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Computertomographie der Bauchorgane

 

Kurzbeschreibung

Die Computertomographie (CT) verwendet eine spezielle Röntgenausrüstung, die um den Patienten  rotiert und mit der schichtweise unterschiedliche Regionen des Bauchraumes dargestellt werden können.

Anwendung

Die Computertomographie liefert nicht nur detaillierte Informationen über Gewebearten und Gefäße im Bauchraum, sondern auch über dort lokalisierte Organe wie Leber, Milz, Bauchspeicheldrüse, Magen,  Darm und Nieren. Tumore, Entzündungen, Verletzungsfolgen und andere Pathologien können mit ihrer Hilfe genau diagnostiziert werden.
      

Untersuchungsvorteile

Die Computertomographie ist schnell durchführbar und ermöglicht innerhalb von Minuten eine Aussage über mögliche krankhafte Veränderungen der Bauchorgane oder der Knochen.

Vorbereitung
 
Der Patient hat vor der Untersuchung nüchtern zu sein. Um die Bauchorgane besser abgrenzen zu können, wird in der Regel vor der Untersuchung ein orales Kontrastmittel verabreicht. Mögliche Unverträglichkeiten und Kontraindikationen klärt der zu untersuchende Arzt (Radiologe) im Vorfeld mit dem Patienten ab. Je nach Fragestellung müssen 0,5 l bis 1 l des mit Wasser verdünnten Kontrastmittels 30 min bis 1 h vor der Untersuchung vom Patienten getrunken werden. Daneben ist in den meisten Fällen auch eine intravenöse Kontrastmittelgabe erforderlich. Das intravenöse Kontrastmittel hebt die Organstruktur und die Blutgefäße hervor und ermöglicht eine bessere Abgrenzbarkeit gegenüber pathologischen Prozessen. Das hierbei üblicherweise verwandte Kontrastmittel ist jodhaltig und kann bei Personen mit Allergiebereitschaft zu allergischen Reaktionen führen.

Ferner ist bei Erkrankungen der Schilddrüse (Überfunktion), bei einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder bei einer Zuckererkrankung Vorsicht bei der Kontrastmittelapplikation geboten. Hierüber klärt Sie der untersuchende Arzt (Radiologe) aber ebenfalls vor Untersuchungsbeginn  gesondert auf und erst nach Abklärung aller Fragen und schriftlicher Zustimmung durch Sie erfolgt die kontrastmittelgestützte Untersuchung.

Falls die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht, muss der Radiologe/die Radiologin oder das medizinisch-technische Untersuchungspersonal davon informiert werden. In vielen Fällen kann eine alternative Untersuchung angeboten werden, um das Ausmaß der Röntgenstrahlenbelastung für den Fötus möglichst niedrig zu halten bzw. ganz zu vermeiden. 

Untersuchungsgerät
 
Der Computertomograph ist ein großes, viereckiges Gerät mit einer runden, relativ weiten Öffnung in der Mitte. Der Patient liegt in der Regel auf dem Untersuchungstisch, der höhenverstellbar ist und mit dem er in die Öffnung des Gerätes bewegt werden kann. Innerhalb der Maschine befindet sich eine Röntgenröhre auf einem rotierenden Rahmen.
     

Während der Untersuchung umkreist dieser Rahmen zügig den Bauchraum, während ein auf dem Rahmen mitrotierendes Empfangssystem aus Halbleiterdetektoren, welches exakt gegenüber der Röntgenröhre montiert ist, die aus dem Körper austretende Röntgenstrahlung in ihrer Schwächung richtungsabhängig erfaßt. Ein angeschlossenes Computersystem kann später aus den so gewonnenen Daten (Rohdaten) Röntgenschnittbilder aus wiederum verschiedenen Raumrichtungen berechnen


Durchführung
 
Der Patient befindet sich während der Untersuchung allein im Untersuchungsraum. Die Anwesenheit von Angehörigen oder Freunden im Untersuchungsraum ist infolge der frei werdenden Röntgenstrahlung nicht gestattet. Der Kontakt zwischen dem Untersuchungspersonal und dem Patienten bleibt aber für die gesamte Aufnahmezeit durch ein Sichtfenster zwischen dem Schalt- und Untersuchungsraum und eine Sprechanlage gewahrt.

