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Fragen und Antworten

01. Welche Beschwerden machen Afterleiden?
02. Was sind (innere) Hämorrhoiden?
03. Was ist eine Schließmuskelschwäche und wie entsteht sie?
04. Wozu ist ein Beckenboden-Training sinnvoll?
05. Was sind Ballaststoffe und wozu brauchen wir sie in der Nahrung?

06. Wie sollte eine gesunde Ernährung aussehen?
07. Wie sollte man sich reinigen?


01. Welche Beschwerden machen Afterleiden?

Viele Menschen sind der Ansicht, dass alle Beschwerden am After von Hämorrhoiden kommen. Dieser verhängnisvolle Irrtum führt dazu, dass diese Symptome verharmlost werden. Aus falsch verstandener Scham wird der Arzt zu spät aufgesucht, dadurch kostbare Zeit für die Diagnose und Behandlung vergeudet.

Typische Beschwerden sind Juckreiz, Nässen, Brennen bei oder nach dem Stuhlgang, Stuhlschmieren trotz sorgfältiger Reinigung, Schmerzen beim Sitzen, Krämpfe „aus heiterem Himmel“ und vor allem die Blutung. Die Blutung ist am häufigsten durch Hämorrhoiden verursacht, kann aber auch von einem Afterekzem, einem Afterriss oder Schrunden, von gutartigen Polypen im Darm und einem Krebs (Karzinom) kommen. Polypen oder ein Karzinom entwickeln sich lange Zeit völlig unbemerkt, auch neben einem Hämorrhoidal-Leiden. Darmkrebs kann nur im Frühstadium mit gutem Erfolg operativ geheilt werden, in einem fortgeschrittenen Stadium mit Tochtergeschwülsten in Lymphdrüsen oder der Leber jedoch nur noch selten. Die frühzeitige Untersuchung mit der Darmspiegelung verhindert solche Spätfolgen. Unfreiwilliger Wind- oder Stuhlabgang wird nicht nur durch eine Verletzung oder eine Schwäche der Schließmuskeln hervorgerufen, sondern kann auch Folge von Durchfällen oder Verstopfung sein.

02. Was sind (innere) Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind arterio-venöse Gefäßknäuel im oberen Afterkanal zur Feinabdichtung des Afters, die jeder normal entwickelte Mensch braucht, um einen kontrolliert dichten Verschluss des Darmkanals zu haben. Entgegen der früher weit verbreiteten Vorstellung handelt es sich nicht um „Krampfader-ähnliche Wülste“ sondern um Schwellkörper, die versetzt angeordnet die „Lücke“ verschließen, welche beim Zusammenziehen der Schließmuskeln verbleibt.

Sie machen sich am häufigsten durch Bluten bemerkbar, aber auch durch Juckreiz oder Nässen und Schleimabgang aus dem After. Schmerzen im Afterbereich sind nur sehr selten durch ein Hämorrhoiden-Leiden hervorgerufen, eher durch Thrombosen, einen Afterriss oder Abszess.

Hautfalten, Thrombosen (schmerzhaft verdickte Knoten am Afterrand) oder gestaute Venen am Afterrand werden fälschlicherweise auch „äußere Hämorrhoiden“ genannt.

03. Was ist eine Schließmuskelschwäche und wie entsteht sie?

Schließmuskelschwäche bedeutet Verlust von Kontrolle für Gas und unterschiedliche Qualitäten von Stuhl, sie hat vielfältige Ursachen und Einflüsse. Unkontrollierter Wind- oder Stuhlabgang wird häufig mit einem Schaden des Schließmuskels gleichgesetzt. Die Schließmuskulatur ist aber nur Teil eines Zusammenspiels mehrerer Organe des After-Verschluss-Systems. Es besteht aus dem dauernd angespannten inneren, dem willkürlich verstärkenden äußeren Schließmuskel, der sensiblen Afterhaut, den Hämorrhoiden als Abdichtungspolster zur Feinregulierung, dem Mastdarm als Reservoir, dem Dickdarm als Eindickungs- und Transport-Organ und der nervlichen Verkoppelung aller dieser Teile miteinander. Die Schädigung jedes dieser Teile, aber auch Teilschäden mehrerer Organe kann eine Verschlussunfähigkeit bedingen.

