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Behandelte Krankheitsbilder

  • Angeborene Penisverkrümmung
  • Blasenkrebs
  • Blasensteine
  • Bösartiger Hodenkrebs
  • Bösartiger Nierentumor
  • Chronischer Beckenbodenschmerz
  • Diabetes allgemein
  • Erektile Funktionsstörungen, Impotenz
  • Erworbene Penisverkrümmung
  • Fortpflanzungsunfähigkeit allgemein - Impotenz allgemein
  • Gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse
  • Harnwegsinfektion und Blasenentzündung
  • Hodenentzündung
  • Inkontinenz der Frau
  • Inkontinenz des Mannes
  • Krampfader im Hodensack
  • Nebenhodenentzündung
  • Nierenbeckenentzündung
  • Nierensteine und Harnwegsteine
  • Prostatakrebs
  • Schmerzhafte Drehung des Hodens
  • Vorhautverengung
  • Wasserbruch im Hoden 

Angeborene Penisverkrümmung (Bildung einer Chorda)

Kurzbeschreibung

Die angeborene Penisverkrümmung betrifft Jugendliche. Sie fällt auf, wenn es in der Pubertät zu ersten Erektionen kommt. Die Krümmung ist dabei immer nach ventral, d.h. der Penis ist bogenförmig nach unten gebogen. Die Erektion ist dabei nicht schmerzhaft. Es besteht aber ein mechanisches Hindernis für Geschlechtsverkehr.

Definition

Die angeborene Penisverkrümmung ist eine Fehlentwicklung des Penis, bei dem dieser nach vorn unten gebogen ist.


Entstehen

Die Ursache ist eine Fehlentwicklung. Entwicklungsgeschichtlich fügen sich die Schwellkörper und die Harnröhre mit ihrem eigenen Schwellkörper zusammen, um so den Penis zu bilden. Wenn es dabei im Bereich der Harnröhrenentwicklung zu Störungen kommt, kann die Mündung ggf. nicht auf der Spitze der Eichel zu liegen kommen, sondern irgendwo zwischen Peniswurzel und Eichel. Das nennt man dann eine Hypospadie. Diese wird im Kleinkindalter erkannt und operiert. Wenn jedoch die Mündung der Harnöhre korrekt liegt, die Harnröhre selbst sich aber trotzdem nicht korrekt ausbildet , kommt es zu einer sog. Chorda, einer Art narbigem Strang, der anders als eine gesunde Harnröhre, das Längenwachstum des Penis bei der Erektion nicht mitmacht, so dass es zu einem Zügelungseffekt kommt, der den Penis nach unten verkrümmt.


Symptome

Der Penis verkrümmt bei der Erektion nach unten, so dass Geschlechtsverkehr (fast) nicht möglich ist.


Ähnliche Krankheitsbilder

Andere Formen der Penisverkrümmung. Aber die nach vorn-unten gebogene Richtung der angeborenen Verkrümmung klärt eigentlich die Differentialdiagnose problemlos.
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Blasenkrebs (Urothelkarzinom der Blase)

Blasentumoren sind fast ausschließlich Urothelkarzinome (bösartige Tumore des Harntraktes). Dies ist wichtig, da damit grundsätzlich auch die übrigen Urothelgebiete des Körpers mituntersucht werden müssen, nämlich Nierenbecken, Harnleiter und Harnröhre, weil dies gemeinsame Tumorentstehungsgebiete sind.
Blasentumoren sind dabei von unterschiedlicher Bösartigkeit, eingeteilt in die Grade G1 bis G3. Während G1-Tumore oft örtlich begrenzt sind und durch eine Entfernung über die Harnröhre (sog. Transurethrale Resektion) entfernt können, ist bei G3-Tumoren (diese sind nicht mehr nur auf die Blase begrenzt) oft die Entfernung der Blase notwendig, um eine Heilungschance zu haben. Daneben spielt die Ausdehnung des Tumors eine entscheidende Rolle für die Therapie. Während Patienten mit Tumoren, die aus der Schleimhaut ausschließlich in die Blasenlichtung vorwachsen (oberflächliche Tumoren), durch Entfernung über die Harnröhre geheilt werden können, muss bei einem Tumorwachstum in die Muskulatur (sog. invasive Tumoren) der Blase diese komplett entfernt werden.
Betroffen sind beide Geschlechter, Männer derzeit noch häufiger, weil sie (früher) häufiger geraucht haben. Frauen rauchen jedoch inzwischen genauso häufig wie Männer, so dass die Rate von Blasenkrebsen bei der Frau zunehmen wird. Deshalb ist die wichtigste Prophylaxe des Blasenkrebses das Nicht-Rauchen.
Es gibt jedoch auch Blasenkrebse, die durch Giftstoffe z.B. am Arbeitsplatz (Chemiearbeiter) entstehen. Wenn ein solcher Verdacht besteht, werden die Berufsgenossenschaften eingeschaltet. Die Diagnostik erfolgt durch eine Blasenspiegelung. Danach wird der Tumor entfernt, um seine genaue Zusammensetzung (s.o.) feststellen und die weitere Therapie festlegen zu können. Wegen der Zusammenhänge mit Nierenbecken etc. (s.o.) gehören die Untersuchungen dieser Organe zum Untersuchungsprogramm.
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Blasensteine

Sie entstehen in der Regel dann, wenn ein Abflusshindernis der Blase besteht, z.B. bei Prostataadenom, Harnröhrenenge etc.
Die Blasensteinentfernung gelingt in der Regel durch Zertrümmerung, wobei das Hindernis in gleicher Sitzung mitbehandelt werden sollte.
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Bösartiger Hodenkrebs (Hodentumor)

Hodentumoren treten in der Regel ab der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter auf. Sie sind meist sehr bösartig, so dass junge Männer einmal im Monat ihre Hoden untersuchen sollten, um einen Tumor früh entdecken zu können.
Jeder Knoten, der am Hoden neu entdeckt wird, muss dabei von einem Urologen auf einen möglichen Hodentumor untersucht werden.

