
Verantwortungsbewusste hygienische Verhaltensweisen aller Mitarbeiter sind Grundvoraussetzung für eine hohe Qualität der gesamten Patientenversorgung. Die Verhütung und Bekämpfung von Infektionen durch Krankenhauskeime ist Ziel unseres etablierten Hygienemanagements.
Interne Sicherung der Ergebnisqualität
In unserem Klinikum erfolgt die Erfassung, Dokumentation und regelmäßige Auswertung aller Krankenhausinfektionen. Alle Meldungen erfasst die Abteilung Krankenhaushygiene und unterzieht sie einer zielgerichteten Beurteilung und Auswertung. Die Daten werden aufbereitet und in der Hygienekommission bewertet und anschließend intern veröffentlicht.
Vergleichende Qualitätssicherung
Die ermittelten Infektionsdaten des Klinikums werden regelmäßig mit für Deutschland bekannten Zahlen verglichen, bewertet und Schlussfolgerungen abgeleitet.
Ein Vergleichswert ist die sogenannte nosokomiale Infektionsrate. Hier wird die Zahl der im Krankenhaus aufgetretenen Infektionen in Bezug zur Zahl der behandelten Patienten betrachtet. Gemäß einer vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebenen Studie (NIDEP-Studie 1995) beträgt diese Rate in Deutschland ca. 3,5 %. Andere Studien kommen auch zu höheren Zahlen so dass mit einer Rate zwischen 3 und 6 % zu rechnen ist. Die im Klinikum für das Jahr 2008 ermittelte Rate lag bei 0,98 % und damit deutlich niedriger.
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt im Hygienemanagement bei multiresistenten Keimen. Durchgängig werden sofort bei Bekannt werden differenzierte Hygienemaßnahmen eingeleitet und dokumentiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem MRSA (Methicillin- bzw. Multi-Resistente Staphylococcus Aureus). Im Klinikum ist das Vorgehen zur frühzeitigen Erkennung und zum Vorgehen beim Auftreten dieses Keimes durch eine spezielle Leitlinie geregelt.
Alle ermittelten Daten vergleichen wir mit den Daten des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen in Berlin. Durch ein gezieltes Screening unserer Patienten bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus liegt die Zahl der Gesamt-MRSA-Fälle höher als der Mittelwert aller 169 am Vergleich beteiligten deutschen Krankenhäuser. Bei den im Krankenhaus entstandenen MRSA-Fällen kann ein um fast die Hälfte geringerer Wert als in anderen am Vergleich beteiligten Krankenhäusern festgestellt werden.
MRSA - Datenvergleich Klinikum und Referenzdaten (MRSA-KISS Kliniken größer/gleich 600 Betten n-44)
|
Bezeichnung |
Refe-renz-daten 2007 |
Refe-renz-daten 2008 |
KH FFO 2007 |
KH FFO 2008 |
|
Gesamt Inzidenzdichte (Anzahl MRSA-Fälle pro 1000 Patiententage) |
1,03 |
'*' |
1,03 |
1,20 |
|
Inzidenzdichte der nosokomialen MRSA-Fälle (Anzahl nosokomialer MRSA-Fälle pro 1000 Patiententage) |
0,27 |
'*' |
0,16 |
0,13 |
|
MRSA-Prävalenz bei Aufnahme (Anzahl mitgebrachter MRSA-Fälle pro 100 Patienten) |
0,60 |
'*' |
0,78 |
0,97 |
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Mittlere tägliche MRSA-Last (Anzahl stationärer MRSA-Patiententage pro 100 Patiententage) |
1,54 |
'*' |
1,58 |
1,41 |
|
MRSA-Tage assoziierte nosokomiale MRSA-Rate (Anzahl nosokomialer MRSA-Fälle pro 1000 stationärer MRSA-Patiententage) |
17,69 |
'*' |
10,10 |
9,36 |
'*' Referenzdaten für das Jahr 2008 lagen zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht vor.
Ein Kernpunkt unseres Hygienekonzeptes sind die seit Jahren verfolgten Aktivitäten zur hygienischen Händedesinfektion. Um auch hier mehr Transparenz und Vergleichbarkeit mit anderen Krankenhäusern herzustellen nehmen wir an der nationalen „Aktion Saubere Hände“ teil.