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Leistungsspektrum

Der Fachbereich Kardiologie der DKD Wiesbaden verfügt über ein breites Leistungsspektrum. Die untenstehende Übersicht soll Ihnen einen Eindruck von den Untersuchungsmöglichkeiten unseres Fachbereichs vermitteln und die verschiedenen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten vorstellen. Insgesamt acht Verfahren werden vom Fachbereich Kardiologie schwerpunktmäßig durchgeführt:

1. Das Echokardiographie-Labor
2. Kardio-CT und Kardio-MRT
3. Die Transthorakale Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)
4. Die Transösophageale Echokardiographie
5. Die Stressechokardiographie
6. Bestimmung der koronaren Flussreserve mittels Herzultraschall
7. Das Herzkatheterlabor
8. Einfache technische Untersuchungen

1. Das Echokardiographie-Labor

Wir verfügen derzeit über vier modernste Echokardiographiegeräte vom Typ Acuson Sequoia. Die Geräte sind über ein Netzwerk mit einer zentralen Auswerte- und Archivierungseinheit (PACS) verbunden. Diese erlaubt die Auswertung und Befundung der aufgezeichneten Untersuchungen unabhängig vom Patienten an einem zentralen Arbeitsplatz. Wesentlicher Vorteil der zentralen Archivierung ist, dass dem Arzt jederzeit schneller Zugriff auf fühere Aufzeichnungen möglich ist und aktuelle Untersuchungsergebnisse direkt mit älteren Befunden verglichen werden können. -Dies ermöglicht eine optimale patientenzentrierte Diagnostik mit hoher Befundsicherheit. Neben dem routinemäßigen Einsatz der transthorakalen und transösophagealen Echokardiographie führen wir sowohl dynamische als auch medikamentöse Stressechokardiographien durch.

Daneben kommt regelhaft die in unserer Abteilung entwickelte transthorakal-echokardiographische Messung der Koronarflussreserve zum Einsatz. Diese Methode erlaubt die nicht-invasive Messung der Koronarflussreserve nach intravenöser Applikation von Adenosin und kommt z.B. dann zum Einsatz, wenn nach einer Ballonangioplastie eine Wiedereinengung des Gefäßes nichtinvasiv ausgeschlossen werden soll oder nach einer Bypassoperation die Funktion eines Mammaria-Bypasses geprüft werden soll.

 

2. Kardio-CT und Kardio-MRT

In Kooperation mit dem Fachbereich Bildgebende Verfahren besteht seit Oktober 2004 die Einheit "Kardiale CT und MRT", die von unserer Abteilung geleitet wird. Wir sind seither in der Lage CT- und MRT-Untersuchungen des Herzens durchzuführen.

Die Kardio-CT ist die CT-Untersuchung des Herzens und erst seit kurzer Zeit als Routineverfahren anwendbar. Sie ermöglicht die exakte Darstellung der Herzkranzgefäße ohne Herzkatheteruntersuchung und die Quantifizierung verkalkter Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Die Untersuchungen haben den Vorteil, dass sie nicht nur ohne Kathetersierung auskommen, sondern auch kaum länger als 5 Minuten dauern. Für diese Untersuchung steht uns als Mehrzeilen-CT-Scanner der Siemens Sensation 16 zur Verfügung.

Die Kardio-MRT ist die MRT-Untersuchung des Herzens und ebenfalls erst seit wenigen Jahren in der Routinediagnostik gut einsetzbar. Dies wurde erst durch höhere Magnetfeldstärke (1,5 Tesla), schnelleren Gradientenaufbau und spezielle Sequenzen mit EKG-abhängiger Bildaufzeichnung möglich. Durch die Kardio-MRT können viele Erkrankungen des Herzens viel genauer untersucht werden, als dies mit früheren Verfahren möglich war. Sie erlaubt neben der Funktionsanalyse auch die Beurteilung der Gewebsbeschaffenheit, so dass erstmals Narben und Entzündungen in der Herzmuskulatur sichtbar gemacht werden können. Auch eine Durchblutungsanalyse des Herzens unter medikamentöser Belastung kann durchgeführt werden. Für die Kardio-MRT stehen uns zwei Geräte zur Verfügung: Ein Siemens Symphony 1,5T und ab ein Siemens Avanto 1,5 T mit spezieller kardiologischer und MR-spektroskopischer Ausstattung.