Die weitere Diagnostik und Therapie ist vom Hodentumortyp abhängig, so dass an dieser Stelle keine weitere Darstellung möglich ist.

Entscheidend ist jedoch der Hinweis, dass es heutzutage gelingt, selbst fortgeschrittene Hodentumoren sicher zu heilen.
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Bösartiger Nierentumor (Nierenzellkarzinom)

Kurzbeschreibung

Nierentumoren sind fast ausschließlich bösartig. Bei rechtzeitiger Entdeckung können sie durch Operation geheilt werden. Metastasierte bzw. fortgeschrittene Tumoren weisen eine hohe Sterblichkeit auf, da es keine sicher wirksame Bestrahlung oder Chemotherapie gibt. Die Immuntherapie steckt derzeit noch in den Anfängen. Allerdings bieten neuere Medikamente, die derzeit in Studien überprüft werden, Hoffnung.


Definition

Bösartiger Tumor des Nierengewebes (im Gegensatz zum Nierenbeckentumor, siehe dort). Sie sind meist am Nierenpol lokalisiert und brechen später in das Nierenbecken, die Nieren- und große untere Hohlvene ein.


Entstehen

Die genaue Ursache des Nierentumors ist noch nicht bekannt. Schwermetallbelastung wird diskutiert. Bisher gibt es jedoch keine sicher beweisenden Daten.


Symptome

Kleinere Nierentumore machen keine Beschwerden. Sie haben fast ausnahmslos noch keine Metastasierung und werden überwiegend nur zufällig im Ultraschall erkannt (Screeninguntersuchung).
Wenn die Symptome Blut im Urin, Blutgerinnselabgang, Rückenschmerzen, Gewichtsverlust Atemnot etc. auftreten, handelt es sich um einen großen Tumor, der häufig metastasiert hat.


Heilungsaussichten

Nur im Frühstadium (bis ca. 4 cm) ist die Prognose gut. Auch ist die Prognose abhängig vom Tumorgewebetyp (sog. Grading).


Ähnliche Krankheitsbilder

Jede Raumforderung an der Niere gilt als Nierentumor, bis das Gegenteil bewiesen ist.
In der Regel ist dies mittels Ultraschall möglich, aber oft braucht man dazu auch CT oder MRT. Verdächtige oder sichere Nierentumoren müssen operativ freigelegt werden, um eine genaue Diagnose zu erhalten. Biopsien durch die Haut sind nicht indiziert.
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Chronischer Beckenbodenschmerz (Chronic pelvic pain Syndrome - CPPS)


Kurzbeschreibung

Der chronische Beckenbodenschmerz (CPPS) ist ein Krankheitsbild, das prinzipiell lange bekannt ist, aber bisher wenig verstanden wurde. Deshalb gibt es viele Synonyme, die alle einen Teilaspekt beschreiben, aber nicht die Gesamtheit der Erkrankung. Letztlich ist es nur wichtig herauszubekommen, ob ein solches CPPS vorliegt. Dafür gibt es Kriterien, die nachfolgend beschrieben werden. Für einen betroffenen Patienten ist es wichtig zu wissen, dass er kein Einzelfall ist, auch wenn das CPPS sehr individuelle Symptome bilden kann. Der Grund dafür ist, dass jeder Mensch mit Schmerzen anders umgeht, so dass die Folgebeschwerden sich individuell unterschiedlich zeigen


Definition

Das CPPS betrifft den gesamten Beckenboden und damit alle seine Funktionen wie Wasserlassen, Geschlechtsverkehr und Stuhlgang. Weitere Beschwerden hängen mit der mechanischen Funktion zusammen, die der Beckenboden beim Sitzen hat und als muskuläre Verbindung sowohl zu den Beinen als auch zum Rücken.


Entstehung

Chronische bakterielle Entzündungen, die nicht erfolgreich behandelt werden, stellen nicht selten einen Auslöser dar. Die durch die Entzündungen ausgelösten Beschwerden verselbständigen sich mit der Zeit und führen auch zu einer Fehlhaltung, weshalb es zu muskulären Fehlfunktionen auch in der Umgebung (Beine, Rücken) kommen kann.
Grundsätzlich kann ein CPPS aber auch auf anderer Basis entstehen, nämlich psychosomatisch. So reagieren etwa Vergewaltigungsopfer reagieren oft mit einem CPPS, wenn sie nach der Tat alleine gelassen werden und keine Hilfen bekommen.
Beruflicher wie privater Stress kann ähnliche Beschwerden auslösen, wenn man mit ihm nicht umgehen kann und sich als Folge dessen verspannt.


Symptome

Die Symptome sind vielfältig. Häufig sind jedoch folgende:

häufiges Wasserlassen
Brennen beim Wasserlassen
erschwerter Stuhlgang
Schmerzen beim bzw. nach dem Geschlechtsverkehr
Schmerzen beim (langen) Sitzen , die unter Bewegung besser werden
undefinierbarer Druck im Unterbauch.
 