Bei der Aufnahme des Bauchraumes kann es infolge der Rotationsbewegung der Röntgenröhre und des Detektorsystems zu einer geringen Geräuschentwicklung für den Patienten kommen, die aber nicht gesundheitsbedenklich ist. Der Patient wird im Vorfeld der Untersuchung aber darauf hingewiesen, um während der Untersuchung dadurch nicht beunruhigt oder abgelenkt zu werden.

Die bei der Untersuchung gewonnen Rohdaten werden von einem angeschlossenen Computersystem verarbeitet. Aus Ihnen können später Schnittbilder des Bauchraumes bzw. der Bauchorgane aus verschiedenen Raumrichtungen am Computer erstellt werden. Diese Querschnittbilder werden auch Tomogramme genannt. Sie haben der Computertomographie ihren Namen gegeben.

Bei vielen Fragestellungen im Bauchraum ist auch eine intravenöse Kontrastmittelgabe notwendig. Üblicherweise wird das Kontrastmittel über einen intravenösen Zugang in der Armbeuge in eine Armvene des Patienten gespritzt. Die Kontrastmittelgabe erfolgt während der Untersuchung automatisiert über einen Hochleistungsdruckinjektor und kann von einer Nachinjektion physiologischer Kochsalzlösung begleitet werden.


Schmerzempfindung
 
Die CT-Untersuchung des Bauchraumes verursacht an sich keine Schmerzen. Für die Untersuchung des Bauches ist es sinnvoll, den Patienten orales Kontrastmittel trinken zu lassen, um Magen, Dünndarm und Dickdarm besser beurteilen zu können. Manche Patienten finden den Geschmack des oralen Kontrastmittels jedoch etwas unangenehm, die meisten können ihn aber sehr gut tolerieren.

Falls eine Dickdarmerkrankung im Mittelpunkt der Untersuchung steht, ist es sinnvoll, eine direkte Kontrastierung des Dickdarms mittels eines Einlaufes vorzunehmen.

Um die Blutgefäße sowie die Bauchorgane wie Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse hinreichend beurteilen zu können, ist die intravenöse Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel oft zstl. notwendig. Bei der intravenösen Kontrastmittelgabe kann ein Wärmegefühl im Körper oder ein metallischer Geschmack während der Injektion auftreten. Dieses Missempfinden kann der Patient etwa 2-3 min lang wahrnehmen.

Befunderstellung
 
Ein erfahrener Radiologe/Eine erfahrene Radiologin analysiert die Aufnahmen und erstellt den Befund. Der Befund wird dem zuweisenden Arzt mitgeteilt, der ihn dann dem Patienten übermittelt. 
 

Risiken
 
Der Patient wird bei der Computertomographie Röntgenstrahlung ausgesetzt. Die effektive Strahlenexpositon beträgt bei einer Computertomographie des Bauchraumes ungefähr 10 mSv. Das entspricht etwa dem 5-fachen der jährlichen durchschnittlichen natürlichen Hintergrundstrahlung in Deutschland.

Das Risiko einer ernsthaften allergischen Reaktion jodhaltiger Kontrastmittel ist selten. Das am Computertomographen beschäftigte Personal ist für den Ernstfall exzellent geschult. 
 


Gegenanzeigen
 
Während einer Schwangerschaft muss die Indikation für eine Untersuchung sehr streng geprüft werden.
Stillende Mütter sollten 24 Stunden nach intravenöser Kontrastmittelgabe das Stillen aussetzen.

Eine bekannte Jodallergie, eine Überfunktion der Schilddrüse oder die Einnahme von Tabletten bei Diabetes müssen Sie vor der Untersuchung dem Personal mitteilen.