Behandelte Krankheitsbilder
Angeborene Penisverkrümmung (Bildung einer Chorda) Kurzbeschreibung Die angeborene Penisverkrümmung betrifft Jugendliche. Sie fällt auf, wenn es in der Pubertät zu ersten Erektionen kommt. Die Krümmung ist dabei immer nach ventral, d.h. der Penis ist bogenförmig nach unten gebogen. Die Erektion ist dabei nicht schmerzhaft. Es besteht aber ein mechanisches Hindernis für Geschlechtsverkehr. Definition Die angeborene Penisverkrümmung ist eine Fehlentwicklung des Penis, bei dem dieser nach vorn unten gebogen ist.
Die Ursache ist eine Fehlentwicklung. Entwicklungsgeschichtlich fügen sich die Schwellkörper und die Harnröhre mit ihrem eigenen Schwellkörper zusammen, um so den Penis zu bilden. Wenn es dabei im Bereich der Harnröhrenentwicklung zu Störungen kommt, kann die Mündung ggf. nicht auf der Spitze der Eichel zu liegen kommen, sondern irgendwo zwischen Peniswurzel und Eichel. Das nennt man dann eine Hypospadie. Diese wird im Kleinkindalter erkannt und operiert. Wenn jedoch die Mündung der Harnöhre korrekt liegt, die Harnröhre selbst sich aber trotzdem nicht korrekt ausbildet , kommt es zu einer sog. Chorda, einer Art narbigem Strang, der anders als eine gesunde Harnröhre, das Längenwachstum des Penis bei der Erektion nicht mitmacht, so dass es zu einem Zügelungseffekt kommt, der den Penis nach unten verkrümmt.
Der Penis verkrümmt bei der Erektion nach unten, so dass Geschlechtsverkehr (fast) nicht möglich ist.
Andere Formen der Penisverkrümmung. Aber die nach vorn-unten gebogene Richtung der angeborenen Verkrümmung klärt eigentlich die Differentialdiagnose problemlos. Blasenkrebs (Urothelkarzinom der Blase) Blasentumoren sind fast ausschließlich Urothelkarzinome (bösartige Tumore des Harntraktes). Dies ist wichtig, da damit grundsätzlich auch die übrigen Urothelgebiete des Körpers mituntersucht werden müssen, nämlich Nierenbecken, Harnleiter und Harnröhre, weil dies gemeinsame Tumorentstehungsgebiete sind. Blasensteine Sie entstehen in der Regel dann, wenn ein Abflusshindernis der Blase besteht, z.B. bei Prostataadenom, Harnröhrenenge etc. Bösartiger Hodenkrebs (Hodentumor) Hodentumoren treten in der Regel ab der Pubertät und im jungen Erwachsenenalter auf. Sie sind meist sehr bösartig, so dass junge Männer einmal im Monat ihre Hoden untersuchen sollten, um einen Tumor früh entdecken zu können. Die weitere Diagnostik und Therapie ist vom Hodentumortyp abhängig, so dass an dieser Stelle keine weitere Darstellung möglich ist. Entscheidend ist jedoch der Hinweis, dass es heutzutage gelingt, selbst fortgeschrittene Hodentumoren sicher zu heilen. Bösartiger Nierentumor (Nierenzellkarzinom) Kurzbeschreibung Nierentumoren sind fast ausschließlich bösartig. Bei rechtzeitiger Entdeckung können sie durch Operation geheilt werden. Metastasierte bzw. fortgeschrittene Tumoren weisen eine hohe Sterblichkeit auf, da es keine sicher wirksame Bestrahlung oder Chemotherapie gibt. Die Immuntherapie steckt derzeit noch in den Anfängen. Allerdings bieten neuere Medikamente, die derzeit in Studien überprüft werden, Hoffnung.
Bösartiger Tumor des Nierengewebes (im Gegensatz zum Nierenbeckentumor, siehe dort). Sie sind meist am Nierenpol lokalisiert und brechen später in das Nierenbecken, die Nieren- und große untere Hohlvene ein.
Die genaue Ursache des Nierentumors ist noch nicht bekannt. Schwermetallbelastung wird diskutiert. Bisher gibt es jedoch keine sicher beweisenden Daten.
