|
Amper Kliniken AG Klinikum Dachau
Überprüfung der Behandlungsqualität durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft ergibt überdurchschnittliche Behandlungsergebnisse Die Schlaganfalleinheit am Klinikum Dachau konnte im Juni erfolgreich zertifiziert werden und ist damit die Erste im Münchner Umland, die anerkannt nach den Richtlinien der Deutschen Schlaganfallgesellschaft arbeitet und sich „Stroke Unit“ nennen darf. Um die Zertifizierung zu erlangen, haben die Mitarbeiter besondere Qualifikationen in der Behandlung von Schlaganfallpatienten nachzuweisen. Definierte Anforderungen an räumliche und apparative Ausstattung müssen erfüllt werden und alle Behandlungsabläufe genau festgelegt sein. Teil der Zertifizierung ist auch die Überprüfung der Qualität bisher durchgeführter Behandlungen. „Durch die erfolgreiche Zertifizierung haben die Patienten die Sicherheit, dass sie bei uns eine hochwertige Schlaganfallbehandlung erhalten, die auf dem neuesten Stand ist“, erläutert Dr. Christian Lechner, Chefarzt der Abteilung für Neurologie, „außerdem haben wir gezeigt, dass wir hier in Dachau für die Bevölkerung ein Angebot auf dem Niveau von großen Kliniken vorhalten.“ Besonders stolz ist Lechner darauf, dass die Überprüfung der Behandlungsqualität ein überdurchschnittliches Ergebnis zeigte: Die derzeit erfolgversprechendste Behandlung beim Schlaganfall, die so genannte „Lysetherapie“, konnte bei 20,5 Prozent der Patienten erfolgreich angewandt werden – der Bundesdurchschnitt liegt bei 12,5 Prozent in neurologischen Stroke Units und bei lediglich vier Prozent bezogen auf alle Kliniken. Möglich wird diese überdurchschnittliche Behandlungszahl durch eine Kombination von verschiedenen Schlaganfall-Projekten: Die Stroke Unit ist in das telemedizinische Projekt „TEMPIS“ (telemedizinisches Projekt zur integrierten Schlaganfallversorgung in der Region Süd-Ost Bayern) eingebunden. Darüber hinaus hat das Klinikum Dachau gemeinsam mit dem Rettungsdienst des BRK als zweiter Landkreis in Deutschland das Projekt „Stroke Angel“ etabliert, bei dem die Stroke Unit bereits vor dem Eintreffen des Patienten via Datentransfer alle wesentlichen Informationen erhält und die Behandlung vorbereiten kann. „Diese Kombination ist in Deutschland nahezu einzigartig und ich bin sehr beeindruckt, was für eine hervorragende Behandlung damit ermöglicht wird“, so Professor Nabavi, Fachauditor der Deutschen Schlaganfallgesellschaft.
Beste Behandlungsoption: die „systemische Thrombolyse“ TEMPIS und Stroke Angel Doch das Team um Dr. Lechner wollte die Lysetherapie noch mehr Patienten ermöglichen. „Das Problem ist, dass immer noch einige Patienten viel zu spät in die Klinik kommen, also das Zeitfenster für die Lyse abgelaufen ist“, so Lechner. Im Oktober 2009 wurde deshalb im Landkreis als zweiter Region in Deutschland das Projekt „Stroke Angel“ eingeführt: Die Rettungsdienstmitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes übermitteln mit speziellen Computern via Datentransfer die wichtigsten Informationen über den Patienten, schon bevor er in die Klinik gebracht wird. Der Klinikarzt ist informiert, alle nötigen Vorbereitungen auf der Stroke Unit werden getroffen – und der Patient unmittelbar nach Eintreffen vom Neurologen in Empfang genommen, diagnostiziert und behandelt. „Dadurch gewinnen wir viel Zeit – und die ist ja bei der Lysetherapie ein immens wichtiger Faktor“, so Grein. Durchschnittlich 30 Minuten früher ist dank Stroke Angel der Beginn der Therapie möglich. Alles in allem führen die Maßnahmen am Klinikum Dachau zu einem messbaren Erfolg: Die Lyserate in Dachau liegt bei 20,5 Prozent und damit weit über dem Bundesdurchschnitt von zwölf Prozent in den Stroke Units bzw. vier Prozent bezogen auf alle Kliniken. „Das ist schon beachtlich, wenn man bedenkt, dass die theoretisch mögliche Grenze bei 20 bis 30 Prozent liegt“, so Lechner. Auch die Qualität der Behandlungen sei dabei hervorragend: „Das wurde im Rahmen der Zertifizierung überprüft und bestätigt.“ Stroke Unit Team: Nachbehandlung durch speziell geschulte Fachkräfte erhöht Chancen des Patienten weiter Ein weiterer Vorteil für die Patienten einer Stroke Unit ist die Behandlung durch ein speziell geschultes Team, das aus Pflegern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sprachheilpädagogen und klinischen Linguisten besteht. „Es gibt Studien, die zeigen, dass dadurch die Chancen für ein Überleben mit geringen Nebenwirkungen deutlich steigen“, so Lechner. Die Rehabilitationsmaßnahmen beginnen bereits auf der Stroke Unit und werden ohne Verzögerung auf der Station weitergeführt – auch dies ist Bestandteil der Zertifizierung, wie Lechner betont. Zertifizierung als weiterer Baustein
|