
Wir möchten Ihnen nachfolgend die Arbeit in unserem Heim der Behindertenhilfe vorstellen
Ziel unserer differenzierten Förderungstätigkeit ist, dass die Bewohner ihre größtmögliche Unabhängigkeit erlernen, um schrittweise ein im Rahmen der Möglichkeiten selbständiges und eigenverantwortliches Leben führen zu können.
Vielfältige Beschäftigungsangebote sollen die Fähigkeiten und Interessen der Bewohner ausbilden, fördern bzw. erhalten. Individuelle Freizeitaktivitäten werden von uns angeboten, unterstützt und begleitet.
Wir achten die Würde des Einzelnen, sein Recht auf Selbstbestimmung und seine Einzigartigkeit. Die Wahrung der Privat- und Intimsphäre eines jeden Bewohners ist für uns wesentlich. Das tägliche Miteinander ist durch einen gleichberechtigten und partnerschaftlichen Umgang geprägt. Die Bewohner werden bei Entscheidungsprozessen beteiligt.
Unsere Bewohner sollen in familiärer Atmosphäre Freude, Geborgenheit und Hilfe erfahren. Isolation und Ängsten begegnen wir, indem wir die Gemeinschaft fördern und unsere Häuser als Orte der Kommunikation, Integration und der Begegnung verstehen. Angehörige und Freunde sollen aktiv in das Leben der Heimbewohner einbezogen werden.
Der individuelle Hilfebedarf der Bewohner erfordert ein Mitarbeiterteam, das sich durch vielschichtige Fähigkeiten und Qualifikationen sowie durch Idealismus und Kreativität auszeichnet.
Die Freiheit und die Selbstverwirklichung des Einzelnen endet dort, wo der Grundsatz Anwendung findet: „Tue nichts, was du nicht willst, dass es dir angetan werde“. Vertrauen in die Mitarbeiter kann ein Bewohner nur haben, wenn langfristig „Sein“ und „Schein“ übereinstimmen. Um die Anforderungen und Wünsche der Heimbewohner zu erkennen und zu erfüllen, bedarf es eines hohen Maßes an Sensibilität, Engagement und Sozialkompetenz der Betreuenden, insbesondere der Bezugspersonen.
Regelmäßige Teambesprechungen, Weiterbildungs- und Schulungsmaßnahmen sowie eine gute Zusammenarbeit mit Ärzten, gesetzlichen Vertretern und Behörden sind unabdingbare Voraussetzung für eine Betreuung auf qualitativ hochwertigem Niveau.
Wir haben 3 Wohnbereiche, mit insgesamt 49 Plätze.
Der geschützte Heimbereich umfasst 14 Plätze.
Die anderen 35 Bewohnerplätze sind auf zwei Wohnbereiche verteilt.
Die meisten Bewohner haben viele Jahre ihres Lebens in psychiatrischen Einrichtungen verbracht. Die geschaffenen Möglichkeiten, Aktivitäten nicht nur zu konsumieren, sondern mitzugestalten, ist eine große Herausforderung für unsere Bewohner.
Die Wohnbereiche befinden sich in drei modern ausgestatteten Häusern. In diesen Häusern sind unterschiedliche Gruppen untergebracht, um eine möglichst bewohnerorientierte Versorgung zu gewährleisten.
- Das Haus 5 bietet zumeist Menschen eine sichere Umgebung, die schon seit Jahrzehnten in unserer Einrichtung leben. Das Durchschnittsalter beträgt über 65 Jahre und bei vielen liegt neben der psychiatrischen Behinderung auch eine Hospitalisierung vor.
- Im Haus 6 leben Menschen, die durch Ihre Krankheitsbilder eines besonderen Schutzes bedürfen. Um auch diesen Menschen einen möglichst großen Freiraum zu bieten, wurde das Haus entsprechend sicher eingerichtet.
- Im Haus 7 leben Menschen, von denen einige schon einen oder mehrere Eingliederungsversuche hatten. Hierunter zählen beispielsweise die Verlegung aus der Klinik direkt in Pflegeeinrichtungen oder der Umzug in ein Betreutes Wohnen. In der Zwischenzeit weiß man, dass für diese Bewohner diese Ortsveränderung zu schnell kam und eine langsame Einführung in die Selbständigkeit notwendig ist.