Kleinere Nierentumore machen keine Beschwerden. Sie haben fast ausnahmslos noch keine Metastasierung und werden überwiegend nur zufällig im Ultraschall erkannt (Screeninguntersuchung).
Nur im Frühstadium (bis ca. 4 cm) ist die Prognose gut. Auch ist die Prognose abhängig vom Tumorgewebetyp (sog. Grading).
Jede Raumforderung an der Niere gilt als Nierentumor, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Chronischer Beckenbodenschmerz (Chronic pelvic pain Syndrome - CPPS)
Der chronische Beckenbodenschmerz (CPPS) ist ein Krankheitsbild, das prinzipiell lange bekannt ist, aber bisher wenig verstanden wurde. Deshalb gibt es viele Synonyme, die alle einen Teilaspekt beschreiben, aber nicht die Gesamtheit der Erkrankung. Letztlich ist es nur wichtig herauszubekommen, ob ein solches CPPS vorliegt. Dafür gibt es Kriterien, die nachfolgend beschrieben werden. Für einen betroffenen Patienten ist es wichtig zu wissen, dass er kein Einzelfall ist, auch wenn das CPPS sehr individuelle Symptome bilden kann. Der Grund dafür ist, dass jeder Mensch mit Schmerzen anders umgeht, so dass die Folgebeschwerden sich individuell unterschiedlich zeigen
Das CPPS betrifft den gesamten Beckenboden und damit alle seine Funktionen wie Wasserlassen, Geschlechtsverkehr und Stuhlgang. Weitere Beschwerden hängen mit der mechanischen Funktion zusammen, die der Beckenboden beim Sitzen hat und als muskuläre Verbindung sowohl zu den Beinen als auch zum Rücken.
Chronische bakterielle Entzündungen, die nicht erfolgreich behandelt werden, stellen nicht selten einen Auslöser dar. Die durch die Entzündungen ausgelösten Beschwerden verselbständigen sich mit der Zeit und führen auch zu einer Fehlhaltung, weshalb es zu muskulären Fehlfunktionen auch in der Umgebung (Beine, Rücken) kommen kann.
Die Symptome sind vielfältig. Häufig sind jedoch folgende: häufiges Wasserlassen
Wenn das CPPS nicht erkannt wird, ist jede Therapie letztlich zum Scheitern verteilt, da die Ursache nicht erkannt ist und damit nicht richtig behandelt wird.
Bakterielle Entzündungen des Urogenitaltrakts Oft sind diese Krankheitsbilder jedoch „nur“ ein Teilaspekt der Beckenbodenfehlfunktion im Rahmen des CPPS.
Die derzeit erfolgreichste Therapie besteht aus der Kombination von: Biofeedbacktherapie des Beckenbodens top
Diabetes allgemein Zum Diabetes mellitus siehe im Kapitel Endokrinologie/InnereMedizin. Urologischerseits sind die Folgeerkrankungen eines Diabetes wichtig; es sind dies einerseits die
Erektile Funktionsstörungen, Impotenz (Erektile Dysfunktion)
Die Erektionsstörung ist das, was der Volksmund unter „Impotenz“ versteht. Medizinisch ist dieser Begriff aber mehrdeutig, so dass man bei der Erektionsstörung besser korrekt von erektiler Dysfunktion (ED) sprechen sollte, um Missverständnisse zu vermeiden. ED meint eine nicht nur vorübergehende Beeinträchtigung der Erektion des Gliedes (kurzzeitig kann das jeden Mann treffen, ist aber nicht krankhaft oder behandlungsbedürftig. Auslöser für kurzzeitige Störungen können Erkrankungen sein – Grippe – oder berufliche Überlastung etc.)
Länger andauernde fehlende Gliedsteife trotz vorhandenem Wunsch zum Geschlechtsverkehr (und vorhandener Gelegenheit).
Die Ursachen sind vielfältig. Chronische Erkrankungen (Diabetes, Multiple Sklerose, Bandscheibenvorfälle in bestimmten Regionen), Rauchen, Alkoholismus, ständiger großer Stress, psychische Erkrankungen, Operationen im kleinen Becken, Medikamente (beta-Blocker etc.) Hypophysenfehlfunktion, u.v.a.m.
Ausbleiben der Erektion trotz Wunsch zum Geschlechtsverkehr (bzw. nur unzureichende Gliedsteife).