 
Aber wie eingangs gesagt, kann jeder Betroffene darüber hinaus auch noch individuelle Zusatzbeschwerden haben.


Heilungsaussichten

Wenn das CPPS nicht erkannt wird, ist jede Therapie letztlich zum Scheitern verteilt, da die Ursache nicht erkannt ist und damit nicht richtig behandelt wird.
Wenn das CPPS erkannt wird und dann konsequent dessen Ursache behandelt wird, sind die Erfolge auch nach langen Verläufen gut. Zur Therapie gehören neben Medikamenten auch die psychische oder psychosomatische Betreuung sowie Biofeedback-Verfahren.


Ähnliche Krankheitsbilder

Bakterielle Entzündungen des Urogenitaltrakts
Hormonelles Ungleichgewicht bei Frauen
Bandscheibenvorfälle (selten)
Anale Erkrankungen (Fissur, Fistel etc.)

Oft sind diese Krankheitsbilder jedoch „nur“ ein Teilaspekt der Beckenbodenfehlfunktion im Rahmen des CPPS.


Wichtiger Hinweis:

Die derzeit erfolgreichste Therapie besteht aus der Kombination von:

Biofeedbacktherapie des Beckenbodens
Osteopathische Therapie
Begleitende Psychotherapie
 

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Diabetes allgemein

Zum Diabetes mellitus siehe im Kapitel Endokrinologie/InnereMedizin.

Urologischerseits sind die Folgeerkrankungen eines Diabetes wichtig; es sind dies einerseits die
Erektile Dysfunktion, andererseits – meist weniger bekannt –
die Entleerungsstörung der Blase mit Restharnbildung und nachfolgenden Entzündungen.
Die Therapie der Entleerungsstörung erfolgt je nach Schweregrad medikamentös, gelegentlich aber auch wegen (im Endstadium) therapieresistentem Restharn durch intermitierenden Selbstkatheterismus.
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Erektile Funktionsstörungen, Impotenz (Erektile Dysfunktion)


Kurzbeschreibung

Die Erektionsstörung ist das, was der Volksmund unter „Impotenz“ versteht. Medizinisch ist dieser Begriff aber mehrdeutig, so dass man bei der Erektionsstörung besser korrekt von erektiler Dysfunktion (ED) sprechen sollte, um Missverständnisse zu vermeiden. ED meint eine nicht nur vorübergehende Beeinträchtigung der Erektion des Gliedes (kurzzeitig kann das jeden Mann treffen, ist aber nicht krankhaft oder behandlungsbedürftig. Auslöser für kurzzeitige Störungen können Erkrankungen sein – Grippe – oder berufliche Überlastung etc.)


Definition

Länger andauernde fehlende Gliedsteife trotz vorhandenem Wunsch zum Geschlechtsverkehr (und vorhandener Gelegenheit).


Entstehen

Die Ursachen sind vielfältig. Chronische Erkrankungen (Diabetes, Multiple Sklerose, Bandscheibenvorfälle in bestimmten Regionen), Rauchen, Alkoholismus, ständiger großer Stress, psychische Erkrankungen, Operationen im kleinen Becken, Medikamente (beta-Blocker etc.) Hypophysenfehlfunktion, u.v.a.m.


Symptome

Ausbleiben der Erektion trotz Wunsch zum Geschlechtsverkehr (bzw. nur unzureichende Gliedsteife).


Heilungsaussichten

Wenn die Ursache der ED durch eingehende Untersuchungen klar ist, lässt sich mit den modernen Methoden der Medizin in den meisten Fällen eine Erektion wiederherstellen. Mitunter ist dazu die Einpflanzung einer Prothese notwendig. Ob allerdings der ggf. zu treibende Aufwand dem Betroffenen recht ist, muss er selbst entscheiden.
Infrage kommen Medikamente, die man ca. eine halbe Stunde vor dem Verkehr einnehmen muss, oder auch eine Selbstinjektion in den Schwellkörper des Penis, Vakuumpumpe und Penisprothese.


Krankheitsmechanismus

Früher wurde von mehreren Formen der ED ausgegangen. Es ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich, die Ursachen voneinander zu trennen, außerdem beeinflussen sich unterschiedliche Ursachen gegenseitig. Daher geht man heute meistens von einer Mischform (bestehend aus einer neurogenen, vaskulären und psychogenen Komponente) der erektilen Dysfunktion aus.
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Erworbene Penisverkrümmung (Penisdeviation)


Kurzbeschreibung

Erworbene Penisverkrümmungen entstehen nach Verletzungen, die narbig abheilen. Davon zu trennen sind Erkrankungen wie die Induratio penis plastica (IPP), deren Genese nicht genau bekannt ist. Es gibt Hinweise für eine Entstehung durch wiederholte Mikrotraumatisierungen der Schwellkörper, außerdem werden Autoimmunvorgänge diskutiert. Die Therapie von erworbenen Penisverkrümmungen und IPP sind deshalb auch verschieden.


Definition

Eine erworbene Penisverkrümmung entsteht nach äußeren Verletzungen, die dann narbig abheilen. Die entstandene Narbe ist der Grund für die Verkrümmung, die jedoch (fast) nur bei einer Erektion zu sehen ist, wenn das Längenwachstum eines Schwellkörpers durch die nicht dehnfähige Narbe behindert ist, so dass ein Verziehen (=Verkrümmung) entsteht.


