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Kardio-CT: Innovative Untersuchungsmethode zur Beurteilung der Herzkranzgefäße
Frühe Phasen der koronaren Herzerkrankung konnten lange Zeit nur durch den Einsatz invasiver Methoden (z.B. Herzkatheter-Untersuchung) erkannt werden. Seit jüngster Zeit ist es jedoch möglich, die neueste Generation der Mehrzeilen-Computertomographen zur schonenden und schnellen Untersuchung der Herzkranzgefäße einzusetzen. Sie ermöglicht eine direkte Abbildung und Beurteilung der Kranzgefäße, so dass auch leichte oder mäßige Veränderungen, die noch keine Beschwerden hervorrufen und zum Teil sogar bei einer Herzkatheter-Untersuchung nicht erkannt werden, erfasst werden können. Durch eine neuartige EKG-Steuerung kann in den meisten Fällen auch die erforderliche Strahlendosis um etwa 50% reduziert werden. Die DKD Wiesbaden bietet drei Hauptuntersuchungen des Herzens am Mehrzeilen-CT an: Die Kalzium-Score-Analyse, die CT-Angiographie der Herzkranzgefäße und die CT-Angiographie von Bypass-Gefäßen.
Die Kalzium-Score-Analyse
Die bloße Existenz von Kalk spiegelt schon eine Schädigung von Herzkranzgefäßen wider. Das Maß an Verkalkung kann aber von Mensch zu Mensch sehr stark variieren. Des weiteren steigt mit zunehmendem Alter auch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Verkalkung in den Herzkranzgefäßen auftritt. Es wurde durch Studien an mehreren Tausend Patienten ermittelt, wie viel Kalk noch als „altersentsprechend“ angesehen werden kann und ab wann von einer „über das Altersmaß hinausgehenden“ und damit potenziell gefährlichen Verkalkung auszugehen ist.
Neben den erwähnten klassischen Risikofaktoren ist nämlich auch die „übermäßige“ Verkalkung der Herzkranzgefäße ein unabhängiger Risikofaktor für das Entstehen eines Herzinfarktes. Das heißt auch: je mehr Kalk in den Herzkranzgefäßen zu finden ist, desto intensiver muss die Vorbeugung (ggf. mit Medikamenten) betrieben werden. Die Kalzium-Score-Analyse gibt den exakten Grad der Verkalkung durch mehrere Parameter (z.B. Agatston Score, Kalkmasse, Kalkvolumen) wieder. Dabei ist für diese Untersuchung auch keine Kontrastmittelgabe erforderlich. Die Messung dauert weniger als 15 Sekunden, in denen der Patient lediglich die Luft anhalten muss.
Meist kann schon 15 Minuten nach der Untersuchung das Ergebnis und die Risikoeinschätzung mitgeteilt werden. Diese Untersuchung ist jeder CT-Angiographie (s.u.) vorgeschaltet. Sie wird aber auch als Einzeluntersuchung (z.B. im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung) angeboten.
Die CT-Angiographie der Koronarien
Die CT-Angiographie ist die genaue Abbildung der Herzkranzgefäße im CT durch Gabe von Kontrastmittel. D.h., es werden nicht nur Verkalkungen sichtbar gemacht sondern der gesamte Gefäßverlauf – wie in einer Herzkatheteruntersuchung. Durch eine Auflösung von etwa einem halben Millimeter kann eine genaue Beurteilung der Gefäße hinsichtlich behandlungsbedürftiger Verengungen erfolgen. Die Indikation muss jedoch immer individuell festgelegt werden, vor allem weil die CT eine Untersuchung mit Röntgenstrahlung darstellt und manchmal auch die Kalkscore-Analyse ausreichend sein kann.
Die Untersuchung kann bei bestimmten Patientengruppen angewandt werden:
- Patienten mit atypischen Beschwerden, anstelle einer Herzkatheteruntersuchung.
- Patienten mit einer niedrigen Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer relevanten koronaren Herzerkrankung, aber fraglichen Befunden z.B. im Belastungs-EKG oder
in der Szintigraphie.
- Beschwerdefreie Patienten mit mehreren Risikofaktoren (insb. Diabetes mellitus oder familiärer Belastung) zur Ausschlussdiagnostik im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung.
Individuelle Festlegung der Indikation:
Die Indikation muss jedoch immer individuell festgelegt werden, vor allem weil die CT eine Untersuchung mit Röntgenstrahlung darstellt und manchmal auch die alleinige Kalkscore-Analyse ausreichend sein kann.
Gabe eines Kontrastmittels:
Die Untersuchung ist mit der Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels verbunden. Die Messung dauert weniger als 25 Sekunden in denen der Patient die Luft anhält. Dabei zeichnet das Gerät dünne Schichtbilder vom Brustkorb auf, die anschließend zwei- und dreidimensional aufbereitet und analysiert werden. Der Befund liegt meistens innerhalb von einer Stunde vor.
Die CT-Angiographie von Bypass-Gefäßen
Mittlerweile können auch Patienten nach Bypass-Operation von dieser Technik profitieren. So können arterielle und venöse Bypass-Gefäße in ihrer gesamten Länge dargestellt und hinsichtlich des Vorliegens von Verengungen oder Verschlüssen beurteilt werden.
Der Ablauf ist identisch mit dem der CT-Angiographie von Herzkranzgefäßen (s.o.). Durch die Länge einiger Bypassarten bedingt, können Messungen aber teilweise um 30 Sekunden dauern.
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CT-Angiographie der Herzkranzgefäße (3D-Aufbereitung). Beispiel eines krankhaften Befundes der rechten Kranzarterie. Das Gefäß ist im ersten Drittel erweitert und verkalkt. Am Übergang ins mittlere Drittel zeigt sich eine mäßige Einengung. |
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Darstellung des Herzens zur Kalzium-Score-Analyse ohne Kontrastmittel: Kalkhaltige Abschnitte in den Herzkranzgefäßen stellen sich weiß dar.
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