Sie wollen mehr Informationen? Dann lesen Sie auch:

Kardio-CT: Innovative Untersuchungsmethode zur Beurteilung der Herzkranzgefäße
Kardio-MRT: Vielseitige kardiale Untersuchungsmethode ohne Röntgenstrahlung

 

3. Die Transthorakale Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) erlaubt eine schmerzlose, nicht belastende und beliebig oft wiederholbare Darstellung des Herzens und seiner Funktionen. Ein Ultraschallkopf wird dazu an verschiedenen Stellen der Brustwand (transthorakal) direkt über dem Herzen platziert. Über die von ihm ausgesendeten und wiederempfangenen Ultraschallwellen werden sowohl zweidimensionale Bilder des Herzens, als auch Informationen über den Blutfluss in den Herzkammern und über den Herzklappen erfasst.

Damit gelingt eine umfassende Beurteilung vieler Aspekte der Herzfunktion. Neben der Geometrie der Herzhöhlen und der Herzwände kann eine Aussage über die Pumpleistung getroffen werden. Regionale Störungen in der Bewegung des Herzmuskels geben Hinweise auf eine mögliche koronare Mangeldurchblutung bzw. einen abgelaufenen Herzinfarkt mit Ausbildung einer Narbe. Viele Messmöglichkeiten erlauben die Bestimmung von Blutflussgeschwindigkeiten und Druckverhältnissen in verschiedenen Teilen des Herzens. Vor allem die Herzklappen können damit nicht nur in ihrer Gestalt, sondern auch bezüglich ihrer Funktion beurteilt werden.

Die Güte der Echokardiographie ist neben der Qualität der Ultraschallgerätes auch von der Beschallbarkeit des Patienten, die gelegentlich konstitutionell bedingt eingeschränkt sein kann, abhängig. Für bestimmte Fragestellungen kann daher manchmal eine ergänzende Ultraschalluntersuchung des Herzens über die Speiseröhre (transösophageale Echokardiographie) notwendig werden.


   
 
  Bild einer Transthorakalen Echokardiographie. Das Standbild gibt einen sogenannten apikalen Vierkammerblick wieder. Dargestellt ist die linke Herzkammer (LV) und Vorkammer (LA) auf der rechten Bildseite. Links daneben sind die rechte Kammer (RV) und Vorkammer (RA) dargestellt. Ao bezeichnet die neben der linken Vorkammer verlaufende Hauptschlagader (Aorta descendens). Die Abbildung zeigt ein normales Herz.

 

4. Die Transösophageale Echokardiographie


Beschreibung und Anwendungsgebiete:

Die transösophageale Echokardiographie (TEE) ist eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, bei der die Speiseröhre den Zugangsweg darstellt. Die Untersuchung wird daher gelegentlich auch echokardiographische „Schluckuntersuchung“ genannt. Durch die unmittelbare Nähe des Herzens zur Speiseröhre gelingt die Darstellung der Herzstrukturen sowie der großen herznahen Gefäße weitgehend ungehindert, mit sehr gutem Auflösungsvermögen und hervorragender Bildqualität. Der Haupteinsatzbereich umfasst folglich weitergehende Fragestellungen, bei der die Aussagekraft der üblicherweise von außen (transthorakal) durchgeführten Echokardiographie nicht ausreichend ist.

Hierzu gehört insbesondere die Suche nach möglichen Quellen von Blutgerinnseln im Herzen oder der großen Schlagader (Aorta) im Rahmen einer Schlaganfallsdiagnostik oder die Abklärung eines unklaren Fiebers bei z. B. Verdacht auf eine Herzklappenentzündung (Endokarditis). Weiterhin können Sitz und Funktion von Herzklappenprothesen optimal beurteilt, angeborene und erworbene Herzfehler im Kindes- und Erwachsenenalter diagnostiziert und im Verlauf kontrolliert sowie Erkrankungen der großen Schlagader im Bereich des Brustkorbes aufgedeckt werden.

Gelegentlich ist die transösophageale Echokardiographie auch notwendig, wenn ein Patient konstitutionell bedingt von außen nicht hinreichend zu untersuchen ist. Spezielle Einsatzmöglichkeiten bestehen während herzchirurgischer Eingriffe sowie in der Intensivmedizin oder Kinderkardiologie.


