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Computertomographie des Herzens



Kurzbeschreibung

Die Computertomographie (CT) verwendet eine spezielle Röntgenausrüstung, die um den Patienten  rotiert und mit der Schichtaufnahmen des Herzens hochaufgelöst angefertigt werden können. 
 

Anwendung

Mittels Computertomographie lassen sich Informationen über Lokalisation und Ausmaß von Verkalkungen oder Ablagerungen an den Herzkranzgefäßen gewinnen und Herzpathologien beschreiben bzw. nachweisen. 


Untersuchungsvorteile

Die Computertomographie des Herzens ist eine schnelle, nicht invasive Methode zur Beurteilung der Koronarien. Der Nachweis von Kalk liefert Hinweise darauf, ob eine koronare Herzkrankheit trotz fehlender Beschwerden vorliegt oder ob die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer solchen innerhalb der nächsten Jahre besteht. 

Der alleinige Nachweis von Verkalkungen am Herzen erfordert dabei keinen Einsatz von intravenösem Kontrastmittel, so daß die damit üblicherweise im Zusammenhang stehenden Komplikationen vermieden werden. Für die bildliche Darstellung und Beurteilung der Herzkranzgefässe bzw. von Herzbypassgefässen ist die Applikation eines intravenösen Kontrastmittels dagegen unumgänglich.Mit der CT-Untersuchung des Herzens kann eine Koronare Herzerkrankung (KHK) nachgewiesen werden, auch wenn die Engstellen unter 50% des Gefäßdurchmessers betragen.

    

Vorbereitung 

Eine spezielle Vorbereitung zur Durchführung einer Cardio-CT-Untersuchung ist egtl. nicht erforderlich. Die gewohnte Medikamenteneinnahme muss nicht abgesetzt werden.
Auf koffeinhaltige Getränke sowie Rauchen sollte jedoch vier Stunden vor der Untersuchung verzichtet werden. Unmittelbar vor der Untersuchung wird der Patient gebeten, den Oberkörper frei zu machen. Schmuck sollte abgelegt werden. Bei einer Herzfrequenz von 90 Schlägen pro Minute oder darüber muss eventuell vor der Untersuchung ein Medikament zur Herzfrequenzsenkung verabreicht werden, da nur dann eine genaue Darstellung erfolgen kann.

Sollen die Herzkranzgefässe (Koronararterien) in ihrem Verlauf mitdargestellt werden, so ist zstl. eine intravenöse Kontrastmittelgabe erforderlich. Das intravenöse Kontrastmittel hebt die Herzstruktur und die Herzkranzgefäße hervor und ermöglicht eine Beurteilbarkeit der Koronarien hinsichtlich Stenosen und eine bessere Abgrenzbarkeit des Herzens gegenüber pathologischen Prozessen. Das hierbei üblicherweise verwandte Kontrastmittel ist jodhaltig und kann bei Personen mit Allergiebereitschaft zu allergischen Reaktionen führen. Der Patient hat deshalb vor Untersuchungsbeginn nüchtern zu sein.

Ferner ist bei Erkrankungen der Schilddrüse (Überfunktion), bei einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder bei einer Zuckererkrankung Vorsicht bei der Kontrastmittelgabe geboten. Hierüber klärt der untersuchende Arzt (Radiologe) Sie vor der Untersuchung aber gesondert auf und erst nach Abklärung aller Fragen und schriftlicher Zustimmung durch Sie erfolgt dann die kontrastmittelgestützte Untersuchung.

Falls die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht, muss der Radiologe/die Radiologin oder das medizinisch-technische Untersuchungspersonal darüber informiert werden, um eine Röntgenstrahlenbelastung des Fötus zu vermeiden.

Falls der Patient an Platzangst leidet, kann evtl. die Gabe eines Beruhigungsmittels im Vorfeld der Untersuchung erforderlich werden. Der Computertomograph ist jedoch eine ringförmige Konstruktion, welche nicht den ganzen Körper umschließt. Dadurch ist die Verabreichung eines Beruhigungsmittels wirklich nur in sehr seltenen Fällen wirklich notwendig.


Untersuchungsgerät
 
Der Computertomograph ist ein großes, viereckiges Gerät mit einer runden, relativ weiten Öffnung in der Mitte. Der Patient liegt in der Regel auf dem Untersuchungstisch, der höhenverstellbar ist und mit dem er in die Öffnung des Gerätes bewegt werden kann. Innerhalb der Maschine befindet sich eine Röntgenröhre auf einem rotierenden Rahmen.  
    

Der Rahmen umkreist während der Untersuchung zügig das Herz, während ein auf dem Rahmen mitrotierendes Empfangssystem aus Halbleiterdetektoren, welches exakt gegenüber der Röntgenröhre angebracht ist, die aus dem Körper austretende Röntgenstrahlung in ihrer Schwächung richtungsabhängig erfaßt.
Ein angeschlossenes Computersystem kann später aus den so gewonnenen Daten (Rohdaten) Röntgenschnittbilder aus wiederum verschiedenen Raumrichtungen berechnen. 


