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Endokrine Chirurgie f. Schilddrüse- u. Nebenschilddrüsen

  Nebenschilddrüsen

Wir über uns

Die Abteilung für Endokrine Chirurgie mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der Schilddrüsen-  und Nebenschilddrüsenchirurgie betreibt eine hochspezialisierte Chirurgie in enger Zusammenarbeit und Einbindung der Fachbereiche Endokrinologie, Nuklearmedizin, Nephrologie und Onkologie.

Erkrankungen von Schilddrüse und Nebenschilddrüse

1. Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist ein kleines, lebenswichtiges Organ, dass die Aufgabe hat, aus Jod und anderen Bausteinen das Schilddrüsenhormon herzustellen, dieses zu speichern und dann über das Blut an den Körper abzugeben. Das Schilddrüsenhormon ist an der Regelung sehr vieler Stoffwechselvorgänge beteiligt. Es reguliert den Sauerstoffverbrauch, den Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel und damit den Energiehaushalt des Körpers. Die Schilddrüse hat somit Einfluss auf das Körpergewicht, den Wärmehaushalt und die Körpertemperatur, den Magen- Darmtrakt, die Muskeln und das Nervensystem. Das Schilddrüsenhormon reguliert den Mineral- und Wasserhaushalt des Körpers und nimmt Einfluss auf die Geschlechtsfunktionen des Menschen. Die gesamte körperliche und geistige Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen hängt von der Schilddrüse ab und sie spielt eine wichtige Rolle für die seelische Verfassung des Menschen.  Deshalb ist es wichtig Funktionsstörungen oder Veränderungen der Schilddrüse frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

2. Funktionsstörungen der Schilddrüse

Wenn die Schilddrüse zu wenig bzw. zu viel Hormon produziert spricht man von einer Unterfunktion (Hypothyreose) bzw. Überfunktion (Hyperthyreose). Sowohl die ausgeprägte Unter- als auch die Überfunktion können schwere Krankheitsbilder darstellen. Bestimmte Formen der Überfunktion können bzw. müssen einer operativen Behandlung zugeführt werden. Zum Beispiel der Morbus Basedow, eine Autoimmunkrankheit, bei der körpereigene Zellen zu einer Stimulation der Schilddrüse und damit zu einer Überfunktion führen. Auch einzelne Knoten der Schilddrüse können zu einer Überfunktion führen, indem sie sich aus dem Regelkreis der Hormonbildung auskoppeln und ungezügelt (autonom) Schilddrüsenhormon (Thyroxin) produzieren und ausschütten. Man nennt solch einen Knoten ein autonomes Adenom.

3. Vergrößerung der Schilddrüse

Eine Vergrößerung der Schilddrüse unabhängig von der Funktion heißt „Struma“. Etwa 20%-25% der deutschen Bevölkerung hat eine Vergrößerung der Schilddrüse, die häufig durch eine mangelnde Jodzufuhr bedingt ist. Die Schilddrüsenvergrößerung kann zu Schluckstörungen und Behinderung der Atmung bis hin zur Atemnot führen, zudem kann die vergrößerte Schilddrüse eine kosmetische Beeinträchtigung zur Folge haben. Wenn die Schilddrüse eine bestimmte Größe überschritten hat und die oben genannten beschwerden verursacht, sollte eine Operation empfohlen werden.

4. Knoten in der Schilddrüse

In der Schilddrüse können einzelne oder mehrere Knoten zu finden sein. Hinsichtlich ihrer Funktion unterscheidet man so genannte heiße oder warme (hormonaktiv) und so genannte kalte (hormoninaktive) Knoten. Heiße Knoten sind so gut wie nie bösartig, sie können eine Überfunktion verursachen. Neben den gutartigen Erkrankungen der Schilddrüse gibt es auch bösartige Tumoren der Schilddrüse, die häufig keinerlei Beschwerden machen und nicht selten zufällig auch bei jungen Menschen entdeckt werden. Einzeln auftretende kalte Knoten sind in ca. 5% der Fälle bösartig.  und müssen vom Spezialisten abgeklärt und bei Verdacht auf Bösartigkeit unbedingt operiert werden.