Wenn die Ursache der ED durch eingehende Untersuchungen klar ist, lässt sich mit den modernen Methoden der Medizin in den meisten Fällen eine Erektion wiederherstellen. Mitunter ist dazu die Einpflanzung einer Prothese notwendig. Ob allerdings der ggf. zu treibende Aufwand dem Betroffenen recht ist, muss er selbst entscheiden.
Früher wurde von mehreren Formen der ED ausgegangen. Es ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich, die Ursachen voneinander zu trennen, außerdem beeinflussen sich unterschiedliche Ursachen gegenseitig. Daher geht man heute meistens von einer Mischform (bestehend aus einer neurogenen, vaskulären und psychogenen Komponente) der erektilen Dysfunktion aus.
Erworbene Penisverkrümmungen entstehen nach Verletzungen, die narbig abheilen. Davon zu trennen sind Erkrankungen wie die Induratio penis plastica (IPP), deren Genese nicht genau bekannt ist. Es gibt Hinweise für eine Entstehung durch wiederholte Mikrotraumatisierungen der Schwellkörper, außerdem werden Autoimmunvorgänge diskutiert. Die Therapie von erworbenen Penisverkrümmungen und IPP sind deshalb auch verschieden.
Eine erworbene Penisverkrümmung entsteht nach äußeren Verletzungen, die dann narbig abheilen. Die entstandene Narbe ist der Grund für die Verkrümmung, die jedoch (fast) nur bei einer Erektion zu sehen ist, wenn das Längenwachstum eines Schwellkörpers durch die nicht dehnfähige Narbe behindert ist, so dass ein Verziehen (=Verkrümmung) entsteht.
Ursächliche Verletzungen sind bevorzugt sog. Penisfrakturen beim Geschlechtsverkehr (die sog. Bucksche Faszie reißt ein, wenn der Penis beim Verkehr zu großen Hebelkräften ausgesetzt ist, z.B. bei bestimmten Stellungen), aber auch durch äußere Verletzungen jeder Art im Sinne eines Unfallgeschehens.
Verkrümmung des Penis bei der Erektion.
Es gibt zwei Krankheitsbilder, die medizinisch unter dem Wort „Impotenz“ verstanden werden. 1. Zeugungsunfähigkeit (Impotentia generandi): Hierbei ist der Mann in der Regel in der Lage, Geschlechtsverkehr auszuüben, aber die Qualität seiner Spermien ist so gestört, dass die Befruchtung einer Eizelle nicht möglich ist bzw. die befruchtete Eizelle sich nicht zu einem Kind weiterentwickelt. Die Verbesserung der Spermienqualität ist in vielen Fällen nur begrenzt möglich, sollte aber in geeigneten Fällen versucht werden. Die Möglichkeiten der künstliche Befruchtung stehen aber praktisch allen Paaren zur Verfügung, so dass eine endgültige Kinderlosigkeit nur selten vorkommt. Mit den modernen Therapieformen (Tabletten, Spritzen, Erektionspumpen, Penisprothesen; Psychotherapie etc. ) kann man praktisch jedem Mann wieder zu einer Erektion verhelfen. Voraussetzung für die richtige Wahl der Mittel ist aber unbedingt eine sorgfältige urologische Diagnostik. Eine probatorische Medikation durch Nichtfachärzte für Urologie ist abzulehnen, da es Risiken geben kann, die zu vermeiden sind. Dafür ist Fachwissen nötig.
Zeugungsunfähigkeit: 1. Oligospermie (zu wenige Spermien im Ejakulat), Erektionsstörungen:
Zeugungsunfähigkeit: Erektionsstörungen:
Zeugungsunfähigkeit: Erektionsstörungen:
Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist die häufigste Ursache für Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Sie ist, bei rechtzeitiger Behandlung, unproblematisch. Bei verzögerter Diagnostik bzw. Therapie kann sie z.T. schwerwiegende Folgekrankheiten nach sich ziehen (z.B. Prostataentzündung, Restharnbildung, Nierenaufstau bis hin zum Nierenversagen).
Gutartige Vergrößerung der Prostata (Vorsteherdrüse).
