untersucht, wobei schwerpunktmäßig die Angiographie der Koronargefäße mit neuen Auslese- Algorhythmen weiterentwickelt wurde. Unter Verwendung des modernsten Multi-Slice-CT (Fa. Siemens) wird die Arbeitsgruppe nun die diagnostische Sicherheit des Multi-Slice-CT bei der Primär-Diagnostik im Verbund mit den bewährten nicht-invasiven Untersuchungstechniken weiterentwickeln, sodass Patientengruppen für eine Primär- und Sekundärprävention (Untersuchungen, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und somit behandeln zu können) genauer identifiziert werden können. Außerdem soll die Indikationsstellung zur weiterführenden invasiven kardiologischen Diagnostik vereinfacht werden. Neben der Etablierung dieses neuen diagnostischen Verfahrens im Rahmen der Primärdiagnostik werden in der MS-CT-Diagnostik neue Auslesealgorithmen entwickelt, um das Verfahren zur Langzeitkontrolle bei Patienten nach operativer koronarer Revaskularisierung sowie nach PTCA-Behandlungen mit und ohne Stent-Implantationen einsetzen zu können.Bei therapierefraktärer Angina pectoris, die durch medikamentöse, interventionelle und chirurgische Revaskularisation nicht mehr zu beheben ist, wird die Wertigkeit der Neurostimulation ("Spinal cord stimulation") untersucht.

Herzrhythmusstörungen

In der Arbeitsgruppe Rhythmologie werden zahlreiche Studien zur Behandlung supraventrikulärer und ventrikulärer Herzrhythmusstörungen durchgeführt. Im Vordergrund steht die Behandlung von Vorhofflimmern, von komplexen atrialen Arrhythmien und ventrikulären Tachykardien mittels Katheterablation oder Schrittmachertherapie.In weiteren Studienprojekten wird z.T. in Zusammenarbeit mit anderen elektrophysiologischen Arbeitsgruppen der Einsatz moderner Defibrillatoren und von Spezialschrittmachern zur Behandlung der Herzmuskelschwäche (Resynchronisations-Therapie) und der Verhinderung von Vorhofflimmern getestet.

Kardiomyopathie

Ein weiterer klinisch-wissenschaftlicher Schwerpunkt im Fachbereich Kardiologie sind die Kardiomyopathien. Hierbei handelt es sich um vererbte oder erworbene Erkrankungen des Herzmuskels. Gemeinsam ist ihnen eine Neigung zu bedrohlichen Herzrhythmusstörungen sowie eine Einschränkung der Pumpleistung des Herzens trotz normaler Funktion von Herzkranzarterien und Herzklappen. Im Einzelnen handelt es sich um die dilatative Kardiomyopathie (Vergrößerung der Herzhöhlen bei normaler Kammerwandstärke), die hypertrophische Kardiomyopathie (Verkleinerung der Herzhöhlen bei erhöhter Kammerwandstärke) und die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (Herzrhythmusstörungen und Vergrößerung der rechten Herzkammer bei Ersatz von Herzmuskelzellen durch Fettgewebszellen).
Neue sehr erfolgversprechende Behandlungsprinzipien, die in unserem Hause eingesetzt und wissenschaftlich untersucht werden, sind

  1. spezielle Schrittmachersysteme zur Verbesserung der Pumpleistung bei dilatativer Kardiomyopathie, 
  2. Katheterablation und spezielle Schrittmachersysteme zur Behandlung hochsymptomatischer Rhythmusstörungen bei arrhythmogener rechtsventrikulärer Kardiomyopathie und
  3. die transkoronare Ablation der Septumhypertrophie (TASH) zur nicht-operativen Verminderung der Kammerscheidewandstärke sowie zur Beseitigung der Blutauswurfbehinderung bei hypertrophischer Kardiomyopathie.