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Darstellung von verschiedenen besonderen Diagnostikverfahren

3D-FCDS-TRUS

Bei Prostataerkrankungen wird oft die genaue Darstellung des Organs benötigt, wozu die Ultraschalluntersuchung vom Enddarm aus verwandt wird (TRUS = TransRektaler UltraSchall). Allerdings haben konventionelle Ultraschallgeräte gerade bei der wichtigsten Fragestellung, nämlich ob ein Prostatakrebs vorliegen könnte, nur eine geringe Sensitivität, d.h. viele Tumore werden übersehen, vor allem die kleinen und damit noch heilbaren.
Durch die Weiterentwicklung zur 3D-FCDS-TRUS-Technik sind wir nun in der Lage, mit hoher Sicherheit auch kleine Tumoren, zum Teil sogar schon Vorstufen zu erkennen und durch Gewebeentnahme gezielt zu beweisen. Dies wurde in unserem Hause erstmals auch wissenschaftlich belegt: Vortrag im PDF-Format (830 kbyte).
Andererseits können wir unnötige Gewebeentnahmen vermeiden, wenn bei erhöhtem PSA im 3D-FCDS-TRUS kein Hinweis auf einen Tumor besteht. Häufig liegt der PSA-Erhöhung dann eine andere Ursache zu Grunde, wie z.B. eine Entzündung.

   
 Focal prostatitis    T3a tumor  

Die Methode ist nicht schmerzhaft, „Mann“ spürt lediglich einen Druck im After, evtl. auch einen leichten Harndrang.

Blasenspiegelung mit PDD-Technik

Die Blasenspiegelung ist eine seit weit über 100 Jahren bekannte und bewährte Methode zur Darstellung von Blasentumoren. Allerdings weiß man, dass es Tumorformen gibt, die mit dem Auge im normalen Weißlicht der Spiegelung nicht erkannt werden können (z.B. Carcinoma in situ). Mit der Delta-Aminolävulinsäure (ALA) gelingt aber nun die Anfärbung solcher suspekter Prozesse, so dass sie sicher erkannt werden können.
Ca. 30 bis 45 min vor der eigentlichen Spiegelung wird die Blase mittels eines dünnen Einmalkatheters entleert (der Urin ggf. zur Urinzytologie genutzt) und anschließend 50 ml dieser ALA-Lösung eingespritzt. Das ist schmerzfrei. Mit dem blanken Auge sieht die Lösung farblos aus. Tumorzellen nehmen diesen Farbstoff auf, gesunde Zellen dagegen nicht. Nach der Einwirkzeit wird die Blase gespiegelt. Mit einer speziellen Lichtquelle und einer Videokamera wird dann überprüft, ob der Farbstoff aufgenommen wurde; Tumorzellbezirke leuchten dann violett.
Auch bei der späteren Operation wird der Tumorbezirk wieder angefärbt, so dass der Operateur auch kleinste Nebenherde entdecken und beseitigen kann und bei OP-Ende sicher ist, alles Tumorgewebe entfernt zu haben. Dadurch sinkt das Risiko für ein Tumorrezidiv sehr deutlich.

Biofeedbacktherapie

Prospektiv-randomisierte Studie zur Überprüfung der Effektivität zweier Biofeedbackgerätetypen bei der Therapie des Stressharninkontinenz (SIU), des chronischen Beckenbodenschmerzes (CPPS) und der funktionellen Blasenentleerungsstörung (FBES).

Poster als pdf-Datei (530 kbyte)

 


 

 

 

 

Videourodynamik

Eine Videourodynamik-Untersuchung wird durchgeführt, um die Blasen(fehl)funktion genau beurteilen zu können. Dazu wird eine dünne (ca. 2 mm) Messsonde in die Blase geschoben, ferner eine Sonde in den After (etwa so dick wie ein Finger) eingelegt und auf der Haut Elektroden zum Ableiten der Muskelströme angebracht.
Während die Blase gefüllt wird, zeichnet ein Messschreiber die Drucke und Muskelströme auf. Aus dem Ergebnis lässt sich ableiten, welche Form der Blasenfunktionsstörung vorliegt. Wichtig ist diese Untersuchung auch beim Vorliegen von Urinverlust (Harninkontinenz), da es Formen der Harninkontinenz gibt, die durch Nervenerkrankungen (z.B. bei Multipler Sklerose, M. Parkinson, Querschnittslähmung, Diabetes mellitus etc.) bedingt sind und keinesfalls mittels eines sog. Bändchens operiert werden dürfen. Die Betroffenen können diese speziellen Formen von einer sog. Stressharninkontinenz nicht unterscheiden, so dass auch bei Verdacht auf eine operationspflichtige Harninkontinenz diese Messung notwendig ist.
Während der Messung wird zu bestimmten Zeitpunkten auch die Blase geröntgt, um die Form oder z.B. eine Reflux (Urinrückstrom von der Blase in die Niere) zu erkennen.
Weiterhin kann man die Druckübertragung in der Harnröhre messen, was für die Entscheidung, welche OP-Technik für die Beseitigung einer sog. Stressharninkontinenz die beste ist, hilfreich ist.