Die Vergrößerung der Prostata (BPH) entsteht in der Regel jenseits des 50. Lebensjahres. Aber nicht alle Männer sind betroffen. Etwa 1/3 der Männer bleibt davon verschont, 1/3 ist leicht erkrankt und kann konservativ behandelt werden, etwa 1/3 benötigt früher oder später eine Operation (siehe Therapie). Die Ursache der BPH ist letztlich noch nicht ganz verstanden, hängt aber wohl mit Verschiebungen im Hormonhaushalt zusammen. Familiäre Häufungen sind bekannt.
Am häufigsten bemerken die Betroffenen eine Abnahme der Harnstrahlstärke (das kann man auch messen). Es kann aber auch eine Reizsymptomatik auftreten, so dass die Männer sehr oft und mit kräftigem Harndrang, der kaum unterdrückt werden kann, zur Toilette gehen müssen. Dabei kommt es gelegentlich sogar vor, dass sie kurz vor Erreichen der Toilette etwas Urin verlieren. Andere Männer wiederum müssen sehr häufig mit kleinen Mengen zur Toilette. Wieder andere Männer haben Restharn, woraus sich dann auch später einmal eine Blasen-/Prostataentzündung entwickeln kann. Nachtropfen kommt bei manchen Männern vor, ein verzögerter Beginn des Wasserlassens, vor allem morgens, ebenfalls.
Bei rechtzeitiger Therapie lassen sich die Beschwerden gut lindern bzw. ganz beseitigen.
Prostatakarzinome (bösartig), können ähnliche Beschwerden wie die BPH hervorrufen, allerdings erst, wenn sie fortgeschritten sind.
Harnwegsinfekte betreffen alle urinführenden Organe. Sind die Nieren betroffen, spricht man von einer Nephritis oder Pyelonephritis, wobei letztere eine Nierenbeckenentzündung ist. Ist die Blase mit Infektionserregern besiedelt, nennt man dies Zystitis, d.h. Blasenentzündung.
Ein Harnwegsinfekt (HWI) liegt nur dann vor, wenn einerseits Beschwerden vorhanden sind, andererseits auch eine deutliche Bakterienanzahl im Urin gemessen werden kann.
Meist aufsteigende Keime aus der Harnröhre. Selten stammen die Keime aus dem Blut, werden von den Nieren ausgeschieden und erreichen dann die Blase. Symptome
Bei einem einfachen Infekt mit normalen Keimen ist die Therapie einfach und erfolgreich (Antibiotika). Problemkeime oder fieberhafte Infekte sollten jedoch mit einer langzeitigen Therapie behandelt werden, da sonst Rezidive und Folgeprobleme häufig sind.
Eine Hodenentzündung ist im Vergleich zur Nebenhodenentzündung eher selten. Meist wird sie durch Viren ausgelöst, am häufigsten durch Mumps. Die Behandlung ist symptomatisch, als Komplikation kann es bei beidseitigem Befall zur Zeugungsunfähigkeit kommen.
Meist virale Entzündung des Hodengewebes, die selten isoliert auftritt.
In der Regel entsteht die Orchitis durch eine Virusinfektion, bevorzugt Mumps. Es kann auch Folge einer lokal übergreifenden Nebenhodenentzündung (sog. Epididymitis) sein oder nach einem Trauma auftreten
Plötzlich einsetztende Schmerzen, Schwellung des Hodens, Krankheitsgefühl mit meist hohem Fieber, Rötung der Skrotalhaut.
Risiko für die Zeugungsfähigkeit
Epididymitis (siehe dort) , Hodentumor (siehe dort)
Dieses Tabuthema bedarf der Aufklärung, denn mit den heutigen Methoden, konservativ wie operativ, kann jede Harninkontinenz erfolgreich behandelt werden. Ferner sei darauf hingeweisen, dass Urin- und Stuhlverlust nicht selten (bis zu 40 %) gemeinsam auftreten und deshalb auch gemeinsam behandelt werden müssen bis ggf. hin zur gemeinsamen, fachübergreifenden Operation durch einen Urologen und einen Proktologen (auf den Enddarm spezialisierten Chirurgen).
Harninkontinenz beim Mann kommt spontan in der Regel nicht vor. Ausnahmen sind fast immer durch neurogene Störungen bedingt wie MS, M. Parkinson, Querschnittslähmung etc., also im Rahmen einer neurogenen Blasenfunktionsstörung. 1. Ein erfahrener Operateur hat eine niedrige Inkontinenzrate, die in der Regel deutlich unterhalb der Literaturangaben liegt.