Durchführung der Untersuchung:

Nach einer Nüchternphase von mindestens vier Stunden wird die Rachenschleimhaut mit einem Spray betäubt. Herausnehmbarer Zahnersatz wird vor der Diagnostik entfernt, ein Beißring wird zur Vermeidung von Verletzungen und zum Schutz des Gerätes verwendet. In vielen Fällen wird eine Venenverweilkanüle gelegt, um im Bedarfsfall Medikamente intravenös verabreichen zu können. Eine allgemeine Betäubung (Sedierung), z.B. mit einem niedrig dosierten intravenös gegebenen Narkotikum, kann z.B. bei Notfalluntersuchungen oder bei sehr ängstlichen und angespannten Patienten notwendig sein. In der Regel ist die Kooperationsfähigkeit des Patienten während der Prozedur aber erwünscht. Nach der Prozedur ist zur Vermeidung des Verschluckens für ca. eine Stunde die Aufnahme flüssiger und fester Speisen nicht erlaubt. Eine längere Überwachung kann nach allgemeiner Betäubung notwendig sein.

Während der Untersuchung liegt der Patient üblicherweise in Linksseitenlage. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft; unangenehm sind Würgereflexe, besonders beim Einführen der Ultraschallsonde (Echoskop) und ein erhöhter Speichelfluss. Nur in seltenen Einzelfällen ist das Einführen des Gerätes nicht möglich. Während der Untersuchung, die etwa 5-15 min dauert, kann nicht geschluckt werden, die Atmung ist jedoch nicht behindert. Der Speichel fließt passiv nach außen ab.


Risiken:

Grundsätzlich sind Nebenwirkungen selten und schwerwiegende Komplikationen eine Rarität. In einer Untersuchung an über 10.000 Patienten traten in geringer Häufigkeit Herzrhythmusstörungen (0,7%), Angina pectoris (0,1%), Verengung des Bronchien mit Luftnot (0,8%) sowie Blutungen (0,2%) auf. Die gravierendste Komplikation stellt eine Verletzung der Speiseröhre dar, die weltweit in nur wenigen Fällen beschrieben wurde. Im Aufklärungsgespräch vor der Untersuchung wird daher u.a. gezielt nach Schluckstörungen oder bekannten Vorerkrankungen der Speiseröhre gefragt.


  
    
Bild einer Transösophagealen Echokardiographie. Die obere Abbildung stellt die linke (LA) und die rechte Vorkammer (RA) des Herzens dar. Beide Kammern sind durch eine feine Membran (Vorhofscheidewand) getrennt. Der Pfeil markiert einen Defekt in dieser Scheidewand. In der unteren Abbildung kann mit der zugeschalteten farbigen Flussbildgebung der krankhafte Blutfluss durch diese Öffnung dargestellt werden.

 

   
 
  Bild einer Transösophagealen Echokardiographie. Das Standbild zeigt die linke Kammer (LV) und den linken Vorhof (LA), sowie die beiden Herzhöhlen trennende Mitralklappe. PML bezeichnet das anatomisch hintere Segel und AML das vordere Segel dieser Klappe. Der Pfeil weist auf eine ca. 3,1 cm lange entzündliche Veränderung am vorderen Mitralsegel hin (Endokarditis).
 

 

5. Die Stressechokardiographie

Die Stressechokardiographie ist eine echokardiographische Methode zur Erfassung von belastungsabhängigen Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Es handelt sich also um eine Methode, die dem gleichen Zweck dient, wie das konventionelle Belastungs-EKG. Im Unterschied zum Belastungs-EKG ist die Stressechokardiographie jedoch wesentlich genauer.

Grundsätzlich werden zwei unterschiedliche Stressverfahren eingesetzt: die medikamenteninduzierte Simulation einer körperlichen Belastung und die fahrradergometrische, dynamische körperliche Belastung. Beide Verfahren führen zu einem Anstieg der Herzfrequenz. Während dies geschieht, wird durch den Arzt eine kontinuierliche Beobachtung des Herzmuskels mittels Ultraschall durchgeführt. Der Nachweis einer Durchblutungsstörung erfolgt dadurch, dass im Falle einer relevanten Engstelle in einem Herzkranzgefäß in genau jenem Abschnitt des Herzmuskels, das vom erkrankten Kranzgefäß mit Blut versorgt wird, eine Bewegungsstörung (Pumpleistungsschwäche) auftritt.