5. Nebenschilddrüsenüberfunktion

Die Nebenschilddrüsen liegen wie der Name es sagt unmittelbar neben der Schilddrüse und produzieren das Nebenschilddrüsenhormon (Parathormon). Dieses Hormon reguliert den Calzium Stoffwechsel im Körper. Bei einer Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus) wird entweder durch eine stark vergrößerte Nebenschilddrüse (Nebenschilddrüsenadenom) oder durch eine Vergrößerung aller 4 Nebenschilddrüsen (Nebenschilddrüsenhyperplasie) zu viel Nebenschilddrüsenhormon produziert, was zu einem schädlich erhöhten Calzium Spiegel im Blut führt. Die Nebenschilddrüsenüberfunktion kann und muss häufig operativ beseitigt werden.

 

Warum ist eine Operation notwendig?

  • Schilddrüsenknoten
  • Deutliche Vergrößerung der Schilddrüse
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Autoimmunerkrankung (Morbus Basedow)
  • Verdacht auf bösartige Erkrankung der Schilddrüse

Die Operation der Schilddrüse ist erforderlich, wenn die Vergrößerung des Organs zu mechanischen Problemen wie Kloßgefühl, Schluckstörung oder Atembehinderung führt. Große überfunktionierende (heiße) Knoten, sog. autonome Adenome oder die Überfunktion im Rahmen einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, z.B. bei Morbus Basedow, können eine Operation erforderlich machen. Die Operation kann sowohl die Überfunktion, als auch die Vergrößerung des Organs beseitigen.
Neben den gutartigen Veränderungen der Schilddrüse gibt es auch bösartige Tumoren der Schilddrüse.

Die Operation

Die Schilddrüsenoperation erfolgt in Vollnarkose. Das Ziel der Operation ist es, die veränderten Anteile der Schilddrüse vollständig zu entfernen und möglichst gesundes Schilddrüsengewebe zu belassen. Es kann aber auch notwendig sein, die komplette Schilddrüse zu entfernen. Je nach Form Ihrer Schilddrüsenerkrankung wird der Schilddrüsenchirurg die für Sie geeignete Methode auswählen und mit Ihnen besprechen.
Folgende Operationsverfahren können durchgeführt werden:

  • Knotenexcision (Knotenausschälung)
  • Selektive oder subtotale Resektion (Teilentfernung der Schilddrüse)
  • Lobektomie einseitig und selektive oder subtotale Resektion der Gegenseite (vollständige Entfernung einer Seite und Teilentfernung der Gegenseite)
  • Thyreoidektomie (vollständige Entfernung der Schilddrüse)

Minimal Invasive Operation

Diese in wenigen Zentren durchgeführte Methode, deren Vorteile in einem sehr guten kosmetischen Ergebnis und einem direkt nach der Operation geringeren Schmerz liegen, kann in einigen Fällen angewandt werden. Hierbei darf das Schilddrüsenvolumen und die Knotengröße ein bestimmtes Maß nicht übersteigen. Die Operation wird über einen kleinen Hautschnitt (ca. 2 cm) mit Unterstützung einer über eine kleine Optik eingebrachten Kamera, die das Operationsfeld auf einem Monitor darstellt, durchgeführt.

Intraoperatives Neuromonitoring:

Durch das Neuromonitoring wird der Stimmbandnerv während der Operation an der Schilddrüse stimuliert und das Signal optisch und akustisch sichtbar gemacht. Dadurch kann seine Funktion  im Verlauf der Operation überwacht werden. Dieses an unserer Klinik routinemäßig angewandte Verfahren verringert die Gefahr einer Verletzung des Stimmbandnerven auf ein Minimum.

Lupenpräparation:

Da es sich bei der Schilddrüsenchirurgie um ein kleines Operationsfeld handelt, ist es erforderlich, die wichtigen zu schonenden Strukturen wie den Stimmbandnerven und die kleinen Nebenschilddrüsen klar und deutlich zu erkennen. Deshalb wird in unserer Klinik die Operation immer unter Verwendung einer Lupenvergrößerung durchgeführt.