Entstehen

Ursächliche Verletzungen sind bevorzugt sog. Penisfrakturen beim Geschlechtsverkehr (die sog. Bucksche Faszie reißt ein, wenn der Penis beim Verkehr zu großen Hebelkräften ausgesetzt ist, z.B. bei bestimmten Stellungen), aber auch durch äußere Verletzungen jeder Art im Sinne eines Unfallgeschehens.
Die Induratio penis plastica (IPP, Morbus Peyronie) beginnt mit einer Entzündung bestimmter Areale des Schwellkörpers, meist am Penisrücken. Der Auslöser dieser Entzündung ist unbekannt. Mikrotraumatisierungen, Autoimmunvorgänge und eine genetisch bedingte histokompatibilitätsassoziierte Empfänglichkeit wurden diskutiert. Etwa 10% der Patienten leiden unter anderen Fibromatosen (sog. Bindegewebserkrankungen) wie z. B. Morbus Dupuytren oder Morbus Ledderhose.
Verletzungen der Harnröhre bei urologischen Eingriffen können im Extremfall auch einmal mit einer narbigen Verkrümmung abheilen, was aber selten ist (man nennt dann diese Form der Verkrümmung ein Urethrales Manipulationssyndrom). Die Therapie hiervon unterscheidet sich von der Therapie der anderen erworbenen Verkrümmungsursachen.


Symptome

Verkrümmung des Penis bei der Erektion.
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Fortpflanzungsunfähigkeit allgemein - Impotenz allgemein


Kurzbeschreibung

Es gibt zwei Krankheitsbilder, die medizinisch unter dem Wort „Impotenz“ verstanden werden.

1. Zeugungsunfähigkeit (Impotentia generandi): Hierbei ist der Mann in der Regel in der Lage, Geschlechtsverkehr auszuüben, aber die Qualität seiner Spermien ist so gestört, dass die Befruchtung einer Eizelle nicht möglich ist bzw. die befruchtete Eizelle sich nicht zu einem Kind weiterentwickelt. Die Verbesserung der Spermienqualität ist in vielen Fällen nur begrenzt möglich, sollte aber in geeigneten Fällen versucht werden. Die Möglichkeiten der künstliche Befruchtung stehen aber praktisch allen Paaren zur Verfügung, so dass eine endgültige Kinderlosigkeit nur selten vorkommt.
2. Erektionsstörung (Impotentia coeundi): Damit ist die Unfähigkeit gemeint, eine Gliedsteife zu bekommen und Geschlechtsverkehr ausüben zu können. Samenergüsse sind dabei nicht selten trotzdem möglich.
 

Mit den modernen Therapieformen (Tabletten, Spritzen, Erektionspumpen, Penisprothesen; Psychotherapie etc. ) kann man praktisch jedem Mann wieder zu einer Erektion verhelfen. Voraussetzung für die richtige Wahl der Mittel ist aber unbedingt eine sorgfältige urologische Diagnostik. Eine probatorische Medikation durch Nichtfachärzte für Urologie ist abzulehnen, da es Risiken geben kann, die zu vermeiden sind. Dafür ist Fachwissen nötig.


Definition

Zeugungsunfähigkeit:
Die Spermienqualität ist schlecht. Dies reicht von fehlenden Spermien im Ejakulat (Azoospermie) bis hin zu einer eingeschränkten Zeugungsfähigkeit, wobei mit medizinischer Hilfe aus dem vorhandenen Sperma dann noch genügend Spermien zu isolieren sind, um eine Eizelle befruchten zu können. Meist liegt folgendes Krankheitsbild vor: OAT-Syndrom – dies bedeutet

1. Oligospermie (zu wenige Spermien im Ejakulat),
2. Asthenospermie (zu schlecht bewegliche Spermien),
3. Teratozoospermie (überwiegend fehlgebildete Spermien)
 

Erektionsstörungen:
Die Gliedsteife lässt im Alter meist etwas nach, ist aber normalerweise ausreichend für den Geschlechtsverkehr. Es gibt aber zahlreiche Erkrankungen (und ihre Therapien), die einen Erektionsverlust bewirken können. Allen voran sind zu nennen: Diabetes mellitus und Rauchen mit seinen Folgekrankheiten an den Gefäßen. Auch neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, M. Parkinson und auch bestimmte Bandscheibenvorfälle können zu einer Erektionsstörung führen. Weiterhin können Operationen die Erektion beeinträchtigen, vor allem die komplette Entfernung der Prostata oder die komplette Entfernung des Enddarms bei Krebsleiden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Medikamente, die die Erektion beeinträchtigen können, allen voran Medikamente zur Behandlung des Bluthochdrucks (z. B. beta-Blocker). Dies sind die häufigsten Ursachen der Erektionsstörung, aber es gibt zahlreiche weitere.


Entstehung

Zeugungsunfähigkeit:
Leistenhoden in der Kindheit, Entzündung der Hoden nach einer Mumpserkrankung (Mumpsorchitis), Hodenkrebs, chronische Entzündungen in Prostata und Samenbläschen, Medikamente, schwere körperliche Erkrankungen aller Art, angeborene Fehlbildungen etc.

Erektionsstörungen:
Medikamente, Rauchen, Erkrankungen mit ihren Folgeproblemen (siehe oben).