Der sog. „Krampfadernbruch“ des Hodensacks entsteht durch eine Störung der betroffenen Samenstrangvenen, vergleichbar den Varizen am Bein. Wichtiger Hinweis: Außer dieser typischen Form der Varikozele gibt es auch, dann auch auf der rechten Seite auftretend, eine Varikozele, die durch Tumore bedingt ist, wenn diese den Blutabfluss stören. Deshalb muss jede Varikozele vom Urologen untersucht werden. Weiterhin kann eine Varikozele einen negativen Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit des betroffenen Mannes habe; dies ist zwar nicht in jedem Fall gegeben, aber bei unerfülltem Kinderwunsch besteht eine Behandlungsindikation.
Die Entzündung des Nebenhodens ist bakteriell bedingt. Sie ist schmerzhaft, die betroffene Hodensackhälfte erheblich geschwollen, oft kann man Hoden und Nebenhoden durch Tasten nicht mehr voneinander trennen. Meist besteht Fieber, gleichzeitig auch Schmerzen bei Wasserlassen und Geschlechtsverkehr. Eine begleitende Entzündung der Prostata (siehe Prostatitis) ist häufig.
Entzündung des Nebenhodens.
Es handelt sich meist um eine aufsteigende Infektion aus der Prostata/Harnröhre.
Scherzhafte Schwellung des Hodensacks, Rötung, Überwärmung, begleitende Schmerzen beim Wasserlassen, Fieber.
Auch bei richtiger Therapie (muss bei Keimnachweis testgerecht erfolgen entsprechend der vorhandenen Keime) und Bettruhe heilt die Entzündung oft nur zögerlich ab. Behinderungen des Harnflusses müssen gleichzeitig, unter Umgehung der Harnröhre beseitigt werden (Bauchdeckenkatheter, suprapubischer Fistelkatheter). Nach Abheilung des Infekts ist eine Sanierung des Abflusshindernisses (Prostatavergrößerung, Harnröhrenenge) angezeigt.
Hodenverdrehung, Orchitis, Hodentumor (siehe dort)
Eine Pyelonephritis (PN) ist eine schwere bakterielle Erkrankung der Nieren mit meist hohem Fieber und erheblichem Krankheitsgefühl. Die PN ist oft begleitet von einem Harnwegsinfekt (siehe dort). Sie ist grundsätzlich ernst zu nehmen, darf nicht übergangen werden, auch nicht unter Therapie, da sie sonst leicht in eine chronische Form übergehen kann, an deren Ende die völlige Zerstörung der Niere(n) eintreten kann, so dass die Unvorsichtigen schließlich dialysepflichtig werden! Grundsätzlich gilt, dass nach Abheilung der ersten Episode einer PN zunächst abgewartet werden kann. Nach einer zweiten solchen Entzündung muss eine Ursachenforschung beginnen, vor allem muss ein sog. Reflux von Urin aus der Blase zurück in die Niere(n) ausgeschlossen werden. Ist er vorhanden, muss er behandelt werden, um eine weitere PN zu verhüten.
Anders als es der deutsche Name sagt, handelt es sich nicht um eine isolierte Nierenbeckenentzündung, sondern um eine schwere Entzündung des Nierengewebes. Die Funktion kann vorübergehend sogar eingeschränkt sein.
Ursache sind Bakterien, die entweder über das Blut in die Niere(n) gelangen, oder aufsteigend aus der Blase (z.B. wenn die Betroffenen einen zunächst banalen Harnwegsinfekt haben, dieser aber durch einen sogenannten Reflux sich in die Niere(n) fortsetzt, so dass der bakterienhaltige Urin in die Niere aufsteigt und die Entzündung dort beginnt).
Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen beim Wasserlassen, Rückenschmerzen, vor allem in der Flankengegend, schweres Krankheitsgefühl
Fieberfreie Formen (bei Schwangern nicht selten!) machen sich durch Rückenschmerzen bemerkbar, die zunächst als „Hexenschuß“ fehlgedeutet werden. Deshalb sollte eine Urinüberprüfung sicherheitshalber erfolgen.
