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Golden Helix Award
Die Ablaufstrukturen im Notaufnahme-Management der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Frankfurt (Oder) wurden 2011 gleich zweimal mit renommierten Preisen des Qualitätsmanagements ausgezeichnet.

Golden Helix Award
Das griechische Wort Helix beschreibt eine Kurve, welche sich mit konstanter Steigung nach oben windet. Kurven zeichnen aus – wenn sie golden sind ganz besonders. In den vergangenen Jahren hat das Klinikum Frankfurt (Oder) seine Versorgungs- und Prozessqualität in der Notaufnahme stetig verbessert. Auf dem 34. Deutschen Gesundheitstag wurde die Zentrale Notaufnahme für diese konstante Leistung mit dem „Golden Helix Award 2011“ ausgezeichnet.

Verliehen wurde der begehrte Preis durch Dr. Josef Düllings. Er ist neu gewählter Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren. Dr. Petra Wilke, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Frankfurt (Oder), nahm den Preis für ihre Abteilung entgegen. Das von ihr geleitete Projekt „Medizinische und ökonomische Prozessoptimierung in der Notaufnahme durch IT-gestützte Behandlungspfade und eine Einschätzung in einem integrierten System“ überzeugte die hochkarätig besetzte Jury.

Mehr Qualität durch bessere Abläufe
Ziel des Projekts war es, die Abläufe in der Notaufnahme zu verbessern: Verringerung der Wartezeiten trotz steigender Patientenzahlen, zielgerichtetere Untersuchung und Behandlung der Patienten und Optimierung der Gesamtprozesse in der Notaufnahme. Dies alles mit Hilfe einer Ersteinschätzungsroutine, die durch klinische Behandlungspfade ergänzt wird.

Umsetzung
Nach einer gründlichen Bestandsaufnahme Anfang 2009 und der Definition der Anforderungen führte das Klinikum zunächst eine standardisierte Ersteinschätzung jedes Patienten direkt nach dessen Anmeldung ein. Dabei wird die Krankheitsschwere nach definierten Parametern ermittelt und eine Behandlungsreihenfolge empfohlen. Die Behandlungspfadschritte können dadurch im Rahmen des Risikomanagements nachvollziehbar dokumentiert und abgebildet werden. Natürlich bleibt die Therapiefreiheit des Arztes völlig erhalten. Möglich wird dies durch eine modulare und patientenorientierte EDV-Lösung. Durch die flexible Gestaltung in EDV-Checklisten bilden die Behandlungspfade den tatsächlichen Gesamtbehandlungs­verlauf des Patienten ab und dokumentieren diesen.

Die verschiedenen Komponenten des Projekts wurden aufeinander abgestimmt und modular entwickelt. Noch im November des gleichen Jahres erfolgte die Inbetriebnahme. Seitdem wurde es bereits um weitere Module ergänzt - darunter ein EDV-gestützter Schmerzerfassungsbogen und ein Erhebungsbogen für die Erfassung von Herzbeschwerden (Chestpain-Unit-Erhebungsbogen).

Erfolg auf der ganzen Linie
Mittlerweile existieren über 45.000 Patientendatensätze, die erfasst und ausgewertet sind. Dabei wurden parallel immer wieder Modifikationen an den Behandlungspfaden sowie der Ersteinschätzung vorgenom­men. Im Ergebnis erreichten wir damit eine deutlich spürbare Verbesserung der Treffsicherheit der Erstdiagnosen. Die Personalplanung für die Notaufnahme wurde deutlich verbessert. Die Wartezeiten wurden verkürzt und die Weiterbehandlung des Patienten beschleunigt. Das Gesamtergebnis ist eine schnellere und bessere Behandlung unserer Patienten und steht damit ganz im Zeichen des konzernweiten Ziels – gute Medizin für Jedermann!

 

Prof. Dr. Hans-Konrad Selbmann, Vorsitzender der Jury, überreicht
Dr. Petra Wilke, 2.v. l., den begehrten Preis.
Mit dabei: Andrea Hartung (Klinikum Frankfurt (Oder) und Tobias Leipold der Firma Clinpath (Partner für die EDV-Lösung)
Foto: Archiv VKD

Golden Helix Award

Der „Golden Helix Award“ wurde 2011 zum 19. Mal vergeben und ist damit der älteste Qualitätspreis für das Gesundheitswesen im deutschsprachigen Raum. Mit ihm werden Projekte ausgezeichnet, die bei gleichzeitiger Begrenzung der Kosten einer Erhöhung der Qualitätsstandards im Gesundheitswesen dienen. Wesentliche Kriterien sind der Nutzen für die Patienten und die Übertragbarkeit des Projekts auf andere Gesundheitseinrichtungen und Organisationen. Belegt werden muss außerdem quantitativ, dass durch das Projekt die Versorgungsqualität tatsächlich verbessert wurde. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis ging in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Preisträger, das Klinikum Frankfurt (Oder) und das Landeskrankenhaus St. Pölten. Die Sieger setzten sich gegen 23 weitere Projekte durch.

Publikumspreis  des Qualitätskliniken Wettbewerbs 2011
Vom 25. bis 26. Mai 2011 trafen sich Experten und Strategen des klinischen Qualitätsmanagements aus der ganzen Bundesrepublik beim
2. Forum der Qualitätskliniken.de  in Berlin.

Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten anspruchsvolle Vorträge sowie Präsentationen von über 20 Best Practice Beispielen bundesweit und konnten im Anschluss ihren Favoriten wählen: Der „Publikumspreis der Qualitätsarena“ (PDF, 347 kB) ging erstmalig an das gemeinsame Projekt „Prozessorientierte Patientenaufnahme in der Notaufnahme“ von Frau  Dr. Petra Wilke, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme des Frankfurter Klinikums, und der Firma ClinPath GmbH, Berlin.

Durch die bundesweit ansteigenden Patientenzahlen in Notaufnahmen müssen neue Prozessabläufe etabliert werden, um die Patientensicherheit und damit auch -zufriedenheit zu gewährleisten. Aus diesem Grund wurde in Frankfurt (Oder) ein 5-stufiges Ersteinschätzungssystem eingeführt und innovativ in eine EDV Lösung implementiert: Durch einen Schmerzstandard, klinische Warnfunktionen und Behandlungspfade konnte somit ein standardisiertes Vorgehen etabliert werden, welches den klinischen Bedürfnissen auf den einzelnen Patienten zugeschnitten möglichst nahe kommt. Durch die Erfassung aller  Prozessschritte werden diese erstmalig transparent, somit auswertbar, beurteilbar und optimierbar.
 „Die Übersicht gibt nicht nur uns Ärzten mehr Sicherheit, auch die Patienten fühlen sich durch den Erstkontakt in der Ersteinschätzung gut aufgehoben und profitieren durch die Qualitätsverbesserung, z.B. durch die unverzögerte Gabe von Schmerzmedikation und geringere Wartezeiten“, erklärt Frau Dr. Wilke.

Mit dem Forum Qualitätskliniken.de haben sich 2010 mehrere 100 Kliniken unterschiedlichster Trägerschaften zusammengeschlossen, um Qualität in der Medizin vergleichbar und auch verständlich für den Patienten zu machen: die 4 Qualitätsdimensionen (4QD) setzen sich aus medizinischer Qualität, Patientensicherheit, Patientenzufriedenheit und Einweiserzufriedenheit.


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