Symptome

Zeugungsunfähigkeit:
Unerfüllter Kinderwunsch über mehr als 6 Monate trotz regelmäßigem, ungeschützten Geschlechtsverkehr vor allem um die Zyklusmitte der Frau herum. Wichtig: Zwar müssen dann beide Partner ärztlich untersucht werden, aber die Untersuchung beginnt immer zuerst beim Mann, da die Gewinnung des Spermas durch Masturbation zur Untersuchung wesentlich einfacher ist als die Untersuchung einer Frau auf Empfängnisstörungen. In je 1/3 der Fälle sind Mann bzw. Frau alleinige Ursache der Kinderlosigkeit, in 1/3 beide zusammen.

Erektionsstörungen:
Trotz ausreichender Lust und sexueller Stimuli Ausbleiben der Erektion. Hinweis: Morgendliche Erektionen bei voller Blase sind trotzdem möglich, aber nicht lustbetont. Ferner gibt es – z.B. durch Stress-Situationen – bei jedem Mann die vorübergehende Möglichkeit, dass er einmal keine Erektion bekommen kann. Nur dann, wenn dieser Zustand anhält, dann liegt eine Erektionsstörung vor, die ärztlich untersucht werden kann/sollte.
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Gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostataadenom, benigne Prostatahyperplasie BPH)


Kurzbeschreibung

Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist die häufigste Ursache für Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Sie ist, bei rechtzeitiger Behandlung, unproblematisch. Bei verzögerter Diagnostik bzw. Therapie kann sie z.T. schwerwiegende Folgekrankheiten nach sich ziehen (z.B. Prostataentzündung, Restharnbildung, Nierenaufstau bis hin zum Nierenversagen).


Definition

Gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse).


Entstehung

Die Vergrößerung der Prostata (BPH) entsteht in der Regel jenseits des 50. Lebensjahres. Aber nicht alle Männer sind betroffen. Etwa 1/3 der Männer bleibt davon verschont, 1/3 ist leicht erkrankt und kann konservativ behandelt werden, etwa 1/3 benötigt früher oder später eine Operation (siehe Therapie). Die Ursache der BPH ist letztlich noch nicht ganz verstanden, hängt aber wohl mit Verschiebungen im Hormonhaushalt zusammen. Familiäre Häufungen sind bekannt.


Symptome

Am häufigsten bemerken die Betroffenen eine Abnahme der Harnstrahlstärke (das kann man auch messen). Es kann aber auch eine Reizsymptomatik auftreten, so dass die Männer sehr oft und mit kräftigem Harndrang, der kaum unterdrückt werden kann, zur Toilette gehen müssen. Dabei kommt es gelegentlich sogar vor, dass sie kurz vor Erreichen der Toilette etwas Urin verlieren. Andere Männer wiederum müssen sehr häufig mit kleinen Mengen zur Toilette. Wieder andere Männer haben Restharn, woraus sich dann auch später einmal eine Blasen-/Prostataentzündung entwickeln kann. Nachtropfen kommt bei manchen Männern vor, ein verzögerter Beginn des Wasserlassens, vor allem morgens, ebenfalls.


Heilungsaussichten

Bei rechtzeitiger Therapie lassen sich die Beschwerden gut lindern bzw. ganz beseitigen.
Die Therapie besteht im Allgemeinen aus Medikamenten (Alpha-Blocker und/oder 5-Alpha-Reduktasehemmer) oder Operation (Standard: Transurethrale Resektion - TUR-P, siehe dort).
Die „modernen“ Therapien mit Laser etc. halten oft nicht, was sie versprechen.


Ähnliche Krankheitsbilder

Prostatakarzinome (bösartig), können ähnliche Beschwerden wie die BPH hervorrufen, allerdings erst, wenn sie fortgeschritten sind.
Wichtig: Aus einer BPH kann sich kein Prostatakarzinom entwickeln. Da aber die gutartige wie die bösartige Vergrößerung am selben Organ stattfinden und beide sehr häufig sind, muss durch eine urologische Untersuchung geklärt werden, wodurch die Prostatavergrößerung bedingt ist. Das sollte jährlich im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung erfolgen (ab 50 LJ).
Bezüglich der Beschwerden beim Wasserlassen können neurogene Erkrankungen (Nervenfunktionsschäden) eine sehr ähnliche Symptomatik hervorrufen. Deshalb muss der Urologe auch überprüfen, ob nicht eine solche Funktionsstörung vorliegt (gibt es bei der diabetischen Polyneuropathie, bei der Multiplen Sklerose, bei M. Parkinson, bei Bandscheibenvorfällen etc.)
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Harnwegsinfektion und Blasenentzündung (Zystitiden)


Kurzbeschreibung

Harnwegsinfekte betreffen alle urinführenden Organe. Sind die Nieren betroffen, spricht man von einer Nephritis oder Pyelonephritis, wobei letztere eine Nierenbeckenentzündung ist. Ist die Blase mit Infektionserregern besiedelt, nennt man dies Zystitis, d.h. Blasenentzündung.
Mit Einschränkungen sind auch manchmal Prostata und Harnröhre betroffen. Beide werden in der Regel separat untersucht und behandelt.
Frauen sind besonders oft betroffen, einerseits wegen der relativen Kürze der weiblichen Harnröhre, andererseits vor allem nach der Menopause, wenn im Östrogenmangel die lokale Abwehr gegen Keime von außen beeinträchtigt ist.