Schon eine verminderte Festigkeit der Stuhlsäule kann zum unfreiwilligen Abgang führen, am häufigsten bei älteren Menschen mit einer Jahrzehnte dauernden Belastung des Beckenbodens durch Druck im Leib bei vermehrter Gasbildung, Verstopfung oder einem Passagehindernis (Verengung) im Darm durch Krebs oder bei jungen Menschen durch Entzündung des Darms bei Divertikel-Krankheit oder Morbus Crohn).

04. Wozu ist ein Beckenboden-Training sinnvoll?

Bei der Beckenbodenschwäche kommt es zu einem langsamen Nachlassen der Verschlußkraft von Blase und After. Die Ursachen sind vielfältig, meistens durch starke Belastungen hervorgerufen, wie schweres Heben über viele Jahre, durch Schwangerschaften und Entbindungen, Dammschnitt oder Dammriß, chronische Verstopfung, aber auch durch eine normale oder vorzeitige Gewebealterung, sowie Pressen beim Stuhlgang. Dies macht sich zuerst durch unfreiwilligen Windabgang oder Harnträufeln beim Husten, Niesen oder Hüpfen bemerkbar, nach einiger Zeit aber auch durch unfreiwilligen Stuhlabgang. Durch konsequentes Anspannen kann der Beckenboden trainiert und damit das peinliche Problem oft wieder gemindert oder sogar vollständig beseitigt werden.

Jeder Sportler kennt die Notwendigkeit des Trainings. Auch der Beckenboden als Muskelgruppe braucht Training. Es muß aber sinnvoll durchgeführt weren, d.h. zwischen den Anspannungsphasen (ca. 6 Sekunden) sollte ausreichend Erholungszeit (ca. 15 Sekunden) eingehalten werden, weil die Muskulatur sonst auf unseren Willen nicht reagiert und daher nicht ‘trainiert’ wird, das Üben daher erfolglos bleibt. Außerdem sollten die Übungen etwa zehnmal hintereinander und mehrmals am Tag durchgeführt werden. Letztlich kann man in jeder Lebenslage solche Übungen machen!

05. Was sind Ballaststoffe und wozu brauchen wir sie in der Nahrung?

Ballaststoffe werden als Mittel für eine gute „Verdauung“ gepriesen. Die Verdauung, d.h. die Aufarbeitung der Speisen erfolgt im Magen und Dünndarm, wir merken sie allenfalls an vermehrtem Druck im Leib, vermehrten Darmgeräuschen oder Blähungen, die bei der Aufarbeitung des Speisebreis durch Gasentwicklung, Dehnung der Darmwand und manchmal dadurch ausgelöste Schmerzen entstehen. Die meisten Menschen meinen mit „Verdauung“ aber „Stuhlgang“, d.h. die Ausscheidung unverdaulicher Reste. Die Ausscheidung nach der Eindickung unverdaulicher Speisereste im Dickdarm und dem Weitertransport in den Mastdarm wird durch Dehnungsreize ans Gehirn vermittelt. Dieser Stuhldrang fordert uns auf, die Toilette aufzusuchen und durch Nachgeben des Schließmuskeldruckes zu entleeren. Eine normale Meldung dazu entsteht hauptsächlich durch genügende Füllung im Darm. Diese wird außer von Bakterien durch quellfähige „Ballaststoffe“ hervorgerufen, die in Körnern, dunklem Brot, aber auch im Obst, Gemüse, Salat etc. enthalten sind. Alle quellfähigen Substanzen bedingen eine gute Füllung des Darms und fördern einen rascheren Transport. Körner enthalten zwar Ballaststoffe, die aber für die Darmfunktion nur hilfreich werden können, wenn sie durch Mahlen oder extrem gutes Kauen aufbereitet wurden; unzerkaute Körner werden nahezu unverändert ausgeschieden und sind daher unsinnig, wie wir dies täglich beim Spiegeln des Enddarms sehen können. Manchmal sind Körner sogar schädlich, weil sie sich in kleinen „Nischen“ im Darm (Divertikel) oder Afterkanal (Krypten) festsetzen können oder die Schleimhaut und Afterhaut reizen.