Durchführung 

Die CT-Untersuchung des Herzens ist eine relativ einfache Prozedur, welche etwa 5-10 Minuten in Anspruch nimmt. Der Patient befindet sich während der Untersuchung infolge der frei werdenden Röntgenstrahlung allein im Untersuchungsraum, es besteht jedoch Sicht- und Sprechkontakt zum Radiologen/zu Radiologin bzw. zum medizinisch-technischen Personal, die die Untersuchung gemeinsam vom Kontrollraum aus überwachen und durchführen.

Während einer Herz-CT-Untersuchung liegt der Patient in Rückenlage auf dem Untersuchungstisch. EKG-Elektroden werden zur Ableitung der elektrischen Aktivität des Herzens auf dem Brustkorb des Patienten befestigt und mit dem CT verbunden. So wird gewährleistet, dass die Datengewinnung nur in den Ruhephasen zwischen den Herzschlägen erfolgt. Für ein optimales Untersuchungsergebnis ist es erforderlich, dass der Patient für ca. 10-20 Sekunden während des Scans die Luft anhält. Der Tisch gleitet dann mit dem Patienten durch die Öffnung des Computertomographens, während die Röntgenröhre im Gerät um das Herz des Patienten rotiert. Der Tisch bewegt sich dabei kontinuierlich vorwärts und zwar solange, bis die gesamte Herzregion schichtweise erfasst ist.

Bei der Aufnahme des Herzens kann es infolge der Rotationsbewegung der Röntgenröhre und des Detektorsystems zu einer geringen Geräuschentwicklung für den Patienten kommen, die aber nicht gesundheitsbedenklich ist. Der Patient sollte jedoch im Vorfeld der Untersuchung darauf hingewiesen werden, damit er während der Untersuchung nicht dadurch beunruhigt oder abgelenkt wird.

Die bei der Untersuchung gewonnen Rohdaten werden von einem angeschlossenen Computersystem verarbeitet. Aus Ihnen können Schnittbilder des Herzens berechnet werden, mit deren Hilfe die Verkalkung der Herzkranzarterien auf dem Bildschirm sichtbar gemacht und mit Hilfe eines Auswerteprogrammes quantifiziert werden kann. Diese Querschnittbilder werden auch Tomogramme genannt. Sie haben der Computertomographie ihren Namen gegeben.

Im Gegensatz zur Bestimmung der Verkalkung der Herzkranzarterien ist für die Darstellung der Herzkranzgefässe (Koronararterien) bzw.von Bypassgefässen des Herzens intravenöses Kontrastmittel zwingend erforderlich. Üblicherweise wird es über einen intravenösen Zugang in der Armbeuge des Patienten in eine Armvene gespritzt. Die Kontrastmittelgabe erfolgt während der Untersuchung automatisiert über einen Hochleistungsdruckinjektor und wird von einer Nachinjektion physiologischer Kochsalzlösung begleitet. Der Ablauf ähnelt ansonsten dem der Herzkalkbestimmung. 


Schmerzempfindung
 
Die CT-Untersuchung an sich verursacht keine Schmerzen. Um Herz und Herzkranzgefässe besser beurteilen zu können, ist die intravenöse Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel meistens notwendig. Sie kann zu einem Wärmegefühl im Körper oder einem metallischen Geschmack führen. Dieses Missempfinden kann der Patient etwa für 2-3 min wahrnehmen. 

Befunderstellung
 
Ein erfahrener Radiologe/eine erfahrene Radiologin analysiert die Aufnahmen und erstellt den Befund. Der Befund wird dem zuweisenden Arzt mitgeteilt, der ihn dann dem Patienten übermittelt. 

Risiken
 
Der Patient wird  bei der Computertomographie des Herzens Röntgenstrahlung ausgesetzt. Die effektive Strahlenexpositon beträgt bei einer Computertomographie des Herzens zur Kalkbestimmung der Koronararterien ungefähr 10 Röntgenaufnahmen des Brustkorbes, was in etwa 10-20% der Dosis einer Herzkatheteruntersuchung, deren Strahlenbelastung bei etwa 3-10 mSv liegt, beträgt. Die Strahlenbelastung kann im Vergleich zur Herzkatheteruntersuchung jedoch höher sein, wenn zstl. zur Kalkbestimmung in den Koronararterien noch deren Darstellung zur Stenosegradbeurteilung mittels intravenösen Kontrastmittel erfolgt.

Das Risiko einer ernsthaften allergischen Reaktion jodhaltiger Kontrastmittel ist selten. Das am Computertomographen beschäftigte Personal ist für den Ernstfall exzellent geschult. 


Gegenanzeigen

Während einer Schwangerschaft muss die Indikation für eine Untersuchung sehr streng geprüft werden.
Stillende Mütter sollten 24 Stunden nach intravenöser Kontrastmittelgabe das Stillen aussetzen.

Eine bekannte Jodallergie, eine Überfunktion der Schilddrüse oder die Einnahme von Tabletten bei Diabetes müssen Sie vor der Untersuchung dem Personal mitteilen.