PNE/SNS (Neuromodulation)

Bei schweren, durch Medikamente nicht beherrschbare neurogenen Blasenfunktionsstörungen kann man oft durch eine Neuromodulation den Patienten helfen, trotzdem wieder kontinent zu werden und den Selbstkatheterismus zu vermeiden. Dazu werden Elektroden neben die Nervenwurzen, de aus dem Rückenmark kommen und die Blase versorgen, gelegt. Über einen sog. Modulator (sieht aus wie ein Herzschrittmacher), kann man dann durch bestimmte elektrische Impulse die Blase steuern, so dass sie Urin hält und ei Bedarf entleert.
Da diese Technik nicht bei allen Patienten funktioniert, wird in der Regel. in örtlicher Betäubung eine Probeelektrode gelegt und die Blasenfunktion testweise gesteuert. Wenn dies gut gelingt, kann die endgültige OP erfolgen, bei der der Blasenschrittmacher dann zusammen mit den Steuerelektroden unter der Haut eingepflanzt wird.
Der Patient steuert die Blase dann mit einer kleinen Fernbedienung.

 


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Glossar

3D-FCDS-TRUS:
3-dimensionale Darstellung von Gefäßen und Gewebe der Prostata mittels einer über den After eingeführten Ultraschallsonde

PDD:
Photo-Dynamische Diagnostik

PNE/SNS:
Periphäre Nerven-Evaluation; Sakrale Nerven-Stimulation - Sammelbegriff: Neuromodulation

PSA:
Prostata-Spezifisches Antigen (Tumormarker für ein Prostatakarzinom, PSA kann aber auch bei vielen gutartigen Erkrankungen erhöht sein; Marker der für die Prostata spezifisch ist, relativ sensitiv, aber nicht beweisend für ein Karzinom, weshalb bei erhöhtem Wert weitere Diagnostik notwendig ist.

Carcinoma in situ (CIS):
Hochbösartiger, ganz flacher Blasenkrebs, der mit dem Auge kaum zu erkennen ist.

Harninkontinenz:
Unwillkürlicher Urinverlust, siehe Erläuterung auf der website

Reflux:
Urinrückstrom von der Blase in die Niere. Risiko ist die Zerstörung der Niere, wenn der Reflux lange andauert

Neurogene Blasenfunktionsstörung:
Die Blasenfunktion wird von Hirn- und Rückenmarkszentren gesteuert. Wenn eines dieser Zentren erkrankt ist, funktioniert die Blase nicht mehr richtig, kann z.B. den Urin nicht mehr halten (Harninkontinenz) oder nicht mehr vollständig entleeren (Restharn). Beide Formen führen auf Dauer zu schweren weiteren Organschäden (vor allem an den Nieren).

Selbstkatheterismus:
Bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen kann es notwendig sein, wenn die Blase sich nicht mehr vollständig entleert, dass der Patient lernt, sich mit einem dünnen Einmalkatheter regelmäßig selbst zu katheterisieren.

Urinzytologie:
Im Urin befinden sich immer Zellen aus der Blasenwand, die man anfärben und unter dem Mikroskop ansehen kann. Bösartige Zellen lassen sich so erkennen.

Sensitivität:
Sensitivität (auch Richtigpositiv-Rate, Empfindlichkeit oder Trefferquote; englisch sensitivity oder true positive rate). Die Wahrscheinlichkeit, ein positives Ergebnis auch als solches zu erkennen. Sie gibt den Anteil der richtig als positiv erkannten Ergebnisse an der Gesamtheit der in Wirklichkeit positiven Ergebnisse an.