Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in Deutschland weiterhin die häufigste Todesursache dar. Ziel der Diagnostik ist es daher, durch geeignete Techniken Herz-Kreislauf-Erkrankungen möglichst frühzeitig zu erkennen. Die nicht-invasive Darstellung des Herzens hat dabei einen besonderen Stellenwert. In der DKD Wiesbaden werden folgende schonende Untersuchungsverfahren angeboten: Echokardiographie Mittels Echokardiographie (Ultraschallbildgebung des Herzens) werden in der DKD Wiesbaden jährlich ca. 20.000 Patienten auf Erkrankungen des Herzens hin untersucht. Es wird dabei zwischen 4 verschiedenen Untersuchungen unterschieden:
Am häufigsten wird dabei die Untersuchung von außen und in Ruhe durchgeführt, die für die Abklärung der häufigsten Fragestellungen ausreichend ist. Bei besonderen Fragestellungen wie z.B. Durchblutungsstörungen des Herzens (Stress-Echo oder Flussreserve-Bestimmung) oder Klappenentzündungen und bei der Suche nach Blutgerinnseln im Herzen (transösophageales Echo) werden die anderen Verfahren angewandt. Kardio-CT und Kardio-MRT In den letzten Jahren konnte man beinahe sprunghafte Fortschritte in der schonenden Darstellung des Herzens beobachten. Zwei zunächst konkurrierend erscheinende Schnittbild-Verfahren dominierten dabei: die Mehrzeilen-Computertomographie (synonym: Multidetektor- oder Multislice-CT) und die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Immer mehr hat sich in letzter Zeit jedoch herauskristallisiert, dass beide Verfahren unterschiedliche Stärken bzw. Schwerpunkte haben, durch die sie in der kardiologischen Diagnostik unabhängig voneinander einen großen Beitrag leisten können: Die Mehrzeilen-CT besonders in der hochauflösenden zwei- und dreidimensionalen Darstellung der Herzkranzgefäße und die MRT in der exakten Morphologie-, Funktions-, Durchblutungs- und Vitalitätsdiagnostik des Herzens. Durch die neueste CT-Generation ist es nun erstmals möglich, bei bestimmten Patientengruppen die invasive Herzkatheteruntersuchung durch eine lediglich fünfminütige Untersuchung (CT-Angiographie) zuverlässig zu ersetzen. Dies gilt auch für am Herzen operierte Patienten: hier kann die Durchgängigkeit der Bypass-Gefäße per CT zuverlässig beurteilt werden. Die CT-Angiographie der Herzkranzgefäße (oder Bypass-Gefäße) wird ambulant durchgeführt. Der Patient liegt hierfür nicht in einem Tunnel sondern wird während der Aufzeichnung durch das Gerät gefahren. Dabei wird über eine Armvene Kontrastmittel in den Körper injiziert. Währenddessen muss der Patient weniger als 25 Sekunden die Luft anhalten. In dieser Phase zeichnet das Gerät spiralförmig dünne Schichtbilder vom Brustkorb auf, die anschließend zwei- und dreidimensional aufbereitet und analysiert werden. Aber auch im Rahmen der Vorsorge kann die Kardio-CT zur frühen Erfassung von Veränderungen der Herzkranzgefäße eingesetzt werden, insbesondere durch die sog. Kalzium-Score-Analyse, durch die die Kalkbelastung der Kranzgefäße genau ermittelt werden kann. Besonders bei Patienten mit Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Cholesterinerhöhung etc., kann durch den Score entschieden werden, ob die vorbeugende medikamentöse Therapie mehr oder weniger intensiv erfolgen sollte. Zudem kann ermittelt werden, wie hoch das individuelle Risiko ist, in den kommenden Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden. Für diese Untersuchung ist keine Kontrastmittelgabe erforderlich. Die Messung dauert weniger als 15 Sekunden, in denen der Patient die Luft anhalten muss. Durch die Kardio-MRT wiederum, die ganz ohne Röntgen-Strahlen auskommt, können viele Erkrankungen des Herzens viel exakter dargestellt werden als mit anderen Verfahren. Hierzu zählen