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Kontrastmitteldarstellung eines Gelenkbinnenraums (Arthrographie)



Kurzbeschreibung

Die Arthrographie ist die radiologische Spezialuntersuchung eines Gelenkes nach Injektion eines Kontrastmittels. Das Kontrastmittel wird direkt in das Gelenk injiziert mit dem Ziel, die Gelenkstrukturen detailliert mit hohem Kontrast darzustellen.


Anwendung
 
Arthrographien werden entsprechend der Fragestellung an allen peripheren Gelenken durchgeführt. Hierzu zählt das Schultergelenk, das Ellenbogengelenk, die Handgelenk (aus drei Gelenkteilen bestehend), das Hüftgelenk, das Kniegelenk und die Sprunggelenke (aus zwei Gelenkteilen bestehend). Die Arthrographie ist besonders gut für die Beurteilung von Bandrissen und Knorpelerkrankungen des Gelenkes geeignet.
    

Vorbereitung

Eine spezielle Vorbereitung ist für die Arthrographie nicht notwendig. Im Falle einer ergänzenden Magnetresonanz-tomographie (MRT), die wir sehr häufig mit der Arthro-graphie kombinieren, müssen Sie alle elektronischen und metallischen Gegenstände entfernen. Falls eine Schwangerschaft gesichert oder möglich ist, müssen Sie
den untersuchenden Radiologen oder die medizinisch-technische Röntgenassistentin hierüber informieren.

Untersuchungsgerät

Arthrographien werden an einer Röntgendurchleuchtungs-anlage durchgeführt. Diese Anlage besteht aus einer Röntgenröhre, einem Aufzeichungssystem (Bildverstärker oder Detektor), dem Untersuchungstisch sowie einem Rechnersystem mit Monitor. Zusätzlich wird ein steriler Arthrographietisch mit Nadeln, Spritzen, Betäubungsmitteln, Kontrastmitteln, Tupfer und Pflastern für die Untersuchung vorbereitet.
    

Durchführung

Sie werden als Patient auf den Untersuchungstisch gelegt. Die Haut des zu untersuchenden Gelenkes wird desinfiziert. Vor der eigentlichen Gabe des Kontrastmittels wird das Gewebe um die Punktionsstelle betäubt. Dann wird eine Nadel unter Durchleuchtung in den Gelenkspalt eingeführt. Im Falle eines Gelenkergusses wird der Erguss zum größten Teil entfernt, bei Bedarf wird die gewonnene Flüssigkeit für eine Laboranalyse verschickt. Nachfolgend wird Kontrastmittel in den Gelenkspalt gespritzt. Nach Injektionsende wird die Nadel entfernt und die Injektionsstelle mit einem Pflaster abgeklebt. Manchmal ist eine zweite bzw. dritte Injektion notwendig, z. B. bei der Arthrographie des Handgelenks, das sich aus mehreren Gelenkräumen zusammensetzt. Zum Schluss werden Röntgenaufnahmen in verschiedenen Positionen bzw. Funktionsstellungen des Gelenkes aufgenommen. Die Untersuchung dauert 10 – 30 Minuten.

  

Schmerzempfindung

Der Patienten erfährt einen kleinen Stich während der Injektion des Betäubungsmittels. Während der Applikation des Kontrastmittels in den Gelenkspalt kann es zu einem Druckgefühl, manchmal auch zu einem leichten Schmerzgefühl kommen. Das Taubheitsgefühl kann nach Untersuchungsende für zwei bis drei Stunden anhalten.


Befunderstellung

Ein in der Arthrographie erfahrener Facharzt für Radiologie analysiert die Arthrographieaufnahmen und erstellt einen Befund. Der Untersuchungsbefund wird dem zuweisenden Arzt mitgeteilt, der das weitere Vorgehen mit dem Patienten bespricht. Selbstverständlich können Sie den vorläufigen Arthrographiebefund auch beim untersuchenden Radiologen erfragen.

Risiken

Das Risiko einer ernsthaften allergischen Reaktion auf das jodhaltige Kontrastmittel ist wegen der Gabe in den Gelenkspalt sehr gering.
Nach der Untersuchung ist die Schonung des untersuchten Gelenkes für 12 Stunden empfehlenswert. Sehr selten kann es zu einer Schwellung des Gelenks kommen. In diesem Falle kann die Kühlung mit Eis sowie die Einnahme eines Schmerzmittels Linderung bringen. Die Beschwerden verschwinden in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Falls die Beschwerden noch zwei Tage nach der Untersuchung vorhanden sind, sollten Sie Ihren Hausarzt oder behandelnden Arzt aufsuchen.

Gegenanzeigen

Im Falle einer erregerbedingten Gelenksinfektion muss von der Arthrographie des Gelenks Abstand genommen werden.