Steine in Nierenbecken und Harnleitern machen oft durch Koliken auf sich aufmerksam. Einmal entdeckt durch Ultraschall und Röntgen kann man anhand der Detailbefunde die beste Behandlungsart planen.
Das Prostatakarzinom ist derzeit die häufigste Krebstodesursache des Mannes und nimmt immer mehr zu. Am meisten sind Männer jenseits des 50. Lebensjahres betroffen. Mit zunehmendem Alter wird die Erkrankung häufiger. Aber auch jüngere Männer können ein Prostatakarzinom entwickeln. Bei positiver Familienvorgeschichte (Vater, Brüder, Onkel, Großvater) ist dies besonders wichtig. Auch mütterlicher Brustkrebs ist ein Risikofaktor für das Entstehen eines Prostatakarzinoms beim Sohn. Nur eine sorgfältige und regelmäßige Vorsorge einmal pro Jahr ermöglicht das frühe und damit rechtzeitige Entdecken des Krebses, so dass er noch geheilt werden kann. Jedes Symptom, das man selbst bemerkt, tritt in der Regel so spät auf, dass eine Heilung fast nicht mehr möglich ist. Die Früherkennungsuntersuchung aus PSA-Bestimmung, Abtasten und TRUS (siehe dort) ist, vor allem bei familiärer Belastung, lebensrettend, weil nur so eine Heilung ermöglicht wird.
Es handelt sich bei diesem Krankheitsbild um eine bösartige Neubildung der Prostata. Man findet fast ausschließlich Adenokarzinome.
Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem gutartigen Prostataadenom (siehe dort) und dem bösartigen Prostatakarzinom. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie in der Prostata vorkommen und ältere Männer bevorzugt betreffen.
Wenn Männer Symptome verspüren, ist das Prostatakarzinom in der Regel bereits nicht mehr heilbar. Symptome des beeinträchtigten Wasserlassens gehören dagegen eher zur gutartigen Prostata. Rückenschmerzen infolge eines Prostatakarzinoms würden auf Knochenmetastasen in der Wirbelsäule hindeuten, auch ein Spätsymptom.
Wenn das Prostatakarzinom – und das geht nur durch Vorsorgeuntersuchung – im Frühstadium diagnostiziert wird, dann ist es heilbar. Die 5-Jahres-Überlebensraten liegen nach radikaler Prostataentfernung (sog. Prostatektomie) zwischen 75 und 90%. Die Ergebnisse der Bestrahlungstherapie lassen sich oft nicht mit denen der radikalen Prostatektomie vergleichen. In selektionierten Patientenkollektiven beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate jedoch ebenfalls etwa 75-85%.
Als ähnliche Krankheitsbilder wären zu nennen, die gutartige Prostatavergrößerung (sog. Benigne Prostatahyperplasie), das Prostatasarkom sowie das Einwachsen eines Darmtumors in die Prostata.
Eine Hodentorsion ist ein absoluter Notfall, der einer sofortigen Operation bedarf. Allein schon der Verdacht rechtfertigt den Eingriff, denn wenn die Blutversorgung des Hodens mehr als 4 Stunden durch die Verdrehung der Samenleitergefäße (d.h. durch die Torsion) gestört ist, kommt es zum Hodenverlust. Vorsicht – Nebenhodenentzündungen (siehe dort) haben gelegentlich ein sehr ähnliches Beschwerdebild. Dennoch gilt, dass im Zweifelsfall (also vor allem bei jungen Männern) die sofortige Operation durchgeführt wird, selbst wenn sich dann nachträglich eine Nebenhodenentzündung herausstellt. Wichtig: Die Entscheidung wird anhand der Anamnese und des Befundes gestellt. Ultraschalluntersuchungen, auch der Gefäße, helfen nicht weiter, verzögern oft nur die dringliche OP und verwirren mehr, als sie nützen.
Die Vorhautverengung ist ein Befund, der sich selbst erklärt. Die Therapie der Wahl ist die komplette Entfernung der Vorhaut (wie bei Juden und Arabern).
Die Hydrozele ist eine Flüssigkeitsansammlung im Hodensack. Sie entsteht teilweise infolge einer Entzündung, kommt aber auch ohne erkennbaren Grund vor.
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