 

LEISTUNGSSPEKTRUM

Diagnostik:

  • Sonographie
  • Farbcodierte Duplex Sonographie – bösartige Schilddrüsenknoten sind häufig in ihrem Zentrum vermehrt durchblutet
  • Elastographie – bösartige Schilddrüsenknoten sind meist hart. Mittels Elastographie kann die Elastizität (Härte) eines Knotens gemessen werden
  • Diagnostische Feinnadelpunktion -  die beste Methode, eine mögliche Bösartigkeit eines Schilddrüsenknotens schon im Vorfeld zu erkennen
  • Genetisches Screening bei familiärer endokriner Neoplasie – wenige bösartige Schilddrüsentumore sind genetisch bedingt, mittels genetischem Screening können Familienmitglieder auf ihre Disposition zu Schilddrüsenkrebs getestet werden


Operative Therapie

  • Knotenstruma - Behandlung gutartiger Schilddrüsentumore – es wird eine morphologie- und funktionsgerechte Entfernung der Knotenstruma durchgeführt, um gesundes funktionsfähiges Gewebe zu erhalten

  • kalter Knoten – der kalte Knoten bedeutet stets Verdacht auf Bösartigkeit. Daraus ergibt sich eine Indikation zur Operation. Die minimal-invasive Operationstechnik sorgt für eine schonende Operation und gute Kosmetik. Intraoperative Schnellschnittdiagnostik kann unnötige Nachoperationen verhindern.

  • heißer Knoten – die Operation und Radiojodtherapie werden alternativ eingesetzt. Das Vorgehen wird interdisziplinär besprochen.

  • Morbus Basedow – diese Erkrankung erfordert die komplette Entfernung der Schilddrüse unter besonderer Schonung der Nebenschilddrüsen. Auch diese Operation kann minimal invasiv durchgeführt werden.

  • Rezidivstruma – eine große operative Erfahrung ist bei Wiederholungseingriffen gutartiger Schilddrüsenerkrankungen erforderlich. Moderne und präzise Operationstechnik sorgt für besonders niedrige Komplikationsraten.

  • Schilddrüsenkarzinom – die sorgfältige und vollständige Entfernung der Schilddrüse und der umgebenden Lymphknoten ist notwendig. Es besteht besondere Erfahrung in der Radikaloperation der Schilddrüse und komplizierten Wiederholungseingriffen.

  • Familiärer Schilddrüsenkrebs – C-Zell Karzinom: eine seltene Tumorerkrankung, die familiär gehäuft auftreten kann und bereits Kinder betreffen kann. Die genetische Untersuchung wird durchgeführt. Auch prophylaktische Operationen, insbesondere bei Kindern zur Verhinderung der Krebsentstehung werden durchgeführt.

  • Primärer Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion) – Erkrankung von in der Regel nur einer Nebenschilddrüse. Diese wird operativ entfernt. Mittels intraoperativer Schnelldiagnostik (intraoperativer Parathormon (PTH)-Schnellassay) kann die Diagnose und die Vollständigkeit der Operation geprüft werden. Dies ermöglicht die minimal invasive Operation.

  • Sekundärer Hyperparathyreoidismus – subtotale Entfernung der Nebenschilddrüsen bei Dialysepatienten mit Belassen eines kleinen Drüsenrestes. Routinemäßiges Einfrieren von Nebenschilddrüsengewebe (Kryopräservation). Möglichkeit der späteren Autotransplantation von Nebenschilddrüsengewebe.

 

Unsere Ausstattung

Diagnostik

- Modernste Ultraschalldiagnostik – Elastographie
- Präoperative Feinnadelpunktion

Operative Therapie

- Modernstes Instrumentarium
- Spezielle Instrumente für minimal invasive Operation
- Lupenvergrößerung und Stirnlampe
- Intraoperatives Neuromonitoring
- Intraoperativer Parathormon (PTH)-Schnellassay
- Intraoperativer Ultraschall
- Operation ohne Nahtmaterial mittels Ultraschallschere (Ultracision)
- Minimalinvasive Operation der Schilddrüse als auch der Nebenschilddrüse

 

 


Dr. med. Said Saalabian
said.saalabian@dkd-wiesbaden.de

Kontakt

Zentrum für Endokrine Chirurgie
Stiftung Deutsche Klinik für Diagnostik GmbH
Dr. med. Said Saalabian
Facharzt für Chirurgie, Endokriner Chirurg (E.B.S.Q.)
Aukammallee 33
65191 Wiesbaden

Sekretariat

Frau Heckenmüller / Frau Sanetra
Telefon: +49 (0)611 577-341
Telefax: +49 (0)611 577-255
E-Mail: ech@dkd-wiesbaden.de 

Terminvereinbarung
Unabhängig von der Versicherungsart (Gesetzlich versichert, Privat versichert, Selbstzahler) können alle Patienten grundsätzlich stationär, teilstationär oder ambulant behandelt werden. Weitere Informationen über das notwendige Vorgehen im Einzelnen erhalten sie bei der telefonischen Terminabsprache in unserem Sekretariat


 


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