06. Wie sollte eine gesunde Ernährung aussehen?

Neben einer ausgewogenen Kost mit wenig tierischem Fett, genügend Kohlehydraten, reichlich Obst, Gemüse, Kartoffeln und Salat sollte vor allem eine individuell verträgliche Nahrung eingehalten werden. Wichtig sind mehrere Mahlzeiten über den Tag verteilt, dabei sollten zur Vorbereitung des Verdauungsvorganges die Speisen gut gekaut werden; hastiges Essen in Hetze während der Arbeit sollte vermieden werden.

Unsere Ernährung sollte ballaststoffreich sein und ausreichend „Quellmittel“ enthalten. Diese sind für den Darm vorteilhaft, weil sie den Transport der unverdaulichen Reste im Dickdarm fördern. Eine „normale Hausmannskost“, die vor allem reich an Gemüse, Salat, Obst, dunklen Brotsorten, Knäckebrot, Müsli, evtl. getrockneten Pflaumen sein, aber wenig Süßigkeiten, Nudeln, Weißbrot, Brötchen und Fett enthalten sollte, macht einen weich-geformten Stuhlgang und führt seltener zu Blähungen. Wichtig ist außerdem, dass Sie reichlich Flüssigkeit (ca. 2 Liter Wasser, Früchte-Tee oder fettarme Milch) trinken, auch wenn Sie kein Durstgefühl haben.

„Gut gekaut ist halb verdaut“: langsames Essen und gutes Kauen der Speisen läßt die Faserstoffe besser aufquellen. Müsli, Körner und Vollkornbrot sind nicht per se „gesund“, sondern enthalten nur die nötigen Faserstoffe, die bei gutem Kauen im Darm aufquellen können, um einen voluminösen Stuhlgang zu bekommen. Ungekaute Körner sind nicht sinnvoll und richten eher Schaden im After an. Die Füllung des Darmes begünstigt einen raschen Transport und fördert die Entleerung mit geformtem Stuhl morgens nach dem Aufstehen oder nach dem Frühstück. Bakterien und Pilze sind ein natürlicher Bestandteil unserer „Darmflora“ und machen einen Großteil unserer Stuhl-“Masse“ aus. Die Zersetzung des Stuhls durch Bakterien bedingt eher eine weich-breiige Entleerung, begleitet von Blähungen.

Eine Stuhlentleerung am Tag ist normal, sofern dies ohne Zwang oder Zutun von Abführmitteln erfolgt. Menschen, die nur jeden zweiten oder dritten Tag Stuhlgang haben oder auch zwei- bis dreimal am Tag sind deswegen keineswegs krank, aber Stress und Bewegungsmangel fördern „Funktionsstörungen“ des Darmes.

07. Wie sollte man sich reinigen?

Durch häufiges Waschen mit Seife oder Reiben mit grobem Toilettenpapier wird die Haut trocken, Verletzungen werden begünstigt, Juckreiz gefördert, oder der schlecht belüftete Afterbereich weicht - auch durch Schwitzen - auf. Dadurch werden Entzündungen begünstigt. Die viel gepriesene Feuchtreinigung ist nicht in allen Fällen hilfreich, kann sogar schaden. Auf jeden Fall muss nach dem Feuchtreinigen die Afterregion nochmal trocken abgetupft werden. Nach dem Stuhlgang den After sorgfältig reinigen! Auch hier gilt: “Allzuviel ist ungesund!“