Die Untersuchung ist risikoarm und wenig belastend. Sie wird in der Regel als ergänzende Methode zum Belastungs-EKG eingesetzt; jedoch auch alternativ dazu, etwa wenn ein Belastungs-EKG keine sichere diagnostische Aussage zulässt (z.B. bei Linksschenkelblock). Derzeit wird in den meisten dieser Fälle eine dynamische Stressechokardiographie durchgeführt, das medikamentöse Verfahren bleibt speziellen Fragestellungen vorbehalten.


 
  Bild einer stressechokardiographischen Untersuchung. Diese 4 transthorakalen Schnittebenen durch das Herz werden sowohl in Ruhe als auch unter Belastung des Patienten aufgezeichnet und anschließend miteinander verglichen.
 

6. Bestimmung der koronaren Flussreserve mittels Herzultraschall

Die Darstellung von Herzkranzgefäßen (Koronararterien) und deren funktionelle Beurteilung war bis vor geraumer Zeit nur durch die invasive Diagnostik mittels Herzkatheter möglich. Eine Herzkatheteruntersuchung ist jedoch nicht nur zeit- und kostenaufwendig, sondern sie belastet den Patienten auch mit Röntgenstrahlen.

Vor einigen Jahren gelang es erstmals auch mit dem hochauflösenden Herzultraschall Koronargefäße darzustellen. Dies wurde erst durch die Weiterentwicklung der Ultraschalltechnologie und vor allem durch den Einsatz besonderer Schallköpfe (Hochfrequenztechnik) ermöglicht.

Die Bestimmung der koronaren Flussreserve mit dem Herzultraschall (CFR-Messung) ist ein neues Untersuchungsverfahren, das eine quantitative Erfassung der Funktion von Koronararterien und/oder von koronaren Bypässen ermöglicht. Dieses Verfahren, das wertvolle Informationen für die Diagnostik der koronaren Herzerkrankung liefert, wird im kardiologischen Fachbereich der DKD seit mehreren Jahren auf höchstem gerätetechnischem Niveau durchgeführt und wurde hier systematisch für die klinische Anwendung weiterentwickelt. Die Untersuchung erlaubt eine patientenschonende und kostengünstige Erfassung von Verengungen der Koronargefäße oder -bypässe.
 
   Transthorakale Darstellung der linken Herzkranzarterie (LAD) im mittleren Abschnitt. Man erkennt zusätzlich einen kleinen Seitenast, der die Herzscheidewand versorgt (septal branch).

 
   Dopplersonographische Bestimmung der Blutflussgeschwindigkeit in dem oben genannten Abschnitt der linken Herzkranzarterie. Linke Bildhälfte: Ausgangswert. Rechte Bildhälfte: Nach Gabe von Adenosin. Der Anstieg des Flusses um 330% spricht für eine normale Kranzarterie ohne Verengungen (Stenose).

 

7. Das Herzkatheterlabor

Unser neues Herzkatheterlabor ist seit April 2002 in Betrieb. Es ist mit einer modernen volldigitalen monoplanen Anlage vom Typ Phillips INTEGRIS Allura ausgestattet. Auf dieser Anlage wird die gesamte invasive Diagnostik (Koronarangiographien, Vitien-Diagnostik, Rechtsherz-Diagnostik) sowie die perkutan transluminale Koronarangioplastie (PTCA, Ballonaufdehnung) und die Rotablation von Koronarstenosen durchgeführt. Die Anlage ist zusätzlich zur Durchführung von digitalen Subtraktionsangiographien peripherer Gefäße vorbereitet.

 

8. Einfache technische Untersuchungen

Den Patienten stehen mehrere Einzelkabinen mit Einrichtungen zur digitalen Ruhe- und Belastungs-EKG-Erfassung zur Verfügung. Die Langzeit-Analyse von Blutdruck und EKG mittels tragbarer Geräte ist ebenso verfügbar. Eine Kipptisch-Anlage gestattet die Abklärung von Kreislaufstörungen.