Herzinfarkte, Durchblutungsstörungen des Herzens und angeborene Herzmuskelerkrankungen ebenso wie Entzündungen des Herzmuskels oder des Herzbeutels. Der Patient liegt für diese Untersuchung mit dem Oberkörper in einem weiten Tunnel (Magnet), der zu beiden Seiten hin offen ist. Selbst Patienten mit Platzangst können (mit zusätzlicher Hilfe eines Beruhigungsmittels) untersucht werden. Es werden Hunderte von Standbildern und bewegten Schnittbildern des Herzens aufgezeichnet. Immer wieder muss der Patient dabei die Luft für 10-20 Sekunden anhalten. Bei bestimmten Fragestellungen ist auch die Gabe eines Kontrastmittels erforderlich. Für eine Stress-MRT (Belastungs-Untersuchung des Herzens) wird zusätzlich über wenige Minuten ein gefäßerweiterndes Medikament (Adenosin) verabreicht. Diese Untersuchung ist nicht nur weniger eingreifend und belastend, sie nimmt auch deutlich weniger Zeit in Anspruch, als die bisher bekannten Techniken: So kann die CT-Untersuchung des Herzens in ca. 5 Minuten durchgeführt werden. MRT-Untersuchungen dauern gewöhnlich 10-25 Minuten. Die DKD Wiesbaden verfolgt das Ziel, ihren Patienten eine möglichst wenig belastende Diagnostik auf dem aktuellen Stand der Kunst anzubieten. Daher wurde im Herbst 2004 an der Schnittstelle der Fachbereiche Kardiologie (Leiter: Prof. Dr. Dr. H. Lambertz) und Radiologie (Leiter: PD. Dr. U. Lörcher) eine fachübergreifende Einheit für kardiale CT- und MRT-Diagnostik geschaffen, die beide Verfahren anbietet. Die DKD Wiesbaden verfügt hierfür über zwei leistungsstarke Geräte: Einen ultraschnellen 16-Zeilen-Computertomographen (SIEMENS Sensation 16) und den derzeit leistungsstärksten 1,5-Tesla-MRT-Scanner (SIEMENS Avanto), der u.a. für Herzuntersuchungen besonders ausgestattet ist. Im Vergleich zu früheren Generationen bietet dieses Gerät eine bessere Bildqualität, ist extrem leise und deutlich schneller. Erstmals können damit auch Ganzkörper-Angiographien in einer Aufzeichnung durchgeführt werden. Sollte ich mich untersuchen lassen? Ob eine Indikation für eine der genannten Untersuchungen besteht, muss zuvor ein Arzt entscheiden. Üblicherweise sind dies die überweisenden Hausärzte oder Kardiologen oder der persönliche Arzt in der DKD Wiesbaden. Selbstzahlende bzw. privat versicherte Patienten können sich auch direkt anmelden (s.u.). Dabei erfolgt die Klärung der Indikation durch einen Arzt aus der kardiologischen Abteilung. Außerdem besteht die Möglichkeit, entsprechende Untersuchungsverfahren auch im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Untersuchungskosten? Für die Echokardiographie ist dies mit den gesetzlichen Krankenkassen geregelt. Bestimmte Kardio-MRT-Untersuchungen werden ebenfalls von den gesetzlichen Kassen übernommen. Die Kosten der Kardio-CT und neuerer Anwendungen der Kardio-MRT werden jedoch derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, so dass sozialversicherte Patienten dies nur als freiwillige Leistung in Anspruch nehmen können. Privatversicherungen übernehmen in aller Regel sowohl die Kosten der Kardio-MRT als auch die der Kardio-CT, da die Rechnungsstellung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erfolgt. Ich habe noch Fragen oder möchte einen Termin. An wen soll ich mich wenden? Wenn Sie wissen möchten, ob eine Kardio-CT-Untersuchung bei Ihnen sinnvoll ist oder andere Fragen haben, steht Ihnen als ärztliche Ansprechpartner der Leiter der Kardialen CT- & MRT-Diagnostik, Herr Dr. Lethen zur Verfügung: Dr. Lethen DKD Wiesbaden Termine für Kardio-CT oder andere kardiologische Untersuchungen können Sie oder Ihr betreuender Arzt auch direkt über das Sekretariat des Fachbereichs Kardiologie vereinbaren: DKD Wiesbaden
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