Definition

Ein Harnwegsinfekt (HWI) liegt nur dann vor, wenn einerseits Beschwerden vorhanden sind, andererseits auch eine deutliche Bakterienanzahl im Urin gemessen werden kann.
Hinweis: Es gibt nicht selten ähnliche Beschwerden, die jedoch nichts mit einem Infekt zu tun haben. Bei Frauen ist dies oft der Fall – hier sollte deshalb beachtet werden, dass Urin, der über einen Katheters aus der Blase abgenommen worden ist, aussagekräftiger für das Vorliegen eines Infekts ist und einen HWI sicherer beweisen kann. Spontanurin ist bei der Frau sehr oft durch Scheidenbakterien verunreinigt, was in keiner Weise krankhaft ist, aber die Diagnostik des Harnwegsinfektes stört (Ergebnisfälschung).


Entstehung

Meist aufsteigende Keime aus der Harnröhre. Selten stammen die Keime aus dem Blut, werden von den Nieren ausgeschieden und erreichen dann die Blase.

Symptome
Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen trotz nur geringer Urinmengen, z.T. quälender starker Harndrang.
Fieber tritt nur bei Beteiligung der Nieren (bzw. der Prostata) auf. Eine reine Blasenentzündung verläuft fieberfrei.


Heilungsaussichten

Bei einem einfachen Infekt mit normalen Keimen ist die Therapie einfach und erfolgreich (Antibiotika). Problemkeime oder fieberhafte Infekte sollten jedoch mit einer langzeitigen Therapie behandelt werden, da sonst Rezidive und Folgeprobleme häufig sind.
Bei immer wiederkehrenden (rezidivierend) Harnwegsinfekten und auch bei fieberhaften Infektionen muss nach der Ursache gesucht werden, sobald die ersten Beschwerden abgeklungen sind. Hierzu ist eine vollständige Untersuchung des Harntrakts notwendig
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Hodenentzündung (Orchitis)


Kurzbeschreibung

Eine Hodenentzündung ist im Vergleich zur Nebenhodenentzündung eher selten. Meist wird sie durch Viren ausgelöst, am häufigsten durch Mumps. Die Behandlung ist symptomatisch, als Komplikation kann es bei beidseitigem Befall zur Zeugungsunfähigkeit kommen.


Definition

Meist virale Entzündung des Hodengewebes, die selten isoliert auftritt.


Entstehung

In der Regel entsteht die Orchitis durch eine Virusinfektion, bevorzugt Mumps. Es kann auch Folge einer lokal übergreifenden Nebenhodenentzündung (sog. Epididymitis) sein oder nach einem Trauma auftreten


Symptome

Plötzlich einsetztende Schmerzen, Schwellung des Hodens, Krankheitsgefühl mit meist hohem Fieber, Rötung der Skrotalhaut.


Heilungsaussichten

Risiko für die Zeugungsfähigkeit


Ähnliche Krankheitsbilder

Epididymitis (siehe dort) , Hodentumor (siehe dort)
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Inkontinenz der Frau

Dieses Tabuthema bedarf der Aufklärung, denn mit den heutigen Methoden, konservativ wie operativ, kann jede Harninkontinenz erfolgreich behandelt werden.
Da die Materie jedoch vielschichtig ist, muss grundsätzlich vor jeder Therapie die sorgfältige Abklärung durch einen Urologen erfolgen. Die Tatsache eines Urinverlusts erfordert nicht gleich eine sogenannte Anhebungsoperation, denn auch Störungen der Blasenfunktion bei einem Bandscheibenvorfall, einer MS etc. können mit Urinverlust einhergehen und dürfen nicht mit einer Anhebungsoperation behandelt werden!
Nur durch eine eingehende urodynamische Untersuchung lassen sich solche Fehler vermeiden. Erst nach einer ausführlichen Untersuchung darf ein Therapievorschlag gemacht werden.

Ferner sei darauf hingeweisen, dass Urin- und Stuhlverlust nicht selten (bis zu 40 %) gemeinsam auftreten und deshalb auch gemeinsam behandelt werden müssen bis ggf. hin zur gemeinsamen, fachübergreifenden Operation durch einen Urologen und einen Proktologen (auf den Enddarm spezialisierten Chirurgen).
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Inkontinenz des Mannes

Harninkontinenz beim Mann kommt spontan in der Regel nicht vor. Ausnahmen sind fast immer durch neurogene Störungen bedingt wie MS, M. Parkinson, Querschnittslähmung etc., also im Rahmen einer neurogenen Blasenfunktionsstörung.
Stressharninkontinenz beim Mann ist dagegen fast immer die Folge einer OP-Komplikation, etwa nach radikaler Prostatektomie wegen eines Prostatakrebses. Auch nach Bestrahlung der Prostata ist das möglich.
Wichtig sind die folgenden Informationen:

1. Ein erfahrener Operateur hat eine niedrige Inkontinenzrate, die in der Regel deutlich unterhalb der Literaturangaben liegt.
2. Man kann solche Formen der Harninkontinenz wieder beseitigen, teils durch Medikamente, teils durch biofeedbackgestützte Beckenbodengymnastik, teils durch eine Operation.
 
 
Also – ein Dauerschicksal ist das nicht!
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Krampfader im Hodensack (Varikozele)

Der sog. „Krampfadernbruch“ des Hodensacks entsteht durch eine Störung der betroffenen Samenstrangvenen, vergleichbar den Varizen am Bein.
Analog ist die Therapie auch operativ bzw. durch eine sog. Sklerosierung.
Meist tritt die Varikozele linksseitig ausgeprägt, was durch den auf dieser Seite anderen Verlauf der Samenstrangvene bedingt ist.