UnsereAufnahmekriterien:
Betreut werden Kranke und Behinderte mit
• chronischer Schizophrenie
• Demenz und anderen hirnorganischen Psychosyndromen
• geistiger Behinderung mit erheblichen psychischen Störungen.
Das Heim ist eine stationäre Einrichtung der Behindertenhilfe. Die behinderten Bewohner erhalten Eingliederungshilfe. Bevor ein Bewohner aufgenommen wird, muss die Kostenübernahme geklärt sein.
Das therapeutische Konzept:
Unsere Zielstellung ist es, die Heimbewohner ständig zu aktivieren, zu fördern und zu fordern. Dies betrifft alle Bereiche des täglichen Lebens (Kommunikation, Bewegung, kognitiver Bereich), damit die Bewohner befähigt werden, sich in einer angepassten sozialen Stellung in unserer Gesellschaft zu entfalten.
Daneben ist es sehr wichtig, die Heimbewohner gegebenenfalls auf eine Verlegung in andere Einrichtungen, z. B. geschütztes Wohnen oder Alters- und Pflegeheim vorzubereiten, um perspektivisch diesen Menschen entsprechend ihrer physischen und psychischen Leistungsfähigkeit eine optimale Behandlung zu gewähren.
Das therapeutische Angebot für die Heimbewohner ist vielfältig. Es reicht von Musiktherapie über Bewegungsübungen, Spaziergängen bis hin zum sozial- und lebenspraktischen Training. Die Teilnahme an arbeits- und beschäftigungstherapeutischen Angeboten der Ergotherapie ist möglich, geschieht jedoch - wie bei allen anderen Aspekten - auf freiwilliger Basis. Eine motivierende und aktivierende Anleitung dazu ist gegeben.
Besondere Beachtung im Therapiekonzept haben hierbei die lebenspraktischen Tätigkeiten, wie beispielsweise:
• Körperpflege
• Ordnung und Sauberkeit der persönlichen Sachen
• Ordnung von Bett, Schrank und Nachtschrank
• Bewältigung täglicher Aufgaben
• Reinigungsaufgaben im Zimmer
• Übernahme von gemeinschaftlichen Aufgaben
• Kennen lernen der Straßenverkehrsordnung (als Fußgänger)
• Umgangsformen
• Kontakt mit Mitbewohnern
Schrittweise wird das Training erweitert, beispielsweise durch:
• Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln
• Einkaufstraining
• Telefontraining
Die meisten Bewohner bekommen individuelle Förderpläne.
Die meisten der Bewohner brauchen bei vielen Tätigkeiten motivierende und strukturgebende Hilfe. Je nach Krankheitsbild, Dauer der Therapie und Krankenhausaufenthalt müssen diese Fähigkeiten weiterentwickelt oder komplett antrainiert werden. Da der Grund der Behinderung eine psychiatrische Erkrankung ist, kann sich der Prozess über einen längeren Zeitraum erstrecken, da die meisten Bewohner zwar ihre Behinderung kennen, jedoch durch die Erkrankung nicht aktiv an einer Rehabilitation teilnehmen können.
Den Bewohnern wird u.a. eine Arbeitstherapie angeboten. Je nach Therapiestand werden verschiedene Möglichkeiten geboten, die einen Zusammenhang zwischen Arbeit und Bezahlung herstellen. Personen, die selbständig mit Taschengeld umgehen können, holen ihr Geld selbst ab, während Bewohner, die keinen Bezug zu Geld haben, andere Motivationsanreize bekommen (wie beispielsweise Süßigkeiten oder Tabakwaren).
Das pflegerische Konzept:
Für das Pflegeteam beginnt die Therapie bei jeder pflegerischen Handlung. Das psychische und physische Wohlbefinden des einzelnen Bewohners steht im Vordergrund. Daher ist die Aktivierung der Bewohner ein wichtiger Aspekt der Pflege.
Zielsetzungen der pflegerischen Betreuung sind:
• keine Über- bzw. Unterversorgung der Heimbewohner
• Interessen und Bedürfnisse der Heimbewohner berücksichtigen und gezielt fördern – aktive Betreuung
• Förderung der Eigeninitiative und Selbständigkeit
• Nutzen und Erhalten der Ressourcen
• Anleitung zum Leben mit krankheitsbedingten Einschränkungen
• Respekt und Achtung vor dem Menschen
• Mitgestaltung der Wohnatmosphäre (eigene Zimmer, Gemeinschaftsräume)
Um diese Anforderungen umzusetzen, ist ein ganzheitliches, ein wissenschaftlich fundiertes und modernes Pflegeverständnis notwendig. Die professionellen Pflegekräfte sehen sich als Bestandteil des Therapeutischen Teams. Alle pflegerischen Handlungen werden in Übereinstimmung mit den therapeutischen Konzepten umgesetzt.
Großen Wert legen wir auf die Einbeziehung von wichtigen Bezugspersonen, wie Angehörige, Betreuer, Freunde, Ärzte, Seelsorger u. ä., um keine Trennung vom früher gewohnten Umfeld herbeizuführen. Die Heimbewohner können ihre Zimmer mit persönlichen Gegenständen ausgestalten, so dass ein Gefühl von Vertrautheit und eigenem Zuhause entsteht. Es gibt keine festen Besuchszeiten, um zu jeder Tageszeit Besuch zu empfangen.
Angehörige, die unsere Bewohner für einige Tage mitnehmen wollen (z.B. Wochenendurlaub oder in den Ferien), bekommen von uns bei Bedarf eine intensive Beratung über die Behinderung, Therapien und den Umgang bei eventuellen Krisen. Selbstverständlich können sich die Angehörigen zu jeder Zeit Rat oder Hilfe holen.
Der Heimbeirat:
Der Heimbeirat vertritt die Interessen der Heimbewohner im partnerschaftlichen Zusammenwirken mit Heimleitung und Heimträger. Dem Heimbeirat können Vorschläge, Kritiken u. a. vorgetragen werden, die dann mit der Heimleitung diskutiert werden.
Der Heimbeirat hilft neuen Heimbewohnern, sich im Heim gut einzuleben. Er wird von der Heimleitung über Angelegenheiten des Heimbetriebes informiert und kann seine Meinung einbringen und ggf. an Entscheidungen mitwirken.
Das schließt ein:
• die Aufstellung oder Veränderung von Heimordnungen oder -konzept
• Planung und Durchführung von Veranstaltungen
• Vorschläge und Hinweise zur Betreuung und Pflege
• Vorschläge zur Verpflegung
• Planungen von Renovierungen oder gestalterischen Vorhaben im Heim
• Maßnahmen zur Unfallverhütung
Heimbeirat: Herr Roßbach, Vorsitzender (Bewohner)
Herr Jäger (Bewohner)
Herr Leffler (Bewohner)
Frau Fieseler (Angehörige)
Frau Kleffel (Angehörige)
Qualitätssicherung:
In drei Arbeitsgruppen werden alle Bereiche genau analysiert. Weiterführende Ideen zur Qualitätsentwicklung werden formuliert und schrittweise umgesetzt.
Im Bereich der Qualitätssicherung nimmt die Heimaufsicht einen wichtigen Platz ein. Bei den Besuchen werden eine Vielzahl neuer, sinnvoller Ideen eingebracht, die eine Bereicherung des hauseigenen Ideenpools sind.
Um eine durchgehend gleich bleibend hohe Qualität im therapeutischen und pflegerischen Bereich zu gewährleisten, gliedert sich das Qualitätsmanagement in verschiedene Kategorien.
Konzeptqualität
Die Betreuungskonzeption für das Heim der Behindertenhilfe im Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Hildburghausen GmbH ist Grundlage der Arbeit aller Mitarbeiter.
Qualitätskontrolle der Bewohnerversorgung
Um die therapeutische und pflegerische Versorgung zu gewährleisten, werden engmaschige Pflegevisiten durchgeführt. Diese finden zum einen während der Visiten des konsiliarischen Psychiaters, zum anderen unangekündigt statt.