Wichtiger Hinweis: Außer dieser typischen Form der Varikozele gibt es auch, dann auch auf der rechten Seite auftretend, eine Varikozele, die durch Tumore bedingt ist, wenn diese den Blutabfluss stören. Deshalb muss jede Varikozele vom Urologen untersucht werden.

Weiterhin kann eine Varikozele einen negativen Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit des betroffenen Mannes habe; dies ist zwar nicht in jedem Fall gegeben, aber bei unerfülltem Kinderwunsch besteht eine Behandlungsindikation.
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Nebenhodenentzündung (Epididymitis)


Kurzbeschreibung

Die Entzündung des Nebenhodens ist bakteriell bedingt. Sie ist schmerzhaft, die betroffene Hodensackhälfte erheblich geschwollen, oft kann man Hoden und Nebenhoden durch Tasten nicht mehr voneinander trennen. Meist besteht Fieber, gleichzeitig auch Schmerzen bei Wasserlassen und Geschlechtsverkehr. Eine begleitende Entzündung der Prostata (siehe Prostatitis) ist häufig.


Definition

Entzündung des Nebenhodens.


Entstehung

Es handelt sich meist um eine aufsteigende Infektion aus der Prostata/Harnröhre.
Bei jüngeren Männern findet man vorwiegend Chlamydien und andere STD-Keime (d.h. Bakterien, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden), beim älteren Mann vorwiegend Darmkeime.
Störungen des Wasserlassens fördern die Infektionsentstehung (vor allem erhöhter Druck beim Wasserlassen, wie er beim Prostataadenom typisch ist) genauso wie Restharn, der in der Blase und verbleibt und ein wunderbarer Nährboden für Bakterien ist. Daneben gehört die Nebenhodenentzündung zu den Komplikationen von transurethralen Eingriffen (TUR).


Symptome

Scherzhafte Schwellung des Hodensacks, Rötung, Überwärmung, begleitende Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber.


Heilungsaussichten

Auch bei richtiger Therapie (muss bei Keimnachweis testgerecht erfolgen entsprechend der vorhandenen Keime) und Bettruhe heilt die Entzündung oft nur zögerlich ab. Behinderungen des Harnflusses müssen gleichzeitig, unter Umgehung der Harnröhre beseitigt werden (Bauchdeckenkatheter, suprapubischer Fistelkatheter). Nach Abheilung des Infekts ist eine Sanierung des Abflusshindernisses (Prostatavergrößerung, Harnröhrenenge) angezeigt.


Ähnliche Krankheitsbilder

Hodenverdrehung, Orchitis, Hodentumor (siehe dort)
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Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)


Kurzbeschreibung

Eine Pyelonephritis (PN) ist eine schwere bakterielle Erkrankung der Nieren mit meist hohem Fieber und erheblichem Krankheitsgefühl. Die PN ist oft begleitet von einem Harnwegsinfekt (siehe dort). Sie ist grundsätzlich ernst zu nehmen, darf nicht übergangen werden, auch nicht unter Therapie, da sie sonst leicht in eine chronische Form übergehen kann, an deren Ende die völlige Zerstörung der Niere(n) eintreten kann, so dass die Unvorsichtigen schließlich dialysepflichtig werden! Grundsätzlich gilt, dass nach Abheilung der ersten Episode einer PN zunächst abgewartet werden kann. Nach einer zweiten solchen Entzündung muss eine Ursachenforschung beginnen, vor allem muss ein sog. Reflux von Urin aus der Blase zurück in die Niere(n) ausgeschlossen werden. Ist er vorhanden, muss er behandelt werden, um eine weitere PN zu verhüten.


Definition

Anders als es der deutsche Name sagt, handelt es sich nicht um eine isolierte Nierenbeckenentzündung, sondern um eine schwere Entzündung des Nierengewebes. Die Funktion kann vorübergehend sogar eingeschränkt sein.


Entstehung

Ursache sind Bakterien, die entweder über das Blut in die Niere(n) gelangen, oder aufsteigend aus der Blase (z.B. wenn die Betroffenen einen zunächst banalen Harnwegsinfekt haben, dieser aber durch einen sogenannten Reflux sich in die Niere(n) fortsetzt, so dass der bakterienhaltige Urin in die Niere aufsteigt und die Entzündung dort beginnt).


Symptome

Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen beim Wasserlassen, Rückenschmerzen, vor allem in der Flankengegend, schweres Krankheitsgefühl


Ähnliche Krankheitsbilder

Fieberfreie Formen (bei Schwangern nicht selten!) machen sich durch Rückenschmerzen bemerkbar, die zunächst als „Hexenschuß“ fehlgedeutet werden. Deshalb sollte eine Urinüberprüfung sicherheitshalber erfolgen.
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Nierensteine und Harnwegsteine (Nephrolithiasis und Urolithiasis)

Steine in Nierenbecken und Harnleitern machen oft durch Koliken auf sich aufmerksam. Einmal entdeckt durch Ultraschall und Röntgen kann man anhand der Detailbefunde die beste Behandlungsart planen.
Zur Verfügung stehen ESWL (Stosswellenzertrümmerung), URS (Harnleiterspiegelung), PNL (Nierenbeckenspiegelung), medikamentöse Auflösung (nur bei kleinen Harnsäuresteinen möglich). Schnittoperationen, wie sie früher üblich waren, sind nur noch in Ausnahmefällen, z.B. bei ausgedehnten Ausgusssteinen, erforderlich.
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Prostatakrebs (Adenokarzinom der Prostata)


Kurzbeschreibung

Das Prostatakarzinom ist derzeit die häufigste Krebstodesursache des Mannes und nimmt immer mehr zu. Am meisten sind Männer jenseits des 50. Lebensjahres betroffen. Mit zunehmendem Alter wird die Erkrankung häufiger. Aber auch jüngere Männer können ein Prostatakarzinom entwickeln. Bei positiver Familienvorgeschichte (Vater, Brüder, Onkel, Großvater) ist dies besonders wichtig. Auch mütterlicher Brustkrebs ist ein Risikofaktor für das Entstehen eines Prostatakarzinoms beim Sohn. Nur eine sorgfältige und regelmäßige Vorsorge einmal pro Jahr ermöglicht das frühe und damit rechtzeitige Entdecken des Krebses, so dass er noch geheilt werden kann. Jedes Symptom, das man selbst bemerkt, tritt in der Regel so spät auf, dass eine Heilung fast nicht mehr möglich ist. Die Früherkennungsuntersuchung aus PSA-Bestimmung, Abtasten und TRUS (siehe dort) ist, vor allem bei familiärer Belastung, lebensrettend, weil nur so eine Heilung ermöglicht wird.
Ab dem 45. LJ sollten Vorbelastete untersucht werden, die übrigen Männer ab dem 50. LJ.


Definition

Es handelt sich bei diesem Krankheitsbild um eine bösartige Neubildung der Prostata. Man findet fast ausschließlich Adenokarzinome.


Entstehung

Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem gutartigen Prostataadenom (siehe dort) und dem bösartigen Prostatakarzinom. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie in der Prostata vorkommen und ältere Männer bevorzugt betreffen.


Symptome

Wenn Männer Symptome verspüren, ist das Prostatakarzinom in der Regel bereits nicht mehr heilbar. Symptome des beeinträchtigten Wasserlassens gehören dagegen eher zur gutartigen Prostata. Rückenschmerzen infolge eines Prostatakarzinoms würden auf Knochenmetastasen in der Wirbelsäule hindeuten, auch ein Spätsymptom.


Heilungsaussichten

Wenn das Prostatakarzinom – und das geht nur durch Vorsorgeuntersuchung – im Frühstadium diagnostiziert wird, dann ist es heilbar. Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen nach radikaler Prostataentfernung (sog. Prostatektomie) zwischen 75 und 90%. Die Ergebnisse der Bestrahlungstherapie lassen sich oft nicht mit denen der radikalen Prostatektomie vergleichen. In selektionierten Patientenkollektiven beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate jedoch ebenfalls etwa 75-85%.


Ähnliche Krankheitsbilder

Als ähnliche Krankheitsbilder wären zu nennen, die gutartige Prostatavergrößerung (sog. Benigne Prostatahyperplasie), das Prostatasarkom sowie das Einwachsen eines Darmtumors in die Prostata.
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Schmerzhafte Drehung des Hodens und Samenstrang (Hodentorsion)

Eine Hodentorsion ist ein absoluter Notfall, der einer sofortigen Operation bedarf. Allein schon der Verdacht rechtfertigt den Eingriff, denn wenn die Blutversorgung des Hodens mehr als 4 Stunden durch die Verdrehung der Samenleitergefäße (d.h. durch die Torsion) gestört ist, kommt es zum Hodenverlust.
Die Symptome sind eindeutig – plötzlich eintretender, massiver Hodenschmerz. Betroffen sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Der Hoden ist dann stark berührungsempflindlich und auch geschwollen.

Vorsicht – Nebenhodenentzündungen (siehe dort) haben gelegentlich ein sehr ähnliches Beschwerdebild. Dennoch gilt, dass im Zweifelsfall (also vor allem bei jungen Männern) die sofortige Operation durchgeführt wird, selbst wenn sich dann nachträglich eine Nebenhodenentzündung herausstellt.

Wichtig: Die Entscheidung wird anhand der Anamnese und des Befundes gestellt. Ultraschalluntersuchungen, auch der Gefäße, helfen nicht weiter, verzögern oft nur die dringliche OP und verwirren mehr, als sie nützen.
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Vorhautverengung (Phimose)

Die Vorhautverengung ist ein Befund, der sich selbst erklärt.
Er ist entweder angeboren, also bei Kindern, oder erworben, d.h. vor allem nach Entzündungen, wobei Diabetiker bevorzugt betroffen sind.

Die Therapie der Wahl ist die komplette Entfernung der Vorhaut (wie bei Juden und Arabern).
Der Eingriff wird beim Erwachsenen in örtlicher Betäubung durchgeführt.
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Wasserbruch im Hoden (Hydrozele)

Die Hydrozele ist eine Flüssigkeitsansammlung im Hodensack. Sie entsteht teilweise infolge einer Entzündung, kommt aber auch ohne erkennbaren Grund vor.
Der betroffene Hodensackanteil ist z.T. erheblich geschwollen, ohne schmerzhaft zu sein.
Die Therapie der Wahl ist die Operation, um das flüssigkeitsbildende Gewebe entweder abzutragen oder zu fenstern, damit die vermehrte Flüssigkeitsbildung wieder